La Palma in höchster Alarmbereitschaft

Schon am gestrigen Montag, den 9. Dezember, wurden für die westlichsten Inseln des kanarischen Archipels aufgrund der Wetterlage sämtliche schulischen Aktivitäten abgesagt, die nach 15 Uhr stattgefunden hätten. Starker Wind und Regen veranlassten die Behörden zur Anhebung der Alarmstufe von gelb auf orange. Der Airport von La Palma ist in solchen Fällen meistens nur sehr eingeschränkt tätig oder stellt seinen Flugbetrieb völlig ein. Wegen die kräftigen Windböen konnten gestern 54 Flüge nicht stattfinden. Auch heute konnten fast keine der kleinen interinsularen Maschinen auf La Palma landen oder starten, da schon am Vormittag Windböen bis 28 Knoten mit Windgeschwindigkeiten bis 60km/h den Flugbetrieb behinderten. Glücklicherweise konnten zumindest die internationalen Flieger aus Brüssel, Hamburg und München landen und mit leichter Verspätung auch wieder starten.

Inselweite Vorsichtsmassnahmen

Das Meteorologische Institut rechnet mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 km/h in den mittleren und höheren Lagen der Insel. Ab dem Abend wird die Niederschlagsmenge noch stark zunehmen und um Mitternacht ihren Zenit erreichen. Seit heute Vormittag besteht höchste Alarmbereitschaft. Die Schulen blieben heute geschlossen. Geschäftstreibenden wurde nahegelegt, ihre Läden am Nachmittag ebenfalls geschlossen zu lassen. Sämtliche Hilfskräfte stehen für einen möglichen Einsatz bereit.

Die Zufahrten zum Nationalpark Caldera de Taburiente und hinauf zum Roque de Los Muchachos sind gesperrt. Auch Zuwegungen in Bereich Mazo und Mimbreras sowie Los Tilos sind geschlossen.

In der Hauptstadt versucht man indes, das Eindringen von Wasser in gefñhrdete Objekte mittels Sandsäcken zu verhindern. Präventiv wurden diese in der Zone Cuatro Esquinas, Calle Garachico, in der Calle Real und der Calle Tresera aufgebaut.

Der starke Wellengang macht weitere Vorsichtsmassnahmen erforderlich

Durch den starken Seegang ist auch der Fährverkehr zwischen den Inseln beinträchtigt und wird ab dem Abend komplett eingestellt.

Die küstennahen Regionen wie La Bombilla, Los Cancajos und einige andere wurden vorsorglich zum Teil evakuiert. Einige der dort befindlichen Häuser und Hütten stehen sehr küstennah und könnten möglicherweise überschwemmt werden. Die Behörden warnen ausserdem davor, sich der Küste zu nähern und empfehlen dringend, zu Hause zu bleiben, sofern dies möglich ist.

Die Alarmstufe Rot bleibt noch bis morgen Vormittag bestehen. Dann soll der Starkregen nachlassen und die Regenfront voraussichtlich bis zum Abend komplett vorbeigezogen sein. Die Niederschlagsmenge wird mit 60 Litern pro Quadratmeter in nur einer Stunde angegeben. In den kommenden 12 Stunden rechnet man mit bis zu 180 Litern pro Quadratmeter.