Geschichte - Die Guanchen als Ureinwohner und die Entwicklung der Insel

Die ersten schriftlichen Berichte über die Kanaren stammen von etwa 800 v. Chr. Sie hießen „die glücklichen Inseln“, wo die Leute keine Sorgen kannten. Unter diesen Autoren befindet sich zum Beispiel Homer. Nach den damaligen Kenntnissen des Globus lagen die Kanaren so ziemlich genau am Ende der Welt. Doch wer waren die glücklichen Menschen, die auf diesen Inseln lebten?

Die Ureinwohner sind die Guanchen, von denen angenommen wird, dass sie nicht alle Inseln auf einen Schlag besiedelten. Es wird vermutet, dass Gran Canaria erst 300 Jahre nach den ersten Berichten, also etwa 500 v. Chr., besiedelt wurde. Über die Guanchen und deren Herkunft wird viel spekuliert. Am wahrscheinlichsten scheint die These, dass sie ursprünglich zu einem afrikanischen Berbervolk gehörten, denn immer wieder ist die Rede von für diese Breitengrade auffälligen, hellen Haaren und von blauen Augen. Sie lebten in relativ primitiven Verhältnissen. Sie bauten sich keine großartigen Behausungen, sondern lebten in Höhlen und benutzen nur sehr simple Werkzeuge. Auch ihre Waffen waren alles andere als weit entwickelt. Eine besondere Eigenschaft der Guanchen war eine Sprache in Pfeiftönen, mit Hilfe derer sie sich auch über sehr weite Strecken verständigen konnten. Ihr Leben, welches durch Könige regiert wurde, verlief sehr friedlich, denn die Inseln gerieten in Vergessenheit. Doch das sollte nicht so bleiben.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts kam es zur Eroberung der Kanarischen Inseln durch den König von Kastilien. Sie zog sich über einen Zeitraum von mehr als 5 Jahren, denn trotz ihrer Unerfahrenheit in der Kriegsführung leisteten die Guanchen erbitterten Widerstand. Im Jahr 1483 wurde Gran Canaria endgültig durch Pedro de Vera unterworfen, wobei sich die Eroberung in zwei Abschnitte unterteilen lässt. Im ersten Abschnitt wurde an der Flussmündung des Guiniguada die Stadt Real de las Palmas gegründet, aus der das heutige Las Palmas de Gran Canaria hervorging. Der zweite Abschnitt ist die militärische Raffinesse, mit der Pedro de Vera die Guanchen von Gáldar in einer blutigen Schlacht bezwungen hat. Der anschließende Feldzug im Süden der Insel ging dann als Feldzug des Friedens in die Geschichte ein. An anderer Stelle wird erzählt, die entscheidende Schlacht habe sich in der Nähe von Santa Lucía de Tirajana an der Fortaleza de Ansite abgespielt. Einer Felsfestung, die als letzte Rückzugsmöglichkeit galt.

Die Opfer unter den Guanchen waren sehr zahlreich, denn viele derer, die nicht im Kampf gefallen waren, stürzten sich lieber in den Tod, als sich von den Spaniern unterwerfen zu lassen. Die restlichen wurden versklavt und mit roher Gewalt zum Christentum bekehrt, bis sie schließlich nach und nach ausstarben.

Die Herrscher der kastilischen Krone beließen es nicht allein beim Besitz der Insel, sondern verflochten sie komplett mit dem eigenen politischen und wirtschaftlichen Netz, so dass Gran Canaria auch im sozialen Bereich nicht Kolonie, sondern eher kastilischer Boden war. Die von Pedro de Vera gegründete Stadt Real de las Palmas wurde Hauptstadt der Insel und Zentrum für alle wichtigen Einrichtungen, die zur Verwaltung der Kanaren gebraucht wurden. Unter anderem wurden hier das Tribunal der heiligen Inquisition, der königliche Gerichtshof und das Bischofsamt der Kanaren ansässig, wodurch Gran Canaria zur wichtigsten Insel der Kanaren wurde. Doch ihr Glanz verblasste ein wenig, nach dem der Export der hier angebauten Agrargüter nach Europa und Amerika im 18. Jahrhundert durch verschiedene Faktoren doch ein wenig zurück ging.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Schiffsverkehr dann wieder verdoppelt, denn die Häfen waren wieder aufgewirtschaftet worden und frei von Abgaben. Auch wurden wirtschaftliche Sonderregelungen getroffen, um für Schiffe und Schifffahrtsgesellschaften, gerade aus England, wieder den passenden Anreiz zu geben, hier Station zu machen. Gerade steuerliche Vorteile, welche heute allerdings von der Europäischen Union geregelt werden, machen die Kanaren bis heute für den Handel attraktiv. Der wieder erstarkte Schiffsverkehr machte auch den heute wichtigsten wirtschaftlichen Zweig möglich, denn Tourismus.

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