Schnee auf dem Teide lockt tausende von Besuchern an

Mit seinen 3.718 Metern überragt der Teide alle anderen Berge des Landes. Als höchster Berg Spaniens bietet er den Bewohnern Teneriffas in diesen Tagen die seltene Gelegenheit, Wintersportfreuden zu genießen. Zumindest so etwas Ähnliches.

Obwohl die Zufahrtsstraßen auf den Gipfel wieder freigegeben worden waren, war es für die zahlreichen automobilen Bergsteiger nicht ganz einfach, ihr Ziel zu erreichen. Lange Schlangen bildeten sich auf der Straße, die von Süden aus auf den höchsten Punkt der Insel führt. Ob mit alten Autoreifen oder ultramodernen Schlitten ausgestattet, das Ziel war für alle das gleiche.

Zusammen mit der gesamten Familie und Freunden einen Tag nahe des Gipfels zu verbringen, um hier ein paar Meter einen Hang hinab zu rutschen, ist für viele echte Tinerfeños ein Muss in dieser Zeit des Jahres. Trotz seiner Höhe ist der Teide allerdings nicht unbedingt schneesicher.

Seine weiße Krone, so sie denn vorhanden ist, kann man zwar schon aus weiter Ferne bestaunen, allerdings ist sie wirklich nur eine Krone, und meistens ist es nur wenige Meter unter dem Gipfel schon wieder nichts mehr mit der weißen Pracht. Doch diese Tatsache ficht die Möchtegernwintersportler nun überhaupt nicht an.

Wintersport auf Teneriffa

Temperaturen von zwei Grad über Null, ein paar Quadratmeter schneebedeckte Piste, Glühwein und heiße Schokolade reichen für die Canarios aus, um so richtig in Winterstimmung zu kommen. Auch wenn der Schnee gerade eben für eine kleine Schneeballschlacht und einen Minischneemann ausreicht, ist es für alle, die den Aufstieg in einer langen Karawane endlich geschafft haben, ein Riesenvergnügen, die weiße Pracht ausgiebig zu genießen.

Die wenigen Skeptiker, die sich die berechtigte Frage stellen, ob so wenig Schnee wirklich für all die Menschen ausreicht, die den Weg hierher gefunden haben, sind schnell eines Besseren belehrt. Jeder noch so winzige Fleck, der mit ein paar Zentimetern des kristallisierten Wassers bedeckt ist, wird genutzt, und so bekommt jeder die Chance, nach diesem Tag behaupten zu können, heute zum Wintersport in den Bergen gewesen zu sein.

Für manche der nicht gerade kälteresistenten Insulaner sind die in dieser Höhe vorherrschenden Temperaturen dann aber doch nicht so wirklich angenehm. Nicht selten schauen die frierenden Eltern vom warmen Auto aus dem wilden Treiben zu, das ihre schon etwas älteren Kinder mit ihren Schlitten veranstalten. Trotz dieser widrigen Umstände und der großen Menschenmassen, die sich auf dem Berg versammelt haben, ist der Spaß, den die Menschen hier oben haben, in all den fröhlichen Gesichtern deutlich zu sehen. Und so wächst die Erkenntnis, dass es oft die Kleinigkeiten im Leben sind, die dasselbe so lebenswert machen.