Supercomputer auf Teneriffa in Betrieb gestellt

Am Institut für Technik und erneuerbare Energien (Instituto Tecnológico y de Energías Renovables, ITER) in Granadilla hat man jetzt einen Rechner in Betrieb gestellt, der an zweiter Stelle in der Rangliste der leistungsstärksten Computer in Spanien steht und als einer der 500 besten der Welt gilt. 8,5 Millionen Euro aus dem Etat des Innovations- und Wissenschaftsministeriums waren nötig, um einen Rechner zu bauen, der über eine Rechenleistung verfügt, die der von 10.000 handelsüblichen PCs entspricht.

Der Computer ist das Herzstück des Projektes ALiX, das sich mit der Schaffung eines informationstechnischen Netzwerkes auf Teneriffa beschäftigt. Die modulare Struktur des Rechners erlaubt es den Konstrukteuren dann, den Computer fast unbegrenzt zu erweitern. Dennoch ist der Direktor des Instituts, Manuel Cendagorta, davon überzeugt, dass sein neues Prachtstück schon in etwa vier Jahren zum „alten Eisen“ gehört, da es dann möglich ist, einen noch leistungsfähigeren Rechner zu bauen, der weniger Platz benötigt und einen geringeren Energiebedarf hat.

Nachhaltigkeit war wichtiger Aspekt bei der Konstruktio

Nicht zuletzt deshalb hat man beim Bau des Rechners darauf geachtet, dass die verwendeten Materialien wiederverwertbar sind und die Umwelt bei ihrer Entsorgung möglichst wenig belasten. Auch bei der Energieversorgung setzt man, wie bei einem Forschungsinstitut für erneuerbare Energien jedoch nicht anders zu erwarten, auf alternative Methoden der Stromgewinnung. Die nötige Betriebsspannung bezieht der Superrechner aus Sonnenenergie und Windkraftanlagen, die auf dem Gelände des ITER installiert sind.

Die Ressourcen, die der neue Megacomputer bereitstellt, sind in den unterschiedlichsten Forschungsbereichen einsetzbar. Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung und die damit verbundene Belastung der Umwelt, Klimaveränderungen, Wettervorhersagen oder Simulationen zu Vulkanausbrüchen oder Erdbeben sind nur einige der Berechnungen, die mit dem Superrechner durchgeführt werden können. Aber auch bei der Entwicklung moderner Werkstoffe und der Erforschung der menschlichen DNA soll Teide-HPC, so der offizielle Name des Rechners, wertvolle Grundlagenkalkulationen durchführen.

Mit Teide-HPC soll darüber hinaus der Rückstand Spaniens in bestimmten Bereichen der Computertechnologie aufgeholt werden. Besonders bei der Speicherung von Daten in der berühmten virtuellen Wolke, der Cloud, besteht in Spanien ein nicht zu ignorierendes Defizit im Vergleich mit anderen führenden Industrienationen, wie etwa den USA.

Internationale Forschergruppen werden auf Teneriffa arbeiten

Bei der feierlichen Inbetriebnahme des Rechners war nicht nur die politische Prominenz der Insel anwesend, auch zahlreiche Forscher und Wissenschaftler aus Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Holland nahmen daran teil. Sie alle werden von dem enormen Potenzial des Teide–HPC profitieren und die spezifischen Berechnungen für ihre eigenen Forschungsprojekte in Granadilla durchführen.

Mit der Ansiedlung von Instituten wie dem ITER beweisen Teneriffa und die Kanarischen Inseln einmal mehr, dass auf dem Archipel mehr möglich ist als Strand und Meer.