Lopesan gewinnt im Baugenehmigungsstreit mit der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana

In seinen Anfängen war Lopesan lediglich eine kleine Baufirma, heute gehört das Unternehmen zu den größten Hotelbetreibern auf den Kanarischen Inseln, besonders auf Gran Canaria. Zahlreiche Hotels und Bungalowanlagen hat Lopesan in den vergangenen Jahrzehnten errichtet. Die Chancen auf die Realisierung eines weiteren Projektes sind nach der kürzlich gefällten Entscheidung einer Kammer des Obersten Verwaltungsgerichtes der Kanaren entscheidend gestiegen.

Neue 5-Sterne Bungalowanlage ist spanisch-finnisches Gemeinschaftsprojekt

Mit finanzieller Unterstützung der finnischen Gruppe Holiday Club will Lopesan direkt neben seinem Hotel Villa del Conde in Meloneras eine weitere Anlage mit 56 Bungalows errichten. Das im Stil eines kanarischen Dorfes gestaltete Hotel ist beim Publikum sehr beliebt, was wohl dazu führte, dass Lopesan über eine weitere Anlage in diesem Stil nachgedacht hat. Auch bei dem neuen Hotel soll es sich, wie beim Villa del Conde, um eine 5-Sterne Anlage handeln.

Streit um Baugenehmigungen nicht außergewöhnlich

Seit fast drei Jahren streitet sich der Bau- und Hotelunternehmer nun schon mit der Verwaltung der zuständigen Gemeinde San Bartolomé de Tirajana um die Baugenehmigung für das neue Hotel. Nach Ansicht der Stadtplaner entsprechen die Baupläne nicht dem Bebauungsplan für das Gebiet Meloneras 2 A. Diese Auffassung wurde nun von der Sala de lo Contencioso Administrativo del Tribunal Superior de Justicia de Canarias, einer Kammer des Obersten Verwaltungsgerichts der Kanaren, nicht bestätigt. Mit dieser Einschätzung der Verwaltungsrichter ist Lopesan der gewünschten Baugenehmigung ein gutes Stück näher gekommen. In einem ähnlichen Fall geht der Streit zwischen den Behörden und dem mächtigen Baukonzern jedoch noch weiter.

Immer wieder gibt es zwischen Investoren und Gemeinde Streit um Baugenehmigungen für Großprojekte. Dabei geht es nicht immer um den hier verhandelten Bebauungsplan aus dem Jahre 1994, sondern auch um Fragen des Naturschutzes oder um den Schutz der Küstenlinien. In manchen Fällen werden auch Parzellen von der Bebauung ausgeschlossen, da sie als historisch wertvoll betrachtet sind.

Baurecht als Waffe gegen die Konkurrenz

Das Baurecht ist von den konkurrierenden Hotelkonzernen auch gerne genutzt, um den Mitbewerbern Probleme bei der Verwirklichung ihrer Projekte zu bereiten. Sobald neue Baupläne bekannt werden, suchen nicht selten die im Wettbewerb stehenden Unternehmen nach Möglichkeiten, die Pläne der Konkurrenz zu torpedieren. So hatte Lopesan zu Beginn dieses Jahres erfolgreich gegen das Vorhaben der Riu-Gruppe opponiert, die ihr in die Jahre gekommenes 5-Sterne Hotel Riu Palace Maspalomas abreißen wollte, um Platz für eine neue Nobelherberge zu schaffen.

Ob und wann die endgültige Baugenehmigung für das neue Bungalowdorf in Meloneras nun erteilt wird, ist noch nicht sicher. Das Bauamt der Gemeinde hat nach der Entscheidung der Verwaltungsgerichtskammer allerdings keine gewichtigen Argumente mehr, um die Genehmigung zu verweigern.