Ölteppich vor der Südküste Gran Canarias entdeckt

Das Verwirrspiel um die Ölverschmutzungen in den Kanarischen Gewässern geht weiter. Nachdem zunächst immer wieder beteuert wurde, dass von dem austretenden Treibstoff des gesunkenen Trawlers Oleg Naydenov keine Gefahr für die Küsten von Gran Canaria ausgeht, wurde nun gestern doch ein etwa 4 Kilometer langer Ölteppich in der Höhe der Strände von Mogán entdeckt. Dieser befand sich zum Zeitpunkt der Entdeckung zirka 3 Kilometer von Veneguera entfernt. Vom Umweltschutzministerium wurde deshalb eine entsprechende Warnung ausgesprochen.

Herkunft des Öls bei Gran Canaria ist ungewiss

Geteilter Meinung sind die Experten jedoch bei der Frage, woher diese Verunreinigungen stammen. Greenpeace geht davon aus, dass die Ölreste dem untergegangenen Fischereischiff zuzuschreiben sind. Die zuständige Ministerin Ana Pasto bestreitet, dass es derzeit irgendwelche Beweise dafür gibt, dass der Ölteppich von dem Trawler stammt. Das dort ausgetretene Öl soll sich nach Erkenntnissen der Behörden auf dem Weg in die Karibik befinden und derzeit knapp 200 Kilometer von den Kanarischen Inseln entfernt auf dem offenen Meer treiben. Aufschluss über den Ursprung der Ölreste soll nun eine Analyse von Proben bringen, die derzeit in Madrid untersucht werden. Mit einem Ergebnis ist zum Ende dieser Woche gerechnet. Möglich ist, dass der Ölteppich vor Veneguera von einem anderen Schiff stammt, das auf illegale Weise seine Tanks gereinigt hat. Ein Umweltvergehen, das trotz hoher Strafen immer wieder zu beobachten ist.

Ganz gleich woher nun die Verunreinigungen stammen, Tatsache ist, dass im Moment gleich mindestens zwei Ölteppiche, der eine näher, der andere weiter entfernt von den Kanaren, die Umwelt bedrohen. Vorrangig ist nun die Bekämpfung der Ölpest, damit der bereits angerichtete Schaden nicht noch größer wird.