Schlechtwetterfront zwischen Teneriffa und Agaete teilweise steckengeblieben

Die westlichen Inseln des kanarischen Archipels hat das Unwetter mittlerweile in Richtung des afrikanischen Kontinents verlassen. Auf ihrem Weg dahin hat sie jedoch auf Teneriffa und zum Teil auch auf Gran Canaria noch für heftige Regenfälle und starke Windböen gesorgt. Besonders die größte Insel der Kanaren hatte dabei mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Neben überfluteten Straßen, umgestürzten Strommasten und Bäumen sowie Stromausfällen, waren auch erhebliche Einschränkungen im Verkehr zu verzeichnen. So sorgte gestern Abend ein Vorfall auf dem Flughafen von Los Rodeos kurzzeitig für Schrecken. Eine Maschine der Fluggesellschaft Binter Canarias mit 51 Passagieren an Bord war von Gran Canaria kommend bei der Landung auf Teneriffa wegen starken Windes und schlechter Sicht auf Grund des starken Regens von der Piste abgekommen. Glücklicherweise konnten die Piloten die Situation letztendlich doch noch bewältigen, sodass sowohl die Fluggäste als auch die Mannschaft den Flieger unbeschadet verlassen konnten.

Schulen auf Teneriffa bleiben auch heute geschlossen

Nachdem die staatliche Wetterbehörde zunächst davon ausgegangen war, dass auch auf Teneriffa die heftigen Regenfälle in der vergangenen Nacht abziehen und das Leben auf der Insel heute wieder in geregelten Bahnen verlaufen würde, musste sie diese Aussichten in den frühen Morgenstunden korrigieren. Obwohl man zunächst meldete, dass am heutigen Donnerstag auf allen Inseln die Schulen wieder öffnen, konnte man diese Ankündigung für Teneriffa nicht umsetzen. Als einzige der Kanarischen Inseln bleiben hier auch heute die Lehranstalten weiterhin geschlossen, da man immer noch mit extremem Wetter rechnen muss.

Auf Gran Canaria dagegen kann man zunächst einmal aufatmen. Besonders in den höheren Lagen der Insel hatte man mit schwersten Unwettern gerechnet, die am Ende aber doch nicht so heftig ausgefallen sind, wie zunächst befürchtet. Dass es auf der runden Insel in der letzten Nacht vergleichsweise ruhig zugegangen ist, lag daran, dass die Unwetter zwischen Teneriffa und Agaete vorübergehend stecken geblieben sind und sich die heftigen Gewitter und Regenmassen ausgiebig über dem Meer zwischen den Inseln entladen haben.

Noch keine endgültige Entwarnung

Dennoch kann auch auf Gran Canaria noch keine endgültige Entwarnung gegeben werden. Die Rettungsmannschaften und Freiwilligen Feuerwehren sind weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft, da nicht völlig auszuschließen ist, dass es heute doch noch zu wetterbedingt außergewöhnlichen Situationen kommen kann. Erst zum Wochenende hin rechnen die Wetterforscher nach ihren vorläufigen Prognosen mit einer endgültigen Beruhigung der extremen Wetterlage auf dem gesamten Archipel. Bis dahin sollten nicht nur die verantwortlichen Krisenmanager mit gesteigerter Aufmerksamkeit die Nachrichten verfolgen, sondern auch die Bevölkerung.

Welche Schäden das Unwetter in den vergangenen Tagen insgesamt angerichtet hat, wird erst in den nächsten Tagen bekannt werden. Nach einer noch nicht bestätigten vorsichtigen ersten Bilanz halten sie sich angesichts des doch recht heftigen Wetters allerdings wohl in Grenzen. Abgesehen von umgestürzten Bäumen und Stromausfällen sind bislang, auch bei Überflutungen, keine besonders gravierenden Schäden bekannt geworden. Ob dies am Ende so bleibt, wird wahrscheinlich erst zu Beginn der nächsten Woche zu sagen sein, wenn das Unwetter endgültig abgezogen ist und das Leben auf den Kanaren wieder zur Normalität zurückkehren kann.