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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, am 25. November, lädt die Gemeinde Villa de Mazo am heutigen Samstag zu einem Treffen ein, um das Thema „häusliche Gewalt“ einmal mehr öffentlich zu machen. Den Opfern soll damit Mut gemacht werden, sich nicht mit ihrer Situation abzufinden, sondern sich Hilfe zu holen, denn seit 2007 gibt es in Spanien bereits eine Notruf-Hotline, bei der sich die Opfer wie Angehörigen beraten lassen können.

Es hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan, was die Zahl der Opfer betrifft, und dennoch gibt es in den europäischen Ländern noch immer viele Todesfälle aufgrund häuslicher Übergriffe.

Das Ministerium für Gleichstellung „Ministerio de Igualdad“ hatte im Jahr 2007 für die Einrichtung der 016-Hotline eine Summe von 1,7 Mio Euro zur Verfügung gestellt. (Auf den Kanaren kann man sich auch an die allgemeine Notruf-Nummer 112 wenden) Vom Kanarischen Archipel gingen seitdem überdurchschnittlich viele Anrufe ein, ein deutliches Zeichen, dass die Kampagnen überaus wichtig sind. Meist sind es die Mütter, Freundinnen oder Schwestern, die sich professionellen Rat holen.

Leider wird diese Hotline nicht selten auch von Männern angerufen, die Beleidigungen und Drohungen loswerden wollen.

Gewalt gegen Frauen von Männern oft geduldet

In einer Umfrage gaben Männer zu, die selbst zwar zu Hause nicht handgreiflich gegen ihre Frauen wurden, dennoch das Vorgehen von anderen Männern zu dulden. „Man hält sich eben raus“. Gerade auch, wenn die Frau die Beziehung beenden will und der Mann daraufhin aus Frust seine Aggression rauslässt, stösst dies bei anderen Männern oft auf Verständnis. Das gaben rund 5 % der männlichen Bevölkerung an.

Mehrere Hunderttausend Fälle jährlich allein in Spanien

Gewalt in den eigenen vier Wänden ist in allen europäischen Ländern ein Thema. Allein in Spanien gibt es pro Jahr mehrere Hunderttausend Fälle, darunter sogar Morde. In Frankreich ist die Zahl der Todesofter noch höher, als in Spanien. Leider ist den betroffenen Frauen oftmals nicht mal selbst das Unrecht klar, welches ihnen geschieht. Die im November 2006 vom Europarat eröffnete Kampagne zeigt aber langsam Wirkung, denn die Zahl der Opfer sank seitdem erheblich.

Was führt zur Gewalt gegen den Partner?

Forschungen haben belegt, dass Gewalt bei den Betroffenen oftmals schon ein Thema im Elternhaus war. So neigen Kinder im Erwachsenenalter oft selbst zur Aggression gegenüber ihrem Partner, wenn auch sie von ihren Eltern geschlagen wurden. Es war ein scheinbar „normales“ Mittel, sein Recht durchzusetzen und Konflikte zu „lösen“.

Mädchen, deren Mütter geschlagen werden und dies lange Jahre über sich ergehen lassen, begreifen Gewalt als Normalität.

Auch kulturelle Prägungen spielen eine starke Rolle und können nur sehr langsam gekippt werden. Der „Machismo“ in Spanien ist noch immer stark ausgeprägt. Oftmals wollen die Männer nicht, dass ihre Frauen arbeiten gehen, was diese in eine finanzielle Abhängigkeit bringt und so auch ihr Selbstbewusstsein schwächt.