Internetsabotage in Hotels auf Gran Canaria beendet

Auch im Urlaub wollen viele Menschen nicht auf eine stabile Verbindung ins Internet verzichten. Deshalb gehört es heute weitgehend zum Standard der meisten Hotels, ihren Gästen durch die Einrichtung von Wifi-Netzwerken diesen Service zu bieten. Besonders in den Häusern der gehobenen Kategorien gehört die Möglichkeit, mit dem eigenen Laptop, dem Tablet oder auch mit dem Smartphone im Internet zu surfen, so selbstverständlich zum Serviceangebot wie TV und Telefon auf dem Zimmer.

Hotels im Süden wurden gezielt attackiert

Im Süden Gran Canarias, besonders in der Gegend von Meloneras, kam es in den vergangenen Monaten jedoch ständig zu massiven Störungen in den Netzen von zahlreichen Hotels. An manchen Tagen war es für die Betroffenen unmöglich, eine Verbindung zum Internet zu bekommen. Bis zu 100 Hotels sollen von den Störungen betroffen gewesen sein. In den Spitzen waren so fast 30.000 Hotelgäste ohne diesen für viele so wichtigen Draht zur Welt.

Bei den Unternehmen, die solche drahtlosen Netzwerke in den Touristenanlagen eingerichtet hatten und für deren sie Pflege verantwortlich sind, häuften sich die Reklamationen. Der zunehmende Ärger der Hotelbetreiber war für die Firmen, zu denen auch das kanarische Unternehmen Idecnet gehört, nur zu verständlich. Allerdings konnten sie sich die ständigen Ausfälle zunächst nicht erklären. Bald jedoch war man sich sicher, dass es sich bei den Störungen um gezielte Sabotage handeln musste.

Nach einer Anzeige bei der Nationalpolizei durch die betroffenen Internetfirmen begannen die gemeinsamen Ermittlungen von Strafverfolgungsbehörden und Opfern. Um herauszufinden, wer hinter den mysteriösen Anschlägen auf die Informationsquelle Internet steckte, wurden massive technische Mittel eingesetzt.

In der vergangenen Woche war die Ermittlungsarbeit jetzt von Erfolg gekrönt. Drei verdächtige Männer konnten festgenommen werden. In ihrer Operationsbasis konnten man unter anderem Antennenanlagen beschlagnahmen, die sie benutzt haben, um die Kommunikation in den Netzwerken der Hotels und Apartmentanlagen gezielt zu stören oder ganz lahm zu legen. Noch am Tag der Festnahme der informationstechnischen Saboteure waren die Probleme beseitigt. Schlagartig waren die Feriengäste in den betroffenen Touristenanlagen in der Lage, ihre elektronischen Geräte uneingeschränkt zu nutzen. Die Zeit der ständigen Ausfälle und Störungen scheint nun endgültig vorbei zu sein.

Motive der Täter bislang noch nicht geklärt

Unklarheit herrscht noch über die Motive der Täter. Wollten sie mit ihren Sabotageaktionen gezielt die Firmen schädigen, die die WiFi-Netze in den Hotels installiert und betrieben haben? Oder wollten sie unzufriedene Gäste in den Ferienanlagen produzieren und so der Tourismusindustrie Schaden zufügen? Diese Fragen müssen von den Beamten der Nationalpolizei und von den Staatsanwälten noch geklärt werden.

Vielleicht handelt es sich bei den Tätern aber ja gar nicht um böse Cyberkriminelle, sondern einfach nur um extrem besorgte Bürger, die verhindern wollten, dass ahnungslose, unbescholtene Touristen zu kriminalisierten Überwachungsopfern der NSA werden. Wer Bundeskanzlerinnenhandys abhört, der schreckt auch vor der Ausspionierung von unschuldigen Urlaubsgästen auf Gran Canaria ganz bestimmt nicht zurück.