La Palma: Bilanz des letzten Sturmes

Seit vergangenen Mittwoch wütete ein kräftiger Sturm über La Palma. Während die Ostseite dieses Mal kaum davon betroffen war, fegten die heftigen Windböen über den Nordwesten. Das Aridanetal und Teile des Inselsüdens. Durch die besondere Orographie entstehen zum einen oftmals Fallwinde, die aus den Bergen hinunter ins Tal peitschen, zum anderen gibt es dazwischen auch immer wieder Regionen, in denen es unterdessen fast völlig windstill ist. So blieben auch La Punta und Tijarafe vom Wind verschont, während es im Aridanetal sowie nördlich in Puntagorda stürmte. Die Fallwinde brachten sogar leichten Nieselregen bis hinunter in die niederen Lagen, obwohl dort eigentlich die Sonne schien.

In der Landwirtschaft entstanden enorme Schäden. Besonders in der Nacht von letzten Donnerstag auf Freitag präschten Windböen mit über 150h/km über die Insel. Teilweise brachen große Natursteinmauern ein. Vor allem in der Region zwischen El Remo und Puerto Naos stürzten etliche der überdachten Bananenplantagen ein. Die Bananenpflanzen selbst stehen zum Teil nur noch als kahler Strunk da. Für größere Plantagenbesitzer, die sich Kooperativen angeschlossen haben, sind die Schäden nicht ganz so dramatisch, da in diesem Fall eine Versicherung für die Schäden aufkommt. Kleine Bauern trifft der Ernteausfall deutlich härter.

Gefahr durch fliegende Gegenstände

Viele Menschen berichteten von Gegenständen, die der Sturm durch die Luft fegte. So wechselten Gartentore, Sat-Schüsseln, Blumenkübel, etliche Sonnenschirme und anderes den Ort. Wem sein Auto lieb und teuer war, der flüchtete in die Parkhäuser.

Gartenmöbel wanderten trotz zusätzlicher Beschwerung quer über das Gelände, um sich an Palmen, Büschen oder Bäumen zu fangen.

In manch windiger Region bauen sich die Bewohner Wintergärten an ihre Häuser, um sich auch bei ungnädigen Wetterbedingungen nicht ins Hausinnere zurück ziehen zu müssen. Allerdings bieten diese gläsernen Wände auch nur bedingten Schutz vor fliegenden Gegenständen.

In Las Manchas wirbelte der Sturm so heftig, dass einige ihre Häuser vorsichtshalber verließen und vorübergehend zu Freunden zogen.

Im Hafen von Tazacorte wurden durch den Sturm zwei Boote umgestoßen, die sich auf dem Trockendock befanden.

Die Angestellten und Gäste des Hotel-Sol in Puerto Naos kamen mit dem Schrecken davon, als sich eine Eingangstür aus den Angeln löste und durch den Wind ins Innere des Gebäudes gedrückt wurde.

Gemeinde Los Llanos zum Katastrophengebiet

Die Versicherungen werden durch die vergangenen Tage allerhand Schadensmeldungen auf dem Tisch haben und der eine oder andere wird vielleicht in weiser Voraussicht auf den nächsten Sturm auch eine Versicherung abschließen wollen. Durch umstürzende Mauern und fliegende Gegenstände wurden einige parkende Autos beschädigt und so manches Dach muss geflickt werden.

Am Samstag hieß es aus dem Rathaus von Los Llanos zunächst, man werde prüfen, ob das Gemeindegebiet zum Katastrophengebiet erklärt werden sollte. Nachdem sich die Bürgermeisterin der Gemeinde nun mit weiterem Gefolge persönlich ein Bild der Lage verschafft hat, wurde diese Maßnahme offenbar wieder verworfen.

Bereits am Samstag ließ der Wind stark nach. Lediglich plötzlich einsetzende Windböen sorgten noch ab und an für fliegende Sonnenschirme in den Straßencafe´s.