Klima und Wetter auf Teneriffa, der Insel des ewigen Frühlings

Teneriffa ist bekannt als Insel des Frühlings mit ganzjährig milden Temperaturen. Im Winter ist es dort mit in der Regel 20 Grad und mehr nicht kalt und im Sommer mit höchstens 30 Grad nicht zu heiß. Ausnahmen gibt es allerdings auch hier, wie später noch erörtert wird.

Selbst tagsüber schwanken die Temperaturen nur um wenige Grad. Ist es in Deutschland beispielsweise normal, das es im Frühling morgens beispielsweise mal 12 Grad und Nachmittags 24 Grad hat, ist das auf Teneriffa ganz anders. Ab einem Wintertag im Süden Teneriffas, an dem es mittags ebenfalls beispielsweise 24 Grad hat, hat es dann morgens ehr auch schon 19-20 Grad. Selbst die absolute, niedrigste Nachttemperatur liegt kaum darunter. Die Schwankungsbandbreite ist also selbst innerhalb eines Tages wesentlich geringer, als man dies von Deutschland gewohnt ist.

Teide Nationalpark

Eine Frage die so einige Urlauber schon beschäftigt hat, möchten wir auch gerne beantworten. Für viele ist es unverständlich, warum es beispielsweise im Hochsommer, auf Teneriffa wesentlich angenehmer sein kann, als in Deutschland, obwohl die Sahara direkt neben der Inselgruppe liegt. Das liegt an zwei entscheidenden Faktoren:

Der Kanarenstrom

Der wichtigste Punkt ist der Kanarenstrom. Dieser entsteht in der Folge des Golfstroms. Der Golfstrom entspringt bei den karibischen Inseln und transportiert das warme Wasser nach England. Dort entsteht dann eine zweite Strömung, die sich am Westen Europas entlang genau an den kanarischen Inseln vorbei bewegt und die kalten Wassermassen aus Nordeuropa transportiert, die auf den kanarischen Inseln dann als natürliche Klimaanlage fungiert. Die Temperaturen sind daher stets gemäßigter, als im benachbarten Westafrika.

Die Passatwinde

Der Nordost-Passat ist der zweite klimatisch entscheidende Faktor. Gäbe es diesen nicht, wären die kanarischen Inseln wahrscheinlich unbewohnt, auf jeden Fall würden Sie aber praktisch nur aus Wüste bestehen. Ursächlich für den Passatwind, ist die Tatsache, das am Äquator die Luftmassen am stärksten erwärmt werden, die dann aufsteigen und eine Tiefdruckrinne erzeugen. Da sich dieser Druckunterschied naturgemäß wieder ausgleicht, entstehen Winde, die Richtung Äquator ziehen, wobei es sich auf der Nordhalbkugel um Winde aus Nordöstlicher Richtung handelt. Diese Winde bestehen quasi ständig und fallen nur selten aus. Diese bringen durch Verdunstung Feuchtigkeit mit, die dann insbesondere an der Nordküste Teneriffas zu Niederschlag, zumindest aber zu höherer Luftfeuchtigkeit führt. Im Orotavatal, oberhalb des Touristenzentrums Puerto de la Cruz, lässt sich dieser Effekt am besten beobachten. Oft ist es hier so, daß es morgens noch klar und sonnig ist, während sich am Nachmittag in den Bergen die Wolken anstauen. Das kann so weit gehen, daß selbst Puerto de la Cruz nachmittags unter Wolken liegt. Wie weit sich die Wolken anstauen, ist allerdings immer unterschiedlich, das Wetter ist letztlich nicht wirklich berechenbar. Hieran scheitern auch heute die Meteorologen vollständig, Wettervorhersagen für diese Region sind ehr ausgewürfelt, als tatsächlich verlässlich vorhergesagt. Anders ist es natürlich bei großen atlantischen Tiefdruckgebiete, die gelegentlich auch mal Teneriffa treffen, diese sind viel einfacher vorher zu sagen.

Die Wetterscheide

Teneriffa hat drei Gebirge, die sich über die gesamte Insel ziehen und die Nordseite von der Südseite abtrennen. Einmal gibt es das Anage Gebirge bei Santa Cruz, das Teno Gebirge auf der Seite Richtung Los Gigantes und in der Mitte den Teide Nationalpark, wo auch der mit 3712 Meter Höhe, höchste Berg Spaniens steht, der gleichnamige "Teide". Da der häufigste Wettereinfluß der Nordostpassat ist, ist der Norden etwas kühler und feuchter als der Süden der Insel, der wüstenähnlich ist. So bietet Teneriffa auf der Nordseite ein Urlaubsgebiet für Wanderer und Naturliebhaber und auf der Südseite ein Gebiet, in dem fast immer nur die Sonne scheint, dafür aber natürlich auch deutlich karger ist, denn fehlender Niederschlag schließt naturgemäß eine üppig Vegetation aus.

Schlechtes Wetter auf der Sonneninsel Teneriffa

Im Grund genommen gibt es zwei Wettersituationen, die schlechtes Wetter auch auf die Insel des ewigen Frühlings bringen können. Zuerst sind atlantische Tiefdruckgebiete zu nennen, die durchaus auch mal die Kanaren erreichen können und im schlimmsten Fall wirklich auch über viele Tage zu Gast sein können. Solche Tiefdruckgebiete sind allerdings recht selten und im Gegensatz zur Häufung von Tiefdruckgebieten in Deutschland, eigentlich zu vernachlässigen. Die andere Schlecht-Wetter Situation ist der sogenannte Calima. Beim Calima handelt es sich um einen Ostwind, der seinen Ursprung in der Sahelzone in Afrika hat. Dieser Wind bringt warme Wüstenluft nach Teneriffa, was dann dort zu teils sehr unterschiedliche Auswirkungen hat. Im Normalfall ist es dann so, daß es an den Küsten kühler ist, als in höheren Lagen, was eigentlich paradox ist, da es bei normalen Wetterlagen bekanntlich genau umgedreht ist. Ein Calima im Sommer kann durchaus dazu führen, das die Temperaturen bis 45 Grad ansteigen, wogegen es im Winter mal für einige Tage plötzlich Hochsommer geben kann. Ein Calima hält in der Regel nur drei Tage an, kann aber auch mehrere Wochen dauern. Gleich ist immer das Phänomen, daß bei einem Calima die Sicht getrübt wird. Das liegt keinesfalls an Wolken, da durch die niedrige Luftfeuchtigkeit der staubtrockenen Saharaluft gar keine Passatwolkenbildung mehr möglich ist, sondern am Wüstensand, der sich in der Luft befindet. Die Stärke der Eintrübung ist auch immer unterschiedlich. Manchmal ist es nur eine leichte Einfärbung der Luft, die dann gelblich wird, manchmal ist die Sandmenge aber auch so groß, daß man kaum noch die Sonne sieht. Gefährlich für die Insel sind länger anhaltende Calima Wetterlagen im Hochsommer. Die extrem trockene Luft, trocknet die Pflanzenwelt aus, so das in diesen Zeiten eine sehr hohe Waldbrandgefahr besteht. Immer wieder haben Sie in der deutschen Presse sicher schon von derartigen Bränden gehört.

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