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Papas arrugadas mit Mojo erobern Kalifornien

Sie sehen nicht besonders attraktiv aus, kleine, in Unmengen von Salzwasser gekochte Kartoffeln, die dabei so runzelig werden, dass mancher Foodstylist ihnen wahrscheinlich ein Lifting verpassen würde. Aber geschmacklich spielen die Papas arrugadas, die Runzelkartoffeln, in der obersten kanarischen Gourmetliga, besonders dann, wenn man sie mit einer Mojo picante oder einer Mojo verde serviert. Die Soßen machen den Genuss erst perfekt. Und diese Spezialität, die Bewohner und Besucher der Kanarischen Inseln täglich genießen können, ist gerade dabei auf der anderen Seite des Atlantiks die Geschmacksnerven der Amerikaner zu erobern.

Seit einiger Zeit schon lebt der aus Telde auf Gran Canaria stammende Enrique Robaina mit seiner Freundin in Kalifornien. In San Diego arbeitete der 30-Jährige zunächst in einem Restaurant, bis er sich daran machte, mit Papas arrugadas und Mojo sein eigenes Ding aufzuziehen. Vor etwas mehr als neun Monaten stellte er bei einem Abendessen mit amerikanischen Freunden typisch kanarische Gerichte auf den Tisch. Neben Pata asada und Ropa Vieja wurden eben auch die kleinen Runzelkartoffeln serviert, die alle Anwesenden extrem begeistert haben. Wenig später war aus dem Restaurantangestellten ein Unternehmer geworden. Bestärkt durch das positive Feedback seiner Freunde gründete Enrique Robaina eine Firma, die nun die Amerikaner mit kanarischen Köstlichkeiten versorgt. Die Tatsache, dass es in Kalifornien recht einfach ist, ein neues Geschäft aufzuziehen, machte es dem Mann aus Telde recht schnell möglich, mit einem eigenen Verkaufswagen auf Tour zu gehen, um seine kulinarische Mission zu erfüllen.

Mojo für die Welt

Jeden Montag verbringt der Auswanderer jetzt damit neue Soßen herzustellen, die er an den restlichen Tagen der Woche zusammen mit den salzigen Erdäpfeln auf verschiedenen Märkten sowie in den Straßen an den Mann und an die Frau bringt. Wenn er mit seinem witzigen Verkaufsmobil durch San Diego fährt, dauert es meist nicht lange bis die ersten Menschen auftauchen, um die kleinen Köstlichkeiten zu probieren. Neben der traditionellen grünen und der scharfen roten Soße hat Enrique seit einiger Zeit auch eine fruchtige gelbe Mojo im Angebot, die er aus Mangos und kubanischem Pfeffer herstellt.

Seine Kunden sind so begeistert von seinen Kreationen, dass sie die Soßen längst nicht mehr nur zusammen mit Kartoffeln essen, auch zur geschmacklichen Aufwertung von Nudelgerichten und als Salatdressing haben die Kalifornier seine kanarischen Dips schon eingesetzt. Beflügelt von diesem Erfolg hat sich der Jungunternehmer jetzt daran gemacht, Mojorezepte zu sammeln, die er bald in einem Buch veröffentlichen will. Außerdem ist er im Gespräch mit mehreren Supermarktketten, die seine Papas mit Mojo gerne in ihr Sortiment aufnehmen möchte. Der Siegeszug der kanarischen Runzelkartoffel in der neuen Welt ist wohl nicht mehr aufzuhalten.