Polizei stürmt Diskothek in Playa del Inglés

Für die Besucher einer Diskothek in Playa del Inglés endete die Nacht zum vergangenen Sonntag mit einer Razzia. Sie wurde von der Policia Nacional und der Lokalpolizei Maspalomas gemeinsam durchgeführt.

Es war kurz vor ein Uhr am Sonntagmorgen, als die Polizisten in Zivil die Diskothek besetzten. Sie fordern den Betreiber zunächst auf, die Musik auszustellen und das Licht einzuschalten. Die gerade noch ausgelassene Feierstimmung war dahin. Statt Tanzen war jetzt die Kontrolle der Anwesenden angesagt. Dabei stellte sich heraus, dass sich allein in dieser Diskothek 40 Jugendliche aufhielten und Alkohol tranken. Ein eindeutiger Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz, das den Verkauf von alkoholischen Getränken an Minderjährige untersagt. Doch immer wieder ist einigen Wirten der Umsatz wichtiger als der Schutz der Kinder. Diese Nacht wird für den Inhaber der Diskothek jedoch zum Verlustgeschäft werden. Wie hoch sein Umsatz auch gewesen sein mag, die Strafe, die er zu zahlen haben wird, ist sicherlich höher als der Gewinn an diesem Wochenende.

Eltern zeigten Verständnis

Die vierzig angetroffenen Jugendlichen mussten ihre Eltern informieren und sie bitten, sie sogleich abzuholen. Vorher durften sie die Diskothek nicht verlassen. Während einige Eltern sich über den Einsatz der Polizei zufrieden zeigten, da sie ebenfalls nicht daran interessiert sind, dass ihre Kinder Alkohol trinken, den man ihnen widerrechtlich verkauft hat, waren andere nur genervt, weil man sie mitten in der Nacht aus dem Bett geholt hat. Insgesamt stieß die Polizeiaktion bei den Erziehungsberechtigten jedoch auf eine positive Reaktion. Auf Seiten der Wirte sieht dies natürlich etwas anders aus. Sie glauben, die Schuld nicht allein bei sich suchen zu müssen, sondern sehen auch die Eltern in der Verantwortung. Das Problem haben sie aber sehr wohl erkannt, und viele Betreiber von Diskotheken oder Bars halten sich auch an das Verbot, alkoholische Getränke an Minderjährige auszuschenken. Einige schwarze Schafe schaffen es jedoch immer wieder, die gesamte Branche in Misskredit zu bringen.

Fragwürdiger Jugendschutz auf Lanzarote

Um den Schutz der Jugend ging es am vergangenen Wochenende auch beim Fest zu Ehren ihrer Schutzheiligen in Puerto del Carmen auf Lanzarote. Wie angekündigt, haben die Verantwortlichen im Rathaus der Stadt Tías zum ersten Mal auf der Einhaltung einer Regelung bestanden, die es Kindern unter 16 Jahren nicht einmal in Begleitung ihrer Eltern erlaubt, an Tanzveranstaltungen teilzunehmen.

Schon im Vorfeld hat man diese Maßnahme scharf kritisiert. So kam es denn auch am Eingang zum Festplatz immer wieder zu heftigen Diskussionen mit den Ordnern, die dafür sorgen sollten, dass die Vorschrift eingehalten wird. Nicht selten musste die Polizei ihnen zur Hilfe eilen, um erboste Eltern zu beruhigen, die einfach nur einen schönen Abend im Kreise der Familie verbringen wollten. Sie sahen sich in ihren Rechten eingeschränkt und verwiesen berechtigterweise darauf, dass es im unmittelbaren Umfeld des Festplatzes und in zahlreichen Bars der Umgebung weitaus mehr für die Gesetzeshüter zu tun gäbe. Dort nämlich waren Jugendliche anzutreffen, die fröhlich Alkohol konsumierten, ohne dass sie von der Polizei daran gehindert wurden.

Mehrere der bei jungen Menschen so beliebten Botellones waren an diesem Wochenende in Puerto del Carmen zu beobachten. Dabei besorgen sich die Minderjährigen an Kiosken und Supermärkten zum Teil hochprozentige Getränke, die sie dann gemeinsam auf öffentlichen Plätzen konsumieren, selten zur Freude der Anwohner. Hier wäre ein Einsatz der Polizei zum Schutz der Kinder und Jugendlichen wohl angebrachter gewesen. Denn Feiern allein gefährdet mit Sicherheit kein Kind, der falsche und unkontrollierte Umgang mit Alkohol aber sehr wohl. Und genau da muss angesetzt werden. Mit unsinnigen Verboten, wie dem des gemeinsamen Feierns mit der ganzen Familie, funktioniert wirksamer Jugendschutz am allerwenigsten. Genau damit wird eine wichtige soziale Kontrollfunktion ausgehebelt, die mehr bewirken kann als alle gutgemeinten aber schlecht gemachten Gesetze zusammen.

(Foto: David Domingo / flickr.com, Lizenz: CC-BY)