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Moby Dick auf La Gomera

Foto aus dem Archiv

Auf Fuerteventura ist es die Geschichte des Moses, die Ridley Scott erzählt. Auf La Gomera dreht der Oscarpreisträger Ron Howard ebenfalls einen Film mit historischem Hintergrund. In „Heart oft the Sea“ geht es um ein Ereignis, das vor etwa 200 Jahren für Aufsehen sorgte und das später Herman Melville in seinem berühmten Buch Moby Dick verarbeitet hat. Vorlage für den Film ist jedoch eine Novelle von Nathaniel Philbrick, der das Thema im Jahre 2001 noch einmal aufgearbeitet hat.

Menschliche Abgründe statt Heldenepos

Walfänger fahren hinaus aufs Meer, um den größten aller Meeresbewohner zu jagen. Doch diesmal werden die Jäger zu Gejagten. Ein riesiger Wal zerstört die Essex, das Schiff der Männer. 90 Tage lang irren sie in kleinen Rettungsbooten im Pazifischen Ozean umher, bis sie endlich gerettet werden. Ron Howard erzählt in seinem Film jedoch keine Heldengeschichte. Er nähert sich dem Thema auf eine ganz andere Weise.

Er beschreibt, welche menschlichen Abgründe sichtbar werden, wenn es um das eigene, das nackte Überleben geht. Bis hin zum Kannibalismus reicht das Repertoire der Grausamkeiten. Von der geschockten Gesellschaft totgeschwiegen, war dieser Rückfall in die menschliche Frühgeschichte doch auch ein wichtiger Faktor im Kampf ums Überleben.

Diese ebenso bekannte wie faszinierende Geschichte will der Regisseur Ron Howard, der mit Filmen wie Apollo 13, Das Sakrileg oder seinem oscarprämierten Werk A beautiful Mind – Genie und Wahnsinn bekannt geworden ist, nun ganz neu erzählen. Und dies zum Teil eben auch auf La Gomera. In etwa zwei Wochen werden der Filmemacher und seine Crew auf den Kanaren eintreffen. Mit ihm werden auch einige bekannte Namen der Schauspielerzunft auf der kleinen Insel zu Gast sein. Neben Chris Hemsworth werden u.a. auch Frank Dilane und Ben Wishaw wichtige Rollen in diesem Film spielen.

5 Millionen Euro bleiben auf der Insel

Auf dem beschaulichen Eiland La Gomera ist der bevorstehende Dreh das Thema schlechthin. Nicht zuletzt, weil auch hier, wie auf Fuerteventura, die Filmleute eine Menge Geld auf der Insel lassen. Von etwa 5 Millionen Euro ist die Rede. Ein Teil dieser Investitionen ist schon zu bewundern. Rund um Playa Santiago und im Gebiet von Tapahuga sind die historischen Kulissen nahezu fertiggestellt. Ein altes Fischerdorf ist hier entstanden. Man fühlt sich wie auf einer Reise in eine andere Zeit. So mag es vor 200 Jahren in einem kleinen Hafen wirklich ausgesehen haben.

Schon seit einigen Tagen liegt der Nachbau des historischen Walfängers im Hafen von Playa Santiago. Der imposante Segler hat sich seitdem zu einem beliebten Fotomotiv entwickelt. Abgelichtet werden auch etwa 200 Einwohner von La Gomera, die als Statisten in der Produktion kleinere Rollen übernommen haben. Sie waren im August und September bei Castings in Playa Santiago sowie in La Laguna ausgewählt worden.

In den nächsten Wochen wird also das sonst so ruhige Leben auf La Gomera komplett auf den Kopf gestellt. 300 Zimmer sind auf der Insel für das Filmteam reserviert worden. Und diese Gäste werden auf der kleinen Insel sicherlich eine Menge Aufsehen erregen.