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Volksfeststimmung bei den königlichen Umzügen

Auch auf den Kanarischen Inseln gab es gestern wohl keine Familie mit Kindern, die zu Hause geblieben wäre. Wenn die Könige auf ihren Kamelen oder in ihren prächtigen Karossen durch die Orte ziehen, um den Kindern ihre Geschenke zu bringen, herrscht so etwas wie eine Anwesenheitspflicht.

200.000 Menschen begleiteten den Zug der Könige

In Santa Cruz auf Teneriffa sprechen Beobachter von bis zu 200.000 Besuchern, die die Könige auf ihrem Weg begleitet haben. Im Stadion Heliodoro, wo die Weisen aus dem Morgenland begrüßt wurden, waren es immerhin mehr als 20.000 Erwachsene und Kinder, die eine Eintrittskarte für die Auftaktveranstaltung ergattert hatten. In unmittelbarer Umgebung waren die Heiligen Drei Könige am späten Nachmittag mit einem Hubschrauber eingetroffen und von einer begeisterten Menge begrüßt worden. Zunächst gab es aber einen kurzen Schock für die Kinder, als die Moderatorin des Spektakels eine erschreckende Nachricht verkündete. Sie erzählte, dass alle Geschenke der Könige auf der langen Reise der Weisen aus dem Morgenland verloren gegangen seien. Die Hiobsbotschaft stellte sich am Ende aber als klassische Falschmeldung heraus, sodass die Kleinen schließlich doch noch zu ihren heiß ersehnten Geschenken kamen.

Phantasievolle Parade in Las Palmas

Auch in der Hauptstadt Gran Canarias wurden die Stars des Abends von einer riesigen Menschenmenge im Parque Santa Catalina empfangen. In Las Palmas sollen es etwa 150.000 begeisterte Fans gewesen sein, die den Zug der Boygroup aus dem Morgenland begleitet haben. Im Gegensatz zu Teneriffa reisten die Könige hier aber nicht mit einem protzigen Hubschrauber an, sondern mit einem nicht weniger standesgemäßen Schnellboot. Vom Hafen aus ging es in den nahegelegenen Park, wo die große Cabalgata mit Kamelen, Prunkwagen und mehr als 500 phantasievoll verkleideten Begleitern der Könige startete. Mystisch anmutende Vögel, bekannte Wesen aus dem Herrn der Ringe und zahlreiche andere Figuren aus alten und neuen Geschichten machten den Zug der Könige durch Las Palmas schon fast zu einem Karnevalszug. Konfetti und Kamelle taten ein Übriges, um diesen Eindruck noch zu verstärken.

Pferdekutschen kehren zurück

Für die Besucher des Parque Santa Catalina gab es neben den Geschenken von den Reyes aber noch eine ganz besondere Überraschung. Seit neuestem sind die Pferdekutschen, die sogenannten Tartanas, in die Hauptstadt Gran Canarias zurückgekehrt. In den sechziger Jahren waren diese Gefährte bei Touristen und Einheimischen ein beliebtes Mittel, um die Stadt zu erkunden. In den 70er Jahren verschwanden sie dann langsam, kamen aber einige Jahre später noch einmal zurück, um kurze Zeit später endgültig aus dem Straßenbild zu verschwinden.

Auf Grund des Kreuzfahrerbooms hat sich die Stadt jetzt jedoch entschlossen, drei Unternehmern die nötige Lizenz zu erteilen, die sie berechtigt, den Menschen die Stadt auf festgelegten Routen näher zu bringen. Neben einer kleinen Runde, die durch die gute Stube der Stadt, den Parque Santa Catalina führt, ist noch eine längere Strecke durch das Viertel entlang des Strandes Las Canteras im Angebot. Für die kürzere Strecke sind pro Person 2 Euro an den Kutscher zu entrichten. Die große Runde schlägt mit insgesamt 30 Euro zu Buche.