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Wandern auf La Palma – eine aufregende Vulkantour im Süden der Insel

Spaziergang auf dem Kraterrand des Vulkan San Antonio
Heute befinden wir uns im Süden der grünen Insel La Palma. Dort geht es auf einem großen Rundkurs vom Besucherzentrum in Los Canarios herunter an die Südspitze der Insel, zum Faro de Fuencaliente. Unterwegs wandern wir über den Kraterrand des mächtigen Vulkans San Antonio. Auf der Weiterwanderung geht es durch Weinberge und Lavalandschaften zum Gipfel des „jungen“ Vulkans Teneguía, von dessen Kraterrand wir eine herrliche Sicht über den Süden von La Palma und die Nachbarinseln genießen können.
Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz am großen Besucherzentrum, das unterhalb des Ortes Los Canarios auf 650 Höhenmetern liegt.

Bei der Einfahrt auf den Parkplatz ist pro Person ein Betrag von 5 Euro zu entrichten. Doch in dem gekauften Ticket ist bereits der Eintritt zum Besucherzentrum und zum Besuch des Kraterrandes des Vulkans San Antonio enthalten. Diese beiden Attraktionen der Wanderung, sollte sich hier am Beginn der Vulkantour im Süden keiner entgehen lassen. Denn die Informationen über die Geologie und die Vulkantätigkeiten der Insel, die bis in die jüngste Gegenwart sehr informativ im Besucherzentrum dargestellt sind, sind den Besuch genauso wert, wie der anschließende Rundgang über den Kraterweg des San Antonio.

Dieser Vulkan entstand im November des Jahres 1677 und behielt seine vulkanische Tätigkeit bis zum November des Folgejahres bei. Von dem Aussichtspunkt am Ende des breiten Kraterweges genießen wir einen ersten wunderbaren Ausblick über die großen Lavafelder und den Vulkan Teneguía. Auch der Blick herunter in den gewaltigen Krater, der seit dem letzten Ausbruch wieder mit junger grüner Kiefer überwuchert wird, ist mehr als beeindruckend.

Über den „alten“ Roque zum „neuen“ Vulkan Teneguía

Nach diesem gemächlichen Einstieg wandern wir mit dem rot weiß markierten Wanderweg E7 – GR 131, der oberhalb des Parkplatzes vor dem Besucherzentrum beginnt, auf einem schmalen Pfad zwischen angelegten Weinbergen und Kiefernwald am Vulkanrand des San Antonio bergab. Der nach Faro Fuencaliente beschilderte Weg führt uns in kleinen Kehren steil bergab. Auf halber Höhe des Vulkans, mündet der schmale Weg auf einem Fahrweg, dem wir links herum folgen.

Wir wandern oberhalb der Südwestküste la Palmas, auf die sich großartige Ausblicke eröffnen. Nach einiger Zeit sehen wir den Roque und den Vulkan Teneguía rechts vor uns liegen. Ein Weg, der keinerlei Ausschilderung aufweist, zweigt scharf rechts von dem Fahrweg ab. Er ist dennoch nicht zu verfehlen, da er weithin sichtbar zu den Felsen und dem Vulkan Teneguía hinab führt. Unser Weg leitet uns auf einem kleinen Serpentinenweg, der mit Steinen eingefasst ist, herunter zu dem Roque Teneguía, der uns mit seinem auffälligen hellen Gestein bereits von der Ferne entgegenleuchtet. Auf diesem Felsen, der weitaus älter als der relativ neue Vulkan Teneguía ist, befinden sich Felsgravuren der Ureinwohner der Insel.

Vulkan Teneguía

Am Roque Teneguía führt der Weg links vorbei. Danach geht der schmale Pfad ein wenig bergab und leitet uns dann über bzw. neben einem abgedeckten Wasserkanal links herum Richtung Süden. Kurz bevor wir auf ein großes Wasserstaubecken stoßen, steigen wir von dem Kanal herunter und gehen auf einem breiten Fahrweg weiter Richtung Vulkan Teneguía.
Bereits nach kurzer Zeit führt uns der Fahrweg an den Fuß des Vulkans Teneguía. Hier brach im Jahr 1971 ein Vulkan aus, der den heutigen Vulkan Teneguía mit einer Höhe von 439 Metern erst entstehen ließ. Einen Monat lang dauerte die jüngste Vulkanaktivität auf der Insel.

Ein kleiner Pfad führt für den Interessierten weiter hinunter in den Krater. Der Aufstieg ist hingegen auf einem deutlich markierten Pfad möglich. Dieser führt uns zunächst rechts herum und dann links über einen schmalen Kamm und Felsen hinauf zum Kraterrand. Auf diesem Streckenabschnitt der Wanderung ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Außerdem weht hier oben zumeist ein recht starker Wind.

Wer sich diesem kleinen Ausflug auf den Vulkangipfel nicht zutraut, der kann auch die gute Aussicht über die bizarre Landschaft vom Nordrand des Kraters aus genießen. Für die, die den schmalen windigen Pfad nicht scheuen, geht es eine kurze Zeit steil am Grat des Kraterrandes bergan. Oben angekommen ist über den Südrand des Kraters noch einen Ausflug über den Grat zum weit vorgelagerten Gipfel möglich. Die Aussicht auf die Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro ist bei klarer Sicht garantiert. Und auch unser Ziel die Südspitze der Insel, Faro Fuencaliente rückt in unser Blickfeld.

Hinab zum Leuchtturm und den Salinen

Nachdem wir unsere zweite große Vulkanbesteigung auf dieser Tour hinter uns gebracht haben, geht es auf einem Pfad östlich am Teneguía vorbei. Wer nun bereits genug gewandert ist und nicht mehr zur Küste hinabsteigen will, der kann auf einem Pfad nördlich des Teneguía hinauf zum breiten Fahrweg unterhalb des San Antonio wandern. Der Fahrweg führt ihn rechts um den San Antonio herum. In einem großen Weinanbaugebiet trifft der Fahrweg auf den Wanderweg, der von Faro de Fuencaliente zurück zum Besucherzentrum führt. Hier geht es links zusammen mit den „Küstenwanderern“ zurück den Berg herauf (genaue Beschreibung siehe unten).

Wir aber wandern zunächst mit dem rot weiß ausgeschilderten Wanderweg E7 – GR 131 abwärts in Richtung Faro de Fuencaliente. Der Wanderweg führt uns über große Lavafelder. Auf dunklen mit Steinen eingefassten Sandwegen geht es in einem weiten Bogen ständig bergab in Richtung Küste. Nach einiger Zeit sehen wir Faro de Fuencaliente mit den Leuchttürmen und die Salinenfelder bereits vor uns liegen. Wir wandern weiter bergab und kreuzen die Landstraße LP-207. Schräg gegenüber setzt sich der Wanderweg fort, der uns nun nach kurzer Zeit auf einen Parkplatz und die Straße zum Leuchtturm bringt.

Hier können wir den alten Leuchtturm mit Besucherzentrum, den neuen Leuchtturm und die Salinen ansehen. Wer mag, kann auch ein Bad an dem nahe gelegenen Strand nehmen. Ein neuer Restaurationsbetrieb lädt mit einer großen Aussichtsterrasse zu einer kleinen Kaffeepause ein. Auf dem Parkplatz wartet der Bus auf müde Wanderer, die sich die anstrengende Rücktour lieber aus dem Busfenster anschauen wollen.

Steil Bergauf durch grüne Weinfelder auf La Palm

Doch wer noch genügend Energie kann, macht sich von hier unten nun auf den Rückweg. Es gilt nun die 650 Höhenmeter zum Besucherzentrum am Vulkan San Antonio zurück zu bewältigen. Zunächst geht es ein Stück auf der Straße (Ctra. la Costa el Faro) entlang. Nach kurzer Zeit mündet die Straße in die Landstraße LP 207. Doch kurz vorher zweigt rechts ein breiter Fahrweg Richtung Las Cabras von der Straße ab. Diesem Weg, der uns immer leicht bergauf hinter Windrädern und einem Kieswerk vorbei führt, folgen wir. An mehreren Gabelungen, wählen wir immer die linke, bergauf führende Piste, die kurz nach den Windrädern mit rot weißen kleinen Säulen markiert ist. Nun geht es steil und beschwerlich bergauf. Wir gewinnen in der dunklen Lavalandschaft schnell an Höhe.

Nach ca. einer halben Stunde kreuzen wir wieder die Landstraße LP-207. Kurze Zeit später stoßen wir wiederum auf die Landstraße, der wir ca. 50 Meter nach links folgen. Dann setzt sich der Wanderweg, der weiter mit den rot weißen Säulen markiert ist, geradeaus fort. Eine weitere halbe Stunde später gelangen wir nach steiler bergauf Wanderung in ein grünes Weinbaugebiet. Und noch einmal kreuzen wir die Landstraße LP-207. Wenig später gelangen wir auf einen breiten Fahrweg, den wir ca. 10 Minuten nach links folgen. Dies ist der Fahrweg, der zum Vulkan Teneguía führt. Wer die kleine Rundtour gemacht hat, kommt nun von der anderen Seite.
Gemeinsam geht es auf der östlichen Seite des Vulkans San Antonio noch einmal steil bergauf. Ober am Hang angekommen, stoßen wir auf einen breiten Fahrweg, der uns nun gemächlich weiter ansteigend zurück zum Parkplatz des Besucherzentrums an der Nordflanke des San Antonio zurückführt.

Informationen:

Höhenunterschied: ungefähr 650 Meter vom Ausgangspunkt, dem Besucherzentrum in Los Canarios. Doch durch Ab- und Aufstiege sind auf der gesamten Tour insgesamt ca. 780 Höhenmeter zu bewältigen.
Anforderung: Es handelt sich um eine einfache bis mittelschwere 14 Kilometer lange Wanderung. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist bei der Besteigung des Vulkans Teneguia erforderlich. Der Kraterrundweg um den San Antonio ist hingegen breit und gut gesichert. Auch die restliche Wanderroute verläuft zumeist über sehr gut ausgezeichnete Wanderwege.

Startpunkt: Anreise mit dem Pkw von Santa Cruz de La Palma oder von Los Llanos auf der Landstraße LP-2. In Los Canarios auf der Straße LP-209 Richtung Las Indias zum Besucherzentrum (La Casa del Volcán) herunter fahren. Der Pkw kann auf dem Parkplatz am Besucherzentrum abgestellt werden. Die Kosten für den Parkplatz betragen pro Person 5 Euro. Diese sind aber zugleich der Eintritt für das Besucherzentrum und die Kraterwanderung zum Vulkan San Antonio. Wer nicht mit dem eigenen Fahrzeug anreisen möchte, kann mit den Buslinien 200 und 201 über Los Llanos oder Santa Cruz de La Palma hierher kommen.

Wer nur den halben Weg machen möchte oder die Tour teilen möchte, der kann auch von Faro de Fuentecaliente mit den Buslinien 200,201, 203 heimwärts fahren. Auch besteht die Möglichkeit gleich nach Faro de Fuentecaliente zu fahren und dann die Tour bergauf in zwei Varianten zum Besucherzentrum zu laufen.
Wer nicht ganz an die Küste herunter möchte, der kann auch einen kleineren Rundweg um den Vulkan San Antonio gehen.
Zeit: reine Wanderzeit für die große Rundtour: ca. 5 Stunden.
Hinweise: Der Aufstieg über den schmalen Berggrat zum Vulkan Teneguia erfordert Trittsicherheit. Bei Sturm und schlechtem Wetter ist auf den Berggraten der Vulkane äußerste Vorsicht geboten.

Artikel von Dagmar von Siebeninseln