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Von der Müllhalde zum Botanischen Garten

Foto aus dem Archiv - Palmengarten

Bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde hier noch der Müll der Hauptstadt Teneriffas abgeladen, doch nun stehen auf dem unterirdisch gelagerten Abfall Palmen aus aller Welt in einer wunderbar angelegten Gartenlandschaft. Ab sofort kann man dieses kleine Paradies neben dem Parque Maritimo von Santa Cruz auch besuchen. In den nächsten Wochen gibt es allerdings noch einige Einschränkungen. Bis im November die Pforten ganz weit öffnen, dürfen zunächst einmal Gruppen von maximal 40 Personen den Park bei geführten Touren entdecken.

Förderung des Umweltbewusstseins wichtiges Anliegen

Besonders Schulklassen will man die Attraktionen des Botanischen Gartens näher bringen. Auf den Erziehungsauftrag wollen die Verantwortlichen auch in Zukunft großen Wert legen. Umweltschutzthemen und die Förderung des Bewusstseins für ökologische Themen sollen weiterhin wichtige Aspekte beim Besuch des Parks sein. Was in diesem Bereich möglich ist, wird auf der 112 Hektar großen Fläche besonders deutlich.

Die Umwandlung einer Müllhalde in einen der größten Palmengärten Europas ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus einer ehemaligen Problemfläche ein Ort der Erholung inmitten einer Stadt schaffen kann, auch wenn wahrscheinlich niemand so ganz genau wissen will, was tatsächlich alles unter der grünen Decke deponiert ist.

Zu sehen ist jetzt jedenfalls ein wunderbarer Park mit insgesamt mehr als 1.400 verschiedenen Pflanzen. Besonderes Gewicht wurde dabei – wie der Name Palmétum schon vermuten lässt – auf die Präsentation von fast 500 unterschiedlichen Palmenarten aus aller Welt gelegt. Es ist eher eine Gartenschau, auf der man sich an botanischen Attraktionen erfreuen kann, als ein Stadtpark, in den man geht, um mit Freunden zu grillen oder den Hund auszuführen. Letztere werden übrigens keinen Zutritt zum Palmétum erhalten. Gassi gehen wird in diesem Botanischen Garten nicht möglich sein.

Endgültige Eintrittspreise müssen noch festgelegt werden

Uneinig sind sich die Stadtväter noch darüber, wie hoch das Eintrittsgeld in den Park sein soll. Bis zur endgültigen Freigabe im November wird darüber wahrscheinlich noch viel diskutiert werden. Für die glücklichen Besucher, die bereits jetzt den Garten auf einer geführten Tour entdecken dürfen, gilt ein eher als symbolisch zu betrachtender Obolus. Einwohner von Santa Cruz zahlen einen Euro, alle anderen Besucher das Doppelte. Demnächst werden die Preise jedoch wahrscheinlich um einiges höher ausfallen, auch wenn die üblichen Verdächtigen wie Rentner, Arbeitslose und kinderreiche Familien mit Sonderpreisen in den Park gelockt werden sollen. Bei den derzeitigen Arbeitslosenzahlen in Spanien wird es dann wahrscheinlich eine Minderheit sein, die den regulären Eintrittspreis bezahlen muss, wie hoch der auch immer sein mag.

Anmeldung zu geführten Touren erforderlich

Wer nicht länger warten will und das Palmétum schon jetzt besuchen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 922 534 477 bei der Fundación Santa Cruz Sostenible für eine der geführten Erkundungstouren anmelden. Diese finden lediglich am Wochenende statt. Freitags und samstags jeweils um 17.30 Uhr und 19.30 Uhr sowie sonntags um 10.30 Uhr. Alle, die auf eigene Faust erkunden wollen, was auf dem Müll von Santa Cruz in fast zwei Jahrzehnten gewachsen ist, müssen sich noch ein paar Wochen bis zum November gedulden.