Zornige Vögel kämpfen gegen grüne Schweine

Dass die Finnen einen zuweilen etwas schrägen Humor haben, ist weithin bekannt. In Kunst und Kultur fallen sie dementsprechend immer mal wieder mit interessanten Schöpfungen auf. Erstaunlicherweise haben sie mit diesen verrückten Ideen auch noch große kommerzielle Erfolge. Und auch bei den Computerspielen sind sie schon mit nicht ganz alltäglichen Ideen aufgefallen. So etwa mit dem 2009 erstmals veröffentlichten Artilleriespiel Angry Birds. Damit ist ihnen ein großer Wurf gelungen. Die Spieler dirigieren verschiedene Vögel, die mit einer Steinschleuder bewaffnet gegen grüne Schweine kämpfen. Ziel des Spieles ist es, den Schweinen die geklauten Eier wieder abzujagen. Um diese Aufgabe zu meistern, stehen den grimmig dreinblickenden gefiederten Protagonisten mit jedem neu erreichten Level verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Beispielsweise mit Vogelbeben, Supersamen und der besonders effektiven Königsschleuder gelingt es den Beraubten, den Schweinen ihre Beute zu entreißen und die Verstecke der Eier zu zerstören.

Sprung von der virtuellen in die reale Welt

Ursprünglich wurde das Spiel für Smartphones und Tablets entwickelt. Mittlerweile hat es seinen Weg auf Spielekonsolen und sogar als Brettspiel in die reale Welt geschafft. Doch damit nicht genug. Die Vögel und Schweine haben es 2011 zum erfolgreichsten Computerspiel des Jahres gebracht. Anschließend zogen sie auch in Freizeitparks ein, die eigens für sie eröffnet wurden. Fasziniert von dem Erfolg ihrer Schöpfung haben die Verantwortlichen des finnischen Unternehmens Rovio erste Freizeitparks für die Angry Birds in Finnland eröffnet. In so bekannten Städten wie Kuusamo, Saariselkä und Saimaa entstanden schon bald die ersten Biotope. Hier leben die Cybervögel in einer mehr oder weniger realen Welt. Nun verlassen die Vögel und Schweine den hohen Norden, um die Welt zu erobern. Ein erstes Ziel ist dabei Puerto Rico im Süden Gran Canarias.

Firmenverbund errichtet neue Parks

Ein Konsortium aus dem Spielentwickler Rovio, der Firma Lappset und dem Parkbetreiber Holiday Club begann jetzt mit den Bauarbeiten für den neuen Touristenmagneten. Bereits im Oktober soll er eröffnen. Zwei Millionen Euro stehen den Initiatoren zur Verfügung. Mit dem Geld wollen sie den zornigen Vögeln ein neues Nest bauen. Im Zentrum des Urlaubsortes Puerto Rico, in der Nähe des Busbahnhofes wurde bis vor Kurzem noch Tennis gespielt. Nichtsdestotrotz wird man hier schon in wenigen Monaten zahlreiche Attraktionen finden. Sie alle werden einen Bezug zum Thema des Parks haben.

Neben einem Minigolfparcours, einer Kartbahn und einer Curlingpiste werden verschiedene Shops, Cafés, Terrassen und ein Restaurant errichtet. Dort wird es kein ungesundes Fastfood geben, sondern Gerichte, die auf einer gesunden und natürlichen Basis entstehen. Ob dazu auch Geflügelprodukte und Schweineschnitzel gehören, ist bislang nicht bekannt. Darüber hinaus wird es Kletterwände, einen Lasersaal und zahlreiche andere Attraktionen geben. Diese begeistern nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen.

Neue Arbeitsplätze entstehen

Wie der Direktor von Holiday Club Canarias, Calvin Luckoc, anlässlich des Beginns der Arbeiten mitteilte, werden alle baulichen Angelegenheiten von kanarischen Unternehmen mit einheimischen Arbeitern durchgeführt, die Spielgeräte stammen von dem finnischen Partner Lappset. Arbeit gibt es aber natürlich nicht nur während der Bauphase, sondern auch dann, wenn der Park in Betrieb geht. Die Ausschreibung zur Besetzung der in der Zone dringend benötigten Arbeitsplätze wird in den nächsten Tagen beginnen.

Für Puerto Rico, das in der Vergangenheit besonders bei englischen Urlaubern beliebt war, ist der neue Park eine gute Möglichkeit, weitere Kundengruppen zu erschließen. Mit derartigen Angeboten, die natürlich nicht mit anderen Megaprojekten konkurrieren können und wollen, werden Attraktionen geschaffen, die schnell zu realisieren sind und auf Grund der Bekanntheit des Themas rasch zu wertvollen Publikumsmagneten werden können. Kleinere Parks wie dieser haben durchaus eine Chance, solange das Thema beliebt und gefragt ist. Sollte das Interesse an den zornigen Vögeln und ihren grünen schweinischen Feinden einmal zurückgehen, wird es sicherlich nicht schwierig sein, neue Protagonisten zu finden. Die Installationen sind vorhanden, eine neue Dekoration schnell umgesetzt. Klein bedeutet in der Regel auch flexibel, und das ist in einer Zeit, in der die Menschen in immer kürzer werdenden Abständen nach neuen Anreizen verlangen, nicht die schlechteste Voraussetzung, um auf veränderte Interessen und Bedürfnisse zu reagieren.