Tejeda lockte mit Sonne, Mandeln und Wurstbrot

Das Fest zur Mandelblüte in Tejeda zog am Samstag neben den Bewohnern Gran Canarias auch etwa 3000 Gäste aus aller Welt in die fantastische Bergwelt der Insel. Mit folkloristischer Musik und typischen Tänzen unterhielten die Dorfbewohner und ihre Nachbarn Touristen, die sonst in dieser Zahl eher selten in den Höhenlagen Gran Canarias zu finden sind. Zwar halten immer mal wieder Ausflugsbusse aus den Touristengebieten im Süden bei ihrer Tour über die Insel in der Bergstadt, und auch Individualreisende mit Mietwagen machen ab und zu einen Abstecher in den idyllisch gelegenen Ort, so geballt wie am Samstag tauchen die Fremden aber sonst nicht auf.

Kulinarische Köstlichkeiten und biologischer Ohrschmuck

Die Straßen der Stadt waren während der Mandelblüte gesäumt von unzähligen Ständen, an denen man allerlei typische Produkte der Insel feilgeboten hat.

Kunstvoll gefertigtes Holzspielzeug, bunte Taschen, geflochtene Körbe und zahlreiche andere Dinge, die typisch für die Kanarischen Inseln sind, waren in den Gassen Tejedas zu finden. Wer nach der Anfahrt durch die wundervolle Berglandschaft von Hunger und Durst gequält war, konnte sich zu recht moderaten Preisen mit Wurstbroten aus Teror, köstlichem Käse, süßem Gebäck und einem guten Tropfen Wein Linderung verschaffen. Auf diese Art und Weise frisch gestärkt konnte man dann die Tour durch das Bergdorf fortsetzen, auf der es so viele interessante Dinge zu entdecken gab.

Star des Tages war natürlich die Mandel, deren Blüte der Grund für das traditionelle Fest auf dem Dach Gran Canarias ist. Der kleine Kern war nicht nur geröstet oder zu köstlichen Kuchen und Plätzchen verarbeitet worden, sondern fand sich auch am Hals oder an den Ohren so mancher Inselschönheit wieder. Ketten und Ohrringe aus Mandelkernen beweisen, dass eine Preziose nicht unbedingt aus gepresstem Kohlenstoff oder anderen bunten Steinen bestehen muss. Ein einfacher Mandelkern sieht ebenso ansprechend aus, stiehlt der Trägerin aber nicht die Schau, wie es ein protziger Klunker tun würde.

Wettergott zeigte sich äußerst gnädig während Mandelblüte

Die gute Stimmung in Teror wurde durch das traumhafte Wetter noch unterstützt. Bei strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen konnten sich die Besucher des Festes nicht nur an kulinarischen Hochgenüssen und folkloristischen Darbietungen mit Musik, Tanz und Lucha Canaria erfreuen, sondern auch selbst aktiv werden. Bei einer Partie Petanca oder einem kleinen Spiel mit der Bola Canaria konnten sich Einheimische und Touristen etwas näher kommen und gemeinsam den schönen Tag genießen. Sportlichere Naturen hatten die Möglichkeit, an einem etwas anstrengenderen Rennen teilzunehmen, das die Läufer durch die wundervolle Umgebung des Dorfes führte. Wer es gemütlicher angehen wollte, wurde ebenfalls nicht enttäuscht und zu einem kurzen Ritt auf einem Esel eingeladen. Ein Foto mit dem Grautier war denn auch eines der beliebtesten Motive des Tages.

Am Ende zeigten sich nicht nur die Besucher, sondern auch die Veranstalter der Fiesta del Almendro en Flor, dem Mandelblütenfest, äußerst zufrieden. Viele der Touristen, die zum ersten Mal die eher unbekannten Seiten Gran Canarias entdeckt haben, waren ganz begeistert und erstaunt über die Schönheit und die bunte Vielfalt der Insel, die so viel mehr zu bieten hat als Sonne, Meer und Strand.