Mit kreativen Ideen und gut geschulten Mitarbeitern kam der Erfolg

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, war gerade zu Besuch in Spanien. Dort unterzeichnete sie bei der Gelegenheit ein Abkommen, das es spanischen Jugendlichen ermöglicht, eine Berufsausbildung in Deutschland zu absolvieren. Das bewährte duale System, in dem praktische Erfahrungen in einem Betrieb und theoretische Kenntnisse in der Berufsschule vermittelt werden, gilt mittlerweile als Erfolgsmodell. Es ist eine Allzweckwaffe gegen die grassierende Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Diese Form der Ausbildung ist nahezu einzigartig. Außerhalb Deutschlands wird sie nur in wenigen Projekten, wie etwa beim Autobauer Seat, angeboten.

Auf den ersten Blick erscheint es als klassische Win-Win Situation. Spanische Jugendliche ziehen in nordische Gefilde, um eine fundierte Ausbildung zu absolvieren. Gleichzeitig füllen sie Lücken bei der Besetzung von Lehrstellen. Denn ganz selbstlos ist das Angebot an die Spanier nicht. Auf der Iberischen Halbinsel finden junge Menschen immer seltener eine Perspektive für eine gesicherte Zukunft. Parallel bleiben in Deutschland zunehmend Ausbildungsplätze unbesetzt, weil sich keine geeigneten Bewerber finden. Dass sich dadurch ein gefährlicher Prozess in Spanien in Gang setzt, bleibt unberücksichtigt.

Denn es sind die aktiven und engagierten jungen Menschen, die das Land verlassen. Wie man aus der Erfahrung der Vergangenheit weiß, kommen sie vielleicht nicht zurück. Doch gerade diese Macher braucht Spanien, um den Herausforderungen in der Zukunft gewachsen zu sein. Die spanischen Jugendlichen nach Deutschland zu holen, kann deshalb nur eine Übergangslösung sein, die durch die Implementierung eines vergleichbaren Systems im Land selbst mittelfristig abgelöst werden muss.

Einer der genau dies fordert, ist der deutsche Unternehmer Wolfgang Kiessling. Er kam in den 70er Jahren nach Teneriffa und hat hier eine neue Heimat gefunden hat. Über die Jahre hinweg hat er mit viel Arbeit und dem Glück des Tüchtigen eine beeindruckende Unternehmerkarriere hingelegt. Mittlerweile beschäftigt er in seinen Firmen mehr als 800 Menschen. Mit ihrer Arbeit tragen sie dazu bei, dass der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel, der Tourismus, auch weiterhin zuverlässig funktioniert. Als Besitzer des weit über die Kanarischen Inseln hinaus bekannten Loro Parque hat Kiessling entscheidend daran mitgewirkt, dass sich Teneriffa nicht nur wegen des meist guten Wetters als beliebte Urlaubsdestination etablieren konnte. Sondern auch mit außergewöhnlichen Attraktionen kann die Insel punkten. Der Erfolg des Parks, der im vergangenen Jahr seinen 40. Geburtstag feierte, ist nicht zuletzt auch der Tatsache zu verdanken, dass Kiessling von Anfang an großen Wert auf eine fundierte Ausbildung seiner Mitarbeiter gelegt hat.

Unternehmer Kiessling setzt auf gut geschulte Angestellte

Nur mit umfassend geschulten Angestellten war es möglich, aus kleinen Anfängen heraus ein Unternehmen zu formen, das auch im 41. Jahr seines Bestehens bestens für die Zukunft gerüstet ist. Neben dem Loro Parque, der als erster Landschaftszoo Europas gilt, gehört dazu mittlerweile der 2008 eröffnete Siam Park. Der Park ist viel mehr ist als ein simples Freizeitbad. Sondern eine spannende Erlebniswelt mit zahlreichen Attraktionen, die nicht nur mit Wasser zu tun haben.

Auch das 5-Sterne Hotel Botanico am Fuße des Teide zählt zum Firmenimperium der Familie Kiessling, deren Chef nun von seinen Unternehmerkollegen in Spanien fordert, ihr Denken zu ändern. Wer langfristig erfolgreich sein will, darf nicht auf den schnellen Gewinn aus sein.  Er blickt in eine Zukunft, die nur dann gesichert ist, wenn investiert wird. Und die beste Investition in ein Unternehmen, davon ist Wolfgang Kiessling überzeugt, ist die Ausbildung der Mitarbeiter. Deshalb schlägt er vor, möglichst rasch ein Programm aufzulegen, das sich am dualen Ausbildungssystem Deutschlands orientiert. Angepasst an spanische Besonderheiten könnte es ein erfolgversprechendes Rezept gegen die Abwanderung motivierter junger Menschen sein. Wenn sie auf den Inseln eine echte Chance bekommen, werden sie in der Heimat bleiben. Bleibt zu hoffen, dass der erfahrene Unternehmer seine Standesgenossen überzeugen kann und Jugendliche dadurch angeregt werden, in ihrer Heimat zu bleiben und die hier gebotenen Chancen zu nutzen.