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Tierarzt verwechselt Arbeiter mit Gorilla

Ein recht skurriler Arbeitsunfall ereignete sich am vergangenen Montag im Loro Park auf Teneriffa. Ein 35 Jahre alter Arbeiter des bekannten Tierparks wird diesen Tag wahrscheinlich sein Leben lang in Erinnerung behalten. Schließlich ist es bestimmt keine alltägliche Angelegenheit, mit einem Gorilla verwechselt und mit einem Betäubungsgewehr außer Gefecht gesetzt zu werden.

Angefangen hat die Geschichte gegen 11.40 Uhr am Montag, als bei der Polizei ein Notruf einging, in dem der Ausbruch eines Gorillas aus dem Loro Park gemeldet wurde. Dieser Notruf war jedoch Teil einer Übung, die die Mitarbeiter des Zoos in regelmäßigen Abständen in Verbindung mit den Sicherheitskräften durchführen, um einen etwaigen Ernstfall zu üben.

Um zu verhindern, dass der vermeintliche Ausbrecher Besuchern Schaden zufügen kann oder gar das Gelände des Parks verlässt, wurde sogleich eine groß angelegte Suchaktion nach dem freiheitsliebenden Affen organisiert, die von Mitarbeitern des Zoos und der Polizei gemeinsam durchgeführt wurde. Ebenfalls dabei war ein Tierarzt, der seit zwei Monaten in dem Park beschäftigt ist. Scheinbar war diesem neuen Mitarbeiter nicht wirklich klar, dass es sich bei dem ausgelösten Alarm um eine Übung handelte. Er ging also mit einem Betäubungsgewehr bewaffnet auf die Jagd nach dem tierischen Ausbrecher. Schon bald wurde er auch eines stattlichen Exemplars dieser Menschenaffenrasse ansichtig, das sich außerhalb des Geheges aufhielt. Er zögerte nicht lange und brachte das Geschöpf mit einem gezielten Schuss ins Bein zur Strecke.

Täuschend echtes Kostüm machte Arbeiter zum Affen

Das Problem bei der Sache war jedoch, dass es sich bei seiner Jagdbeute keinesfalls um einen echten ausgebrochenen Gorilla handelte, sondern um einen Arbeiter des Parks. Der hatte sich im Rahmen der Übung in ein scheinbar recht authentisches Kostüm gezwängt, um das Manöver realistischer zu gestalten. Dies ist ihm wohl besonders gut gelungen. Jedenfalls war der Tierarzt von seiner Vorstellung derart überzeugt, dass er ihn mit einer Beruhigungsspritze aus seinem Gewehr außer Gefecht setzte. Die Dosis der Spritze war so ausgelegt, dass sie für einen 200 Kilogramm schweren Menschenaffen ausgereicht hätte. Für den scheinbar nicht ganz so gewichtigen Zoomitarbeiter reichte diese Menge auf jeden Fall aus, und er verlor nahezu umgehend das Bewusstsein. Zuvor muss es ihm jedoch noch gelungen sein, sich seiner irreführenden Verkleidung zu entledigen. Als ihn seine Häscher in der Nähe des Affengeheges fanden, war er nur noch mit seiner Unterwäsche bekleidet.

Nun könnte man die Sache mit einem Schmunzeln auf den Lippen abtun, wäre da nicht der allergische Schock, den der Arbeiter durch das großzügig verabreichte Betäubungsmittel erlitten hat. Durch diesen Umstand wurde die Übung am Ende doch noch zu einem echten, wenn auch anders gearteten Notfall. Schwer verletzt wurde der Affendarsteller ins Krankenhaus der Universität der Kanaren gebracht, wo er ein Gegenmittel gespritzt bekam und sein Zustand durch die Ärzte stabilisiert werden konnte.

Juristisches Nachspiel

Die je nach Blickwinkel misslungene oder äußerst erfolgreiche Übung wird jedoch jetzt noch ein juristisches Nachspiel haben. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die zuständigen Stellen zur Überwachung der Arbeitssicherheit wurden von dem außergewöhnlichen Vorfall unterrichtet. Die Waffe wurde beschlagnahmt, das Betäubungsmittel sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen müssen nun ergeben, was zu diesem nicht alltäglichen Unfall geführt hat. Waren nicht alle Mitarbeiter davon unterrichtet, dass es sich um eine Übung handelt. Oder hat der Tierarzt ganz einfach das Betäubungsmittel mit einem harmlosen Präparat verwechselt? Diese Fragen werden geklärt werden müssen. Und wahrscheinlich werden die nächsten Notfallübungen im Loro Park doch etwas weniger realistisch gestaltet.