Vulkanismus auf den Kanarischen Inseln

Die kanarische Inselgruppe, auch Kanarisches Archipel genannt, umfasst mehrere unbewohnte und acht bewohnte Inseln. Geologisch gehören sie zu Afrika und politisch zu Spanien. Die Inseln sind vor rund 15 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivitäten entstanden. Das was im Moment von den Kanaren sichtbar ist, macht nur fünf Prozent des gesamten Vulkangesteins der Region aus. Auch auf Teneriffa findet man noch heute aktive Vulkane. Der Vulkanismus der Insel ist einerseits eine Touristenattraktion, kann andererseits aber auch hohe Risiken bergen.

Die Vulkaninseln als Touristenattraktion und Gefahrenquelle

Früher dachte man, dass die Kanarischen Inseln durch eine Absplitterung vom afrikanischen Kontinent und durch Kontinentalplattenverschiebung entstanden. Mythen rankten sich um die Kanaren und sogar die Theorie, dass es sich bei den Inseln um das versunkene Atlantis handelte, kamen auf. Doch heute weiß man: Die Entstehung der kanarischen Inseln Lanzarote, Fuerteventura, El Hierro, La Gomera, La Palma, Gran Canaria, Teneriffa und La Graciosa begann vor mehr als 36 Millionen Jahren durch vulkanische Eruptionen.

Die Inseln entstanden durch Vulkanismus unter der Meeresoberfläche. Sie waren einst Vulkanberge, die aus über 3000 m Meerestiefe gewachsen sind. Über die Jahrmillionen gab es immer wieder Vulkanausbrüche, die die heutigen Inseln entstehen ließen. Teile dieses Gesteins sind noch immer vulkanisch aktiv, sowohl auf dem Land als auch unter Wasser. Aktuell sind mindestens 30 Vulkane auf den Kanaren verzeichnet.

Vulkane auf Teneriffa

Teneriffa ist mit dem Teide (3,718m), dem höchsten Berg Spaniens, und 2.034 km² die dritthöchste Vulkaninsel der Erde. Neben dem Teide besitzt Teneriffa noch einige weitere Vulkane, die der Insel ihre charakteristischen Gebirgszüge verleihen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde auch Teneriffa von einigen Filgen des Vulkanismus heimgesucht. Von 1704 bis 1706 kam es zu drei großen Vulkanausbrüchen und auch in den Jahren 1798 und 1909 wurden Teile der Insel von Asche und Lava verwüstet. Bis heute stößt auch der Teide geringe Mengen Schwefeldioxid aus. Diese ist in keinster Weise gesundheitsschädlich, weißt jedoch auf eine geringfügige vulkanische Aktivität hin.

Um die legendären Vulkane Teneriffas kennenzulernen eignet sich der Nationalpark Las Cañadas del Teide besonders gut. Der Teide bildet die Hauptattraktion, doch auch die anderen Vulkane der Insel lassen sich von den verschiedenen Aussichtspunkten aus betrachten. Unter anderem sind der Vulkan Pico Viejo mit 3.135 Metern Höhe und die Vulkane Boca Cangrejo, Trevejo und Chinyero der Südseite zu sehen. Eine Beschreibung der schönsten Wanderungen findet Ihr unter https://www.private-holiday.de/blog/wandern-auf-dem-teide/ .

Der Vulkanismus ist auf den Kanaren Teil des Alltages und lockt Jahr für Jahr viele Touristen an, die die Ausmaße dieses Naturphänomens beobachten und erkunden wollen. Auf den Inseln sind die verschieden alten Lavaströme noch deutlich auszumachen und erzählen somit die Geschichte zur Entstehung der Kanarischen Inseln.

Teneriffa besitzt eine Vielzahl an Vulkanhöhlen, die dadurch entstanden, dass bei einem Magmafluss, die Lava an der Oberfläche erkaltet und unten drunter weiterfließt. Unter anderem entstand so auch die Cueva del viento, die viertgrößte Vulkanhöhle der Welt, bei Icod de los Vinos auf Teneriffa. Heute werden unter anderem Erkundungen und Führungen für Touristen angeboten und, durch geschulte Reiseführer, anhand der Felsformationen die Geschichte der Insel erläutert. Auf die gleiche Weise, auf die auch Vulkanhöhlen entstehen, sind auf Teneriffa auch einige Barrancos entstanden. Barrancos sind vulkanische Gesteinsröhren, die die Inseln unterirdisch durchziehen. Diese münden meist Unterwasser in den Atlantik und erzeugen gefährliche Unterwasserströmungen oder Wasserhöhlen. Leider wird diese Gefahr von Touristen oft nicht erkannt, was immer wieder zu tödlichen Badeunfällen führt, wie im Mai 2021 bei der Höhle Tancón – https://www.private-holiday.de/blog/die-hoehle-el-tancon/.

Vielfalt durch Vulkanismus

Durch die extrem fruchtbaren Vulkanböden ist in der Region eine der weltweit größten Artenvielfalten entstanden. Man findet einerseits eine reine und andererseits eine wilde Natur. Vor allem Teneriffa ist ein einzigartiges Beispiel für die Vielseitigkeit von Vulkaninseln. Die karge Vegetation im Süden und ein grüner und ausgeprägter Norden lassen auf die vulkanische Vorgeschichte der Insel schließen. Ein hoher Berg in der Mitte und zerklüftete Küsten lassen Rückschlüsse auf die Entstehung durch viele verschiedene Eruptionen und Lavaströme zu. Die Klippen und Berge, die grünen Wälder und die trockenen Felder kann man schon beim Anflug auf Teneriffa vom Flugzeug aus beobachten.

Auch das einzigartige Gebirgsmassiv der Masca-Schlucht ist durch Erdrutsche und Beben entstanden. Die Route hoch zum Bergdorf ist eine Attraktion für sich und Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen, welche unter folgendem Link beschrieben werden: https://www.private-holiday.de/blog/wanderung-mascaschlucht/. Mit einem Blick in die Schlucht schaut man nicht nur auf beeindruckende Formationen des Gesteins, sondern auch in die vulkanische Vergangenheit der Insel.

Buenavista del Norte, eine kleinen Gemeinde im Norden Teneriffas, lockt aus dem gleichen Grund mit ihren einzigartigen Wanderwegen und atemberaubenden Aussichten auf Meer und Gesteinsformationen zahlreiche Touristen und Naturbegeisterte an. Auch dieser Teil der Insel ist durch das Abrutschen von Erdmassen bei vulkanischen Eruptionen entstanden.

Auf der ganzen Insel findet man auch immer wieder schwarze und rötliche Sandstrände, die als vulkanisches Erbe der Insel gelten. Unter anderem entstanden auch die Klippen von Los Gigantes mit mehreren hundert Metern Höhe und die beeindruckenden Steilküsten des Teno-Gebirges durch geologische Aktivitäten und die Erosion des Meeres.

Der Pinienwald des Naturparks Corona Forestal ist das perfekte Beispiel, dafür wie sich nach einigen Jahren auch die Vegetation und die Tierarten vollkommen an den extremen vulkanischen Boden anpassen. Hier findet man, immer mit dem blau des Meeres im Augenwinkel, die verschiedensten endemischen Tier- und Pflanzenarten. Von kanarischen Pinien über Kastanienbäume bis zu Höhlen aus Sandstein ist hier alles zu finden. Fledermäuse und Brutvögel, sowie Gekos und Tauben sind hier zu Hause. Der Vulkanische Boden und das günstige Klima bilden mit dem fruchtbaren Boden exzellente Ausgangsbedingungen für eine rasante Entwicklung der Flora und Fauna.

Durch den Vulkanismus rund um die Insel entstanden also auf knapp 2.000 Quadratkilometern außerordentlich unterschiedliche und beeindruckende Landschaften und eine große biologische Artenvielfalt, die Touristen immer wieder gerne besuchen und betrachten. Teneriffa bietet tiefe Schluchten, dichte Wälder, Vulkanwüsten und Strände mit hellem und dunklem Sand. All dies liegt nur wenige Kilometer voneinander entfernt und bietet die Gelegenheit Einmaliges zu erleben. Der perfekte Ausgangpunkt für diese Erkundungen ist ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung auf der Kanareninsel.

Risiken eines Lebens auf Vulkaninseln

Doch birgt ein Leben in einem aktiven Vulkangebiet auch bestimmte Risiken. Genau dies erleben im Moment die Menschen auf La Palma. Der Cumbre Vieja ist nach 50 Jahren erneut ausgebrochen. Angekündigt durch zahlreiche Eruptionen, Beben und Explosionen bahnen sich seit September 2021 mehrere Lavaströme einen Weg zum Meer. Auf dem Weg dorthin zerstörte die Lave zahlreiche Häuser zerstört und bedeckte schon über 400 Hektar Land. Das Terrain der Insel ist durch den Lavafluss ins Meer schon um einige Hektar gewachsen. Durch die schnelle Reaktion der Behörden und Rettungskräfte ist noch kein Mensch zu Schaden gekommen. Notfallpläne mit Evakuierungen konnten schnellstmöglich ausgeführt werden.

Seit 2006 existiert ein Vulkanisches Institut auf der Kanareninsel Teneriffa. Dort wird unter kanarenweiter Bündelung von wissenschaftlichen Daten und Erkenntnissen, jede vulkanische Aktivität genaustens überwacht und aufgezeichnet. Durch die Analyse dieser Daten können Vorzeichen eines Vulkanausbruchs und vulkanische Beben recht genau bestimmt und die Notfallpläne eingeleitet werden. Um eine schnelle und effektive Ausführung dieser Pläne zu gewährleisten gibt es im aktiv vulkanischen Gebiet die Vulkan-Ampel. Bei den verschiedenen Warnstufen wird ein bestimmtes Handeln der Anwohner erforderlich. Unter normalen Bedingungen steht die „Ampel“ auf Grün und es wird keine ungewöhnliche vulkanische Aktivität verzeichnet. Bei Ampelstufe Gelb informiert man die zuständigen Behörden. Die Bevölkerung wirdüber die vulkanischen Aktivitäten aufgeklärt und auf dem Laufenden gehalten. Bei Stufe Rot findet ein aktiver Vulkanausbruch statt und Rettungsstellen werden informiert. Notfallpläne treten in Kraft und die Rettungskräfte müssen schnell handeln. Die Anwohner der verschiedenen Regionen werden über Evakuierungen oder Ausgangsperren informiert.

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Die vulkanischen Aktivitäten um die Kanaren dauern an. Nicht nur durch die aktiven Vulkane der Inseln, sondern auch durch sogenannte „Seamountains“, Vulkane unter Wasser, vergrößert sich das Kanarische Archipel laufend. Mit jedem Vulkanausbruch werden Lebensräume verändert, zerstört oder geschaffen. Es entstehen neue Lebensformen und andere werden beseitigt. Genau das macht die Faszination der Vulkane und speziell der Kanarischen Inseln aus. Durch die große Artenvielfalt und das traumhafte Klima werden die Inseln auch „Las Islas Afortunadas – Die mit Glück gesegneten Inseln – genannt. Zu Recht, wie jeder das Glück hatte hier einmal eine Zeit lang zu verweilen, bestätigt.

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