Santa Cruz verstärkt Kampf gegen Taschendiebe

José Alberto Díaz Estébanez ist der zuständige Stadtrat für Sicherheitsfragen in Santa Cruz auf Teneriffa. In dieser Funktion stellte er jetzt eine Initiative vor, mit der die Policia Local,  die Guardia Civil, die Nationalpolizei und die Hafenpolizei gegen die immer häufiger vorkommenden Taschendiebstähle in der Hauptstadt der größten Kanareninsel ankämpfen wollen.

Kreuzfahrtouristen sind bevorzugte Opfer

Seit etwa einem Jahr verzeichnet die Kriminalstatistik für Santa Cruz eine beunruhigende Entwicklung im Bereich der Trickdiebstähle und anderer Arten kleinkrimineller Aktivitäten. Besonders  Touristen, die mit Kreuzfahrtschiffen nach Teneriffa kommen und  hier einen Bummel durch die Hauptstadt unternehmen, werden immer öfter Opfer von Taschendieben, die arglose Besucher um ihre Barschaft und andere Wertgegenstände wie Fotokameras oder Mobiltelefone bringen. Sobald ein Touristenschiff im Hafen anlegt beginnt für die kriminellen Elemente die wichtigste Zeit des Tages. Nicht selten handelt es sich bei den Kreuzfahrern um ältere Personen, die über eine gute gefüllte Reisekasse verfügen, die sie bei Shoppingtouren durch die Stadt gerne erleichtern möchten. In zunehmendem Maße fließt das Geld jedoch nicht in die Kassen der Geschäfte, Touristenattraktionen und Restaurants, sondern verschwindet in den dunklen Kanälen der Kleinkriminalität.

Doch nicht nur Touristen werden Opfer der Diebe, die zum Teil extra vom spanischen Festland auf die Kanarischen Inseln reisen, um hier ihrem schändlichen Tun nachzugehen. Auch die Besucher der jetzt besonders an den Wochenenden in der City stattfindenden Feste und Veranstaltungen sehen sich immer öfter mit der Tatsache konfrontiert, dass man sie um ihr Bargeld erleichtert hat und  so ein unbeschwerter Bummel über die Festmeile ein Erlebnis ist, auf das sie gerne verzichtet hätten.

Aufklärung  als zentraler Aspekt der Polizeiarbeit

Ein wichtiger Teil der konzertierten Polizeiaktion gegen das Verbrechen ist die Aufklärung der Besuchergruppen und der Bevölkerung über die Arbeitsweise der Diebe, die nicht selten in Gruppen auftreten, die als solche jedoch auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Während ein Mitglied des Taschendiebeteams potenzielle Opfer ausmacht und auf geschickte Art und Weise ablenkt, entwendet ein anderer Spezialist unbemerkt Brieftaschen und Wertgegenstände, die schon wenige Sekunden später an ein drittes Mitglied der Gruppe weitergegeben werden, dass sich selbst nie in der Nähe der Opfer befunden hat und deshalb selten in Verdacht gerät an dem Fischzug beteiligt gewesen zu sein, wenn er denn doch bemerkt wird.

Selbstverständliche Tipps, wie Handtaschen gut verschlossen zu halten, Geldbörsen nicht in der Gesäßtasche aufzubewahren und keine unnötigen Wertsachen mit sich herumzutragen gehören ebenso zum verstärkten Kampf gegen das Verbrechen, wie eine intensivere Präsenz der Sicherheitskräfte in den sensiblen Zonen der Stadt. Besonders wohl fühlen sich die Diebe in der Calle Castillo und am Strand von Las Teresitas, wo die meisten Diebstähle zu verzeichnen sind. Besondere Aufmerksamkeit ist jedoch nicht nur hier angebracht sondern allgemein überall dort, wo große Menschenmengen auf begrenztem Raum zusammenkommen.

Autoeinbrüche stellen weiteres Problem dar

Die Diebesbanden beschränken sich allerdings nicht nur auf Taschendiebstähle. Auch bei den Einbrüchen in Autos ist eine verstärkte Aktivität festzustellen, sodass die Sicherheitskräfte den allseits bekannten Rat keine Wertgegenstände offen im Fahrzeug liegen zu lassen mantrahaft wiederholen, denn nur wenn jeder Einzelne mehr Aufmerksamkeit walten lässt, kann man den Extraktionskünstlern ihr unredliches Geschäft auf Dauer verderben.