Sardine nach grandiosem Karnevalsumzug gestorben

Es ist vollbracht. Schluss, aus, Ende, vorbei mit dem Karneval. Die Sardine hat ihren letzten Kiemenzug getan. Sie ist tot und verbrannt. Etwa 4.000 ihrer Jünger haben sie auf ihrem letzten Weg begleitet, bevor sie am Strand von Maspalomas eingeäschert wurde. Erst am 20. Februar 2015 ist damit zu rechnen, dass eine würdige Nachfolgerin den Beginn der neuen Karnevalssession im Süden Gran Canarias verkünden wird.

Auch wenn die Trauer um den kleinen Fisch unermesslich zu sein scheint, so muss man doch sagen, dass sein kurzes Leben ein durchaus fröhliches und erfolgreiches war. Die Trauerrede ließ daran keinen Zweifel.

Bunte Vögel im Urwald von Maspalomas

Der Karneval in Maspalomas war in diesem Jahr besonders wild und aufregend, was nicht nur am diesjährigen Motto gelegen hat.

Faunaval, ein Urwald mit exotischen Pflanzen und wilden Tieren war die Kulisse für die wohl größte Veranstaltung des Jahres im Touristengebiet der Insel. Exotisch und wild waren auch die zahlreichen Teilnehmer der verschiedenen Events im karnevalistischen Reigen 2014. Besonders deutlich wurde dies am Samstag, als ein unendlich langer Lindwurm, bestehend aus 117 Prunkwagen und geschätzt 120.000 verkleideten Wilden durch die Straßen von Playa del Inglés und Maspalomas gezogen ist. So bunt und vielfältig wie die fantasievollen Kostüme war auch die Menschenmenge, die sich zusammengefunden hatte, um ausgelassen und friedlich zu feiern.

Und es waren wohl so viele wie nie zuvor. Beim größten Karnevalsumzug aller Zeiten auf Gran Canaria waren Schätzungen zufolge etwa 300.000 Anhänger der Sardine auf den Beinen bzw. auf den Wagen. Wenn die meisten der Spezies, die hier unterwegs waren, auch nicht unbedingt in Brehms Tierleben zu finden sein werden, war es doch beindruckend zu sehen, wie vielfältig die Natur des Karnevals ist. Bunte Vögel und andere außergewöhnliche Kreaturen bevölkerten die Straßen des Touristenortes, die für das „normale“ Leben an diesem Tag vollends gesperrt waren. Und trotzdem ging manchmal nichts mehr. Die Zahl der tanzenden, singenden und sonst wie feiernden Dschungelbewohner war einfach so überwältigend, dass der Zug durch die Gemeinde immer wieder ins Stocken geriet.

Erneut ein voller Erfolg

Dies hat der guten Laune jedoch kaum Abbruch getan hat. Im Gegenteil, die aktuelle Ausgabe des Karnevals von Maspalomas kann wohl zu den erfolgreichsten in der mittlerweile 40-jährigen Geschichte des bunten Treibens im Süden Gran Canarias betrachtet werden. Man fragt sich unweigerlich, wie eine solche Veranstaltung noch gesteigert werden kann. Die Organisatoren im nächsten Jahr haben eine enorme Aufgabe zu bewältigen, wenn sie den diesjährigen Erfolg noch toppen wollen.

Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie friedlich und harmonisch Menschen aus aller Welt in Maspalomas zusammen feiern. Von Teilnehmern aus bis zu 120 verschiedenen Nationen ist die Rede. Und alle genießen gleichermaßen das Leben und die Liebe, egal von wo sie kommen und wohin sie gehen. Es ist der Moment, der zählt. Und wenn die Partyanimals, (Tätä, man beachte das Wortspiel in Bezug auf das diesjährige Motto) nur etwas von dieser Stimmung und dieser Philosophie in den Rest des Jahres retten können, ist eine Menge erreicht. Es würde entspannter und friedlicher zugehen in dieser Welt, wenn jeden Tag ein wenig mehr Karneval wäre.

Quellenangabe Foto:
Maukee – Lizenz

One thought on “Sardine nach grandiosem Karnevalsumzug gestorben

  1. warum ist nie ein strassenplan für den carnevalumzug hier zusehen wäre nützlich für uns urlauber

    danke

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