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Tazacorte: Arbeitsamt fordert Rückzahlung von 120.000 Euro

Restaurant in Puerto de Tazacorte

Es vergeht kein Jahr, in dem nicht eine der 14 Gemeinden der Insel wegen Veruntreuung von Geldern in die Schlagzeilen der hiesigen Presse gerät. Die früher oder später dann doch ans Licht kommt. Dieser Tage rückt die Gemeinde Tazacorte ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

Am 1. Dezember 2007 unterzeichneten das Rathaus von Tazacorte und das Arbeitsamt ein Übereinkommen zur Förderung  von Arbeitslosen, denen der soziale Abstieg drohte. Man sollte es durch das „Programm de Inserción Social y Laboral 2007“ ingesamt 60 Arbeitslose in verschiedenen Bildungsmassnahmen fördern. Das Programm beinhaltete die Ausbildung zur Servicekraft in der Gastronomie, zum Maler, Wasserinstallateur und Koch. Innerhalb eines Jahres sollten auf diese Weise mindestens 35% der Teilnehmer eine feste Beschäftigung finden. So lautete die Bedingung seitens des Arbeitsamtes. Das Projekt wurde mit 129.600 Euro veranschlagt. Wobei sich das Ayuntamiento von Tazacorte mit gerade mal 10% der Gesamtsumme beteiligt hat.

Arbeitsamt fordert die Rückzahlung der Beteiligung

Nachdem das ambitionierte Ziel, midestens 35% der Ausbildungsteilnehmer in Arbeit zu bringen kläglich scheiterte und bei Weitem nicht erreicht werden. Konnte, sondern lediglich 3 Personen anschliessend eine feste Anstellung fanden, wurde nun seitens des Arbeitsamtes eine Untersuchung eingeleitet. Der „Servicio Canario de Empleo“ der kanarischen Inseln ging der Sache auf den Grund und überprüfte sämtliche Belege und Quittungen.

So kam zu Tage, dass etliche Nachweise fehlten und deklarierte Ausgaben für technisches Material und Büroausstattung wesentlich höher waren, als man anhand der Belege nachweisen konnte. So wurden für diesen Posten 36.000 Euro geltend gemacht, von denen nur gut 10.000 durch Belege nachvollziehbar sind. Ebenso waren laut Beleg bezahlte Artikel nicht mehr vorhanden und viele weitere Ungereimtheiten aufgetaucht.

Aufgrund der äusserst mangelhaften Buchhaltung und massiver Unstimmigkeiten in der Abrechnung  und des miserablen Ergebnisses des Programmes, fordert das Arbeitsamt nun seine Beteiligung in Höhe von 120.000 Euro zurück. Die Altlasten aus der Zeit der Unión Bagañete in der Gemeinde Tazacorte scheinen kein Ende zu nehmen. Gerüchten zufolge ist von weitaus höheren Summen die Rede. Welche durch Täuschung von Investoren durch die Unión Bagañete wohl noch auf die Gemeinde zukommen könnten.

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Tazacorte verweist im aktuellen Falle der Forderung des Arbeitsamtes auf die Verantwortlichkeit der Unión Bagañete. Sie bedauert das unverantwortliche Handeln ohne Rücksicht auf die zukünftige Entwicklung der Gemeinde und fragt sich sicher berechtigt, wie die Gemeinde mit diesem Hintergrund je aus dem finanziellen Dilemma herauskommen, geschweige denn an Schritte in Richtung Zukunft denken soll.