Probleme der Altstadt von Santa Cruz am Runden Tisch kontrovers diskutiert

Die Menschen in Santa Cruz de La Palma sind sauer. Sauer auf die Lokalpolitiker, von denen sie sich im Stich gelassen fühlen. Sauer im Bestreben, ihre Stadt sauber und attraktiv zu gestalten.

Bei einem Gespräch am Runden Tisch, das letzte Woche im Palacio Salazar in der Inselhauptstadt auf Anregung einer Gruppe veranstaltet wurde, die sich die Pflege der historischen Altstadt auf die Fahnen geschrieben hat (Asociación del Casco Histórico de Santa Cruz de La Palma), kochten die Emotionen hoch. Manches laute Wort traf auf die Ohren des Bürgermeisters Sergio Matos von der PSOE und seiner politischen Mitstreiter, die in Person des Vizebürgermeisters und dem Gemeinderat für Infrastrukturelle Aufgaben ebenfalls anwesend waren. Der Moderator des Gesprächs, der Journalist Pedro Montesino hatte immer wieder Mühe, die Gemüter zu beruhigen, um die Diskussion in konstruktive Bahnen zu leiten.

Die Vertreter des Interessenverbandes warfen den Politikern vor, das historische Zentrum, verkommen zu lassen. Dabei müsste die Politik dafür sorgen, dass dieser architektonische Schatz erhalten bleibt. Außerdem bemängelten sie das Fehlen von Parkplätzen in der City und ein mangelndes Verständnis für die Belange von Touristen. Die kommen, um die einzigartige Atmosphäre der Altstadt zu erleben.

Konkret ging es um die Sauberkeit der Straßen und von öffentlichen Plätze. Laut der protestierenden Gruppe, die aus ansässigen Geschäftsleuten besteht, lässt diese sehr zu wünschen übrig. Die Gruppe beklagte sich neben vollen Abfalleimern und Müllcontainern auch über die verschmutzen Böden und die stinkenden Ecken, die man besonders an den Wochenenden findet.

Der Bürgermeister räumt Handlungsbedarf ein

Der Bürgermeister gab zu, dass in diesem Punkte Handlungsbedarf besteht. Er nahm das Angebot der Geschäftsleute an, die Stadtverwaltung zu unterstützen. Die Reinigung der Touristenzone wird in Zukunft mit einer neuen Reinigungsmaschine und zwei zusätzlichen Straßenkehrern von den Geschäftsleuten selbst organisiert. Die Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft könnte so zum Wohle aller einmal positive Schlagzeilen machen.

Das Problem der fehlenden Parkplätze auf der Avenida Maritima ist dagegen nicht ganz so einfach zu lösen. Einig war man sich in der Bewertung des Problems. Es mussten bereits wegen fehlender Kundschaft einige Läden schließen. Aber wie so oft in solchen Situationen kam man auch hier zu einer beliebten Entscheidung: wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis. Konkrete Ergebnisse konnte man an diesem Abend jedoch erwartungsgemäß nicht erzielen.

Ein weiterer Kritikpunkt war das fehlende Verständnis, gerade der lokalen Ordnungshüter. Verständnis für Touristen, die einen Besuch in der Altstadt von Santa Cruz für einen Einkaufsbummel oder ein Essen nutzen wollen. Als exemplarisch wurde der Fall eines Polizisten beschrieben. Er bat Gäste, die beim Abendessen in einem Lokal saßen, ihr Mahl zu unterbrechen und ihre Fahrräder umzuparken. Diese waren seiner Ansicht nach nicht korrekt abgestellt, obwohl keinerlei Gefährdung oder Behinderung für andere Verkehrsteilnehmer vorlag. Ein derartig unflexibles und unangemessenes Verhalten trägt natürlich nicht dazu bei, dass sich Besucher in der Altstadt willkommen fühlen.

An diesem Abend kamen noch zahlreiche andere Probleme auf den Runden Tisch, die viel Stoff für weitere Gespräche geliefert haben. Und wenn jedes Mal auch nur einer dieser Punkte gelöst werden kann, wie aktuell die Frage der Stadtreinigung, ist schon sehr viel erreicht.