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Probebohrungen bestätigten Ölvorkommen zwischen Marokko und den Kanaren

Die vor der Küste Marokkos nach Öl und Gas suchenden Unternehmen Cairn Energy und Genel Energy haben bestätigt, dass in Höhe des Kap Juby, etwa 100 Kilometer von den Stränden Fuerteventuras entfernt, ein beträchtliches Vorkommen an Erdöl vorhanden ist. Dies haben Probebohrungen in der Zone, die zum Hoheitsgebiet des nordafrikanischen Nachbarstaates Marokko gehört, ergeben. Etwa 70 Millionen Barrel Öl sollen hier aus dem Grund unter dem Meer gefördert werden können.

Erfolgsmeldung mobilisiert Projektgegner auf den Kanarischen Inseln

Die Erfolgsmeldung der schottischen Ölsucher hat dazu geführt, dass auf den Kanarischen Inseln unverzüglich die Alarmglocken bei den Gegnern des Projektes geläutet haben. Der Streit um die Genehmigungen für die Bohrungen des spanischen Ölkonzerns Repsol in den unmittelbar angrenzenden Quadranten in spanischen Gewässern ist durch diese Meldung erneut angefacht.

Die Regierung der Kanaren verlangt nach dem Bekanntwerden der Ölfunde zwischen den Insel und dem Festland von der Zentralregierung in Madrid erneut, die Repsol bereits erteilte Erlaubnis zu ähnlichen Bohrungen zurückzuziehen. Außerdem soll von Marokko verlangt werden, dass über mögliche Gefährdungen für die Umwelt umfassend informiert wird. Sowie, dass alle erdenklichen Maßnahmen zum Schutz der Ökosysteme getroffen sind.

Da Marokko die Förderung von Öl und Gas aus dem Meer in jedem Fall genehmigen wird, ist zu befürchten, dass bei zu erwartenden positiven Suchergebnissen auf spanischem Gebiet ein riesiges Förderfeld auf den beiden nationalen Territorien entstehen wird. Dessen Gefahren und Beeinträchtigungen für die Umwelt sind noch gar nicht abzusehen. Nur wenige Kilometer von den marokkanischen Vorkommen entfernt, vermuten die Experten von Repsol ein Reservoir. In einem anderen Bereich, der den Namen „Zanahoria“ (Karotte) trägt, vermutet man weitere 107 Millionen Barrel Öl. Hier jedoch muss man erheblich tiefer bohren, was mit erhöhten Risiken verbunden ist. 6870 Meter tief müssten sich hier die Bohrer in den Meeresgrund vorarbeiten, um auf das Schwarze Gold zu stoßen.

Streit zwischen Madrid und den Kanaren geht in die nächste Runde

Mit der am Wochenende auf der Webseite von Cairn Energy veröffentlichten Meldung über den Erfolg der Probebohrungen geht der Streit zwischen der Zentralregierung in Madrid und der Mehrheit der Bewohner der Kanarischen Inseln in eine neue Runde. Der zuständige Minister in der spanischen Hauptstadt, der von Gran Canaria stammende José Manuel Soria von der Partido Popular, gilt als starker Befürworter der Ölförderung vor den Küsten der Kanaren. Sollte man die Pläne verwirklichen, könnten die Urlauber auf Fuerteventura und Lanzarote demnächst Ölplattformen in Sichtweite der Strände bewundern. Ob dies für die wichtigste Einnahmequelle der Region, den Tourismus, förderlich ist, darf man lebhaft bezweifeln.

Auf den Inseln hat sich jedenfalls eine breite Front gegen die Pläne gebildet. Sie versucht alles, um die Förderung von Erdöl und Gas aus ihren Gewässern zu verhindern. Die Gefahren für die Umwelt und die wirtschaftlichen Grundlagen der Inseln sind einfach zu wenig kalkulierbar. Fauna und Flora des empfindlichen maritimen Ökosystems würden durch die massiven Eingriffe, die die Bohrungen nun einmal darstellen, nachhaltig geschädigt. Auch die negativen Auswirkungen auf das Geschäft mit den Urlaubern sind kaum absehbar. Deshalb hat das Parlament der Kanaren eine Volksabstimmung über die Genehmigung der Förderpläne auf den Weg gebracht. Ein entsprechender Antrag hat man bereits nach Madrid geschickt. Eine Entscheidung darüber, ob es tatsächlich zu einer Volksbefragung kommen wird, steht allerdings noch aus.