SAR-Hubschrauber zwischen Fuerteventura und Gran Canaria abgestürzt

Am Mittwochabend kurz vor 22.00 Uhr ist ein Such- und Rettungshubschrauber der spanischen Luftwaffe südwestlich von Morro Jable auf Fuerteventura und östlich von Vecindario auf Gran Canaria ins Meer gestürzt. Nach vier Mitgliedern der fünfköpfigen Besatzung hat man am Donnerstagmorgen noch gesucht. Ein Mann aus der Crew konnte man jedoch lebend aus dem Meer bergen.

Übung wurde zum Ernstfall

Die Angehörigen der spanischen Streitkräfte waren mit ihrem Hubschrauber vom Typ Aerospatiale AS 332 Super Puma unterwegs gewesen, um gemeinsam mit dem Patrouillenboot Meteor der spanischen Marine nächtliche Rettungsmanöver zu trainieren. Tragischerweise wurden sie dabei selbst zum Rettungsfall.

An Bord des Hubschraubers befanden sich der Pilot, der Copilot, ein Bordmechaniker, der für die Bedienung des Krans verantwortlich war, und zwei Rettungssanitäter. Als die Besatzung der Meteor bemerkte, dass ihre Kameraden ins Meer gestürzt waren, alarmierten sie sofort die zuständigen Stellen der Armee, die daraufhin sogleich einen weiteren Hubschrauber, ein Suchflugzeug und mehrere Schiffe von Fuerteventura und Teneriffa aus auf den Weg geschickt haben. Um nach den verschollenen Soldaten zu suchen. Neben der Guardia Civil mit ihren Patrouillenbooten beteiligen sich auch zahlreiche zivile Schiffe. Die sich derzeit in dem Seegebiet aufhalten, an der umfassenden Suche. Auch das Kreuzfahrtschiff Thomsom Celebration, das auf dem Weg von Puerto Rosario nach San Sebastián auf La Gomera war, ist in die Suchaktion eingebunden.

Bislang konnte man jedoch nur ein Besatzungsmitglied lebend bergen. Von den anderen fehlt noch jede Spur. Um welches Crewmitglied es sich handelt, wurde nicht bekannt gegeben. Gefunden wurden auch Teile der Bewaffnung des mit allen modernen Navigations- und Kommunikationssystemen ausgestatteten Super Puma. Bis zu 15 Personen finden Platz in dem Hubschrauber, der am militärischen Teil des Flughafens von Gando auf Gran Canaria gestartet war. Das Fluggerät hat einen Aktionsradius von 300 Seemeilen und ist mit einem Kran ausgestattet, der Lasten bis zu 275 Kilogramm heben kann. Bei Bedarf kann der Hubschrauber bis zu neun Verletzte aufnehmen. Über die Absturzursache sind noch keine Informationen vorhanden.

Absturzopfer waren auf Gran Canaria stationiert

Die Besatzung besteht in der Regel aus zwei Piloten, einem Bordmechaniker, einem Funker, zwei Rettungsschwimmern und einem Sanitäter. Die jetzt vermissten Soldaten waren sämtlich Mitglieder des Escuadrón 802. Die Basis des Geschwaders ist der Flughafen von Gando auf Gran Canaria. 185 Soldaten und Soldatinnen versehen hier ihren Dienst. Dabei handelt es sich um Spezialisten aus allen Bereichen, die für den reibungslosen Ablauf von Rettungsmaßnahmen benötigt werden. Neben Rettern und Sanitätern sind dies natürlich auch Piloten und Mechaniker sowie Fachleute für elektronische Anlagen und Kommunikationsexperten.

Die Chancen, dass die professionellen Retter ihre verschollenen Kollegen noch lebend bergen können, sinkt mit jeder weiteren Stunde. Auch wenn sie als Soldaten darauf trainier sind, mit extremen Situationen umzugehen, werden sie irgendwann ihre Kräfte verlassen. Außerdem ist nicht bekannt, wie schwer die Abgestürzten verletzt sind oder ob sie den Absturz überhaupt überlebt haben. Dass eine Übung zum Ernstfall wurde und es sich bei den zu Rettenden um Freunde und Kollegen handelt, dürfte die Soldaten auf der einen Seite besonders belasten. Auf der anderen Seite aber auch stark motivieren, nichts unversucht zu lassen, um ihre Kameraden doch noch zu retten.

Quellenangabe Foto:
Foto von joseluiscel – Lizenz

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