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Spanien steigt auf! Leider im unrühmlichen Olymp der Korruption.

Wenn ein öffentliches Bauvorhaben ausgeschrieben wird, entscheidet ein Beamter welche Firma den Zuschlag erhält.Geht ein Politiker in den Ruhestand und arbeitet wenig später als Berater in der Firma die zuvor von der Politik profitierte, dann liegt der Verdacht nicht all zu fern, dass es sich um Korruption handelt. Wo nun genau Korruption anfängt lässt sich sehr schwer ermitteln oder messen. Dennoch versucht Transperency International Jahr für Jahr zu ermitteln, wo es zu Korruptionsveränderungen gekommen ist.

In diesem Bericht 2013 ist Spanien von Platz 30 auf Platz 40 durchgereicht worden. Zum Vergleich, Griechenland liegt auf Platz 80 und Deutschland auf Platz 12. Griechenland hat sich allerdings etwas verbessert. Es lag noch im Letzten Jahr auf Platz 94. Spaniens Königshaus ist ein Auslöser dieser Talfahrt und auch die recht träge Bekämpfung der Korruption durch den Ministerpräsidenten Mariano Rajoy tragen ihren Anteil dazu bei. Für normal denkende Menschen, die Morgens aufstehen um einer geregelten Arbeit nachzugehen, ist es schwerlich zu verstehen, warum eigentlich so oft gerade in den gesellschaftlichen Schichten, in den es kein Mangel an Geld gibt, die Korruption so einen guten Nährboden vorfindet.

Ursprung der Korruption

In den feudalen europäischen Flächenstaaten des 18. Jahrhunderts wurde Korruption systematisch praktiziert (siehe Wikipedia) Seinerzeit wurden die Beamten nur so entlohnt, wie es dem Lebensstil ihres Dienstranges entsprach. Das waren aber nur ca. zwei Drittel dessen, was man zum täglichen Leben brauchte. Für den Rest sorgten Beihilfen. Die Vollbesoldung von Beamten ist in der jüngeren Vergangenheit eine französische Erfindung, die durchaus den Zweck verfolgte, den Beamten ausreichende Bezüge zu gewähren um gerade nicht der Bestechlichkeit Tür und Tor zu öffnen. Soviel zur Theorie und der ihr innewohnenden Idee. Nun fühlen sich die heutigen Beamten wieder zurück versetzt in die Zeiten der Könige und Herrscher mit ihrer zwei Drittel-Besoldung und müssen nun zusehen, dass sie sich den Rest wieder auf andere Art und Weise besorgen. Das sich selbst die Könige genötigt fühlen ihre kargen Bezüge durch Vorteilnahme aufzubessern ist traurig genug.

Aber es gibt sie noch, die Länder, in denen Korruption selten vorkommt.

So zählen laut Transparency International die Skandinavischen Beamten zu den ehrlichen und teilen diese Ehrlichkeit mit den Neuseeländern. Auf der anderen Seite hingegen sind Somalia, Nordkorea und Afghanistan nicht nur in dieser Beziehung Entwicklungsländer, sondern auch weit abgeschlagen vom Durchschnitt. Warum gerade die südlicher gelegenen Staaten oftmals eine etwas flexiblere Definition für Korruption haben ist mir nicht bekannt. Der Volksmund aber hat diesen Kompass, der es als fast normal ansieht, wenn hier und da ein wenig Geld fließt um an das Eine oder Andere zu gelangen wenn man in Griechenland und Co ist. Wenn man allerdings die im Internet zur Verfügung stehenden Farbskalierungen der Weltstaaten ansieht, so muss man auch erkennen, dass auf der Welt die Korruption die Regel , nicht die Ausnahme ist.

Da liegt dann also noch viel Arbeit vor uns. Nur, will das System überhaupt, dass die Korruption zurückgeht? Sind nicht gerade diejenigen, die, ob in Brüssel, den Vorstandsetagen oder den Amtsstuben sitzenden Schaltstellen, jene, die sich der Selbstbedienungsmentalität gebeugt haben? Wenn wir von den Politikern die Initiative erwarten, machen wir ja den Bock zum Gärtner. Hat nicht unser Altkanzler Schröder nach seiner Amtszeit einen lukrativen Job bei Gasprom erhalten?

Ist Russland nicht der größte, wenn nicht einzige Gas Lieferant für Deutschland? Der ehemalige Wirtschaftsminister Kurt Beck hat heute einen Beratervertrag beim Pharmaunternehmen Boehringer in Ingelheim. Der Wechsel von Eckhardt von Klaeden aus dem Kanzleramt direkt zur Daimler AG ist ja noch taufrisch. Also alle Anstrengung in Ehren, wir müssen nicht einzelne Betätigungsfelder der Korruption oder der Vorteilnahme, der Bereicherung oder was auch immer angehen, wir müssten von Grund auf eine neue Moral entwickeln und vorleben, dass unsere kommenden Generationen es gar nicht ertragen könnten sich auf Kosten anderer zu bereichern. Die Welt dreht sich. Joschka Fischer wollte mit dem Fahrrad zum Bundestag. Heute parken noble Sportwagen in seiner Garage. Vielleicht ist es Morgen uncool sich bestechen zu lassen, wer weiß?

Bleiben sie ehrlich….

Ihr Jean-Bas