Lanzarote: Informationsabend über geplante Ölbohrungen

Im Namen der Comision Insular und Ezequiel Navío – Director Oficina Acción Global – Cabildo de Lanzarote, Laden wir Sie herzlich zu 2 Informationsstunden zum Thema „Öl vor Lanzarote und Fuerteventura – JA zu alternativen Energien“ Ölbohrungen ein.

Der Vortrag wird dort in deutsch simultan übersetzt. Nach dem Vortrag können sie dann an den Fachmann mit Hilfe des Dolmetschers Fragen stellen.

Am Sonntag, den 30. Juni –

 Casa Cerdeña

Casa Cerdeña

2 Stunden Information im Casa Cerdeña – San Bartolomé /
14:00 bis 16:00 Uhr.

Das Komitee des Biosphärenreservates und die Inselregierung möchten Sie aus erster Hand über den aktuellen Stand der geplanten Ölbohrungen vor Lanzarote und Fuerteventura informieren. In Begleitung eines deutschen Dolmetschers.

Wissen Sie, dass die am meisten verschmutzende Industrie der Welt sich auf die Kanaren konzentriert hat? … genauer, auf Lanzarote und Fuerteventura?

Wissen Sie, dass die spanische Regierung 3 Ölmultis genehmigt hat, mit der Erkundung anzufangen, wenige Kilometer vor den Küsten dieser Inseln?

Wissen Sie, dass REPSOL, welches dieses Projekt leitet, auf dem Meeresboden und in Gewässern großer Tiefe und einem hohen Risiko bereits aktiv ist?

Das Problem ist nicht neu. Die Kanaren haben der spanischen Regierung und den drei Ölmultis, welche die Genehmigung haben, die angenommenen Vorkommen von Rohöl vor den Inseln abzubauen, den Krieg erklärt. Die Firmengemeinschaft besteht aus REPSOL (50% der Aktien), der deutschen RWE Dea (20% der Aktien) und der australischen WOODSIDE PETROLEUM (30% der Aktien).

Die Geschichte begann vor 13 Jahren, im Dezember 2001. Als die konservative Regierung, dirigiert vom Expräsidenten José María Aznar, einen königlichen Erlass genehmigte, der REPSOL bevollmächtigt, mit der Erdölsuche vor den Küsten von Lanzarote und Fuerteventura zu beginnen. Damals legte die Regierung von Lanzarote eine Beschwerde gegen diesen königlichen Erlass ein. 2004 gab der oberste Gerichtshof der Verwaltung der Insel recht und setzte die Erlaubnis der Erdölgesellschaft aus. Da die eingebrachten Informationen und Nachweise zum Umweltschutz in dem Projekt unzureichend waren. Und nicht der spanischen und europäischen Gesetzgebung entsprachen.

REPSOL versuchte es erneut, als der Sozialist José Luis Rodríguez Zapatero Präsident der spanischen Regierung 2008 wurde. Aber erreichte bei ihm keine Genehmigung. Er verstand, dass ein solcher Eingriff in diese Natur nicht ohne die Übereinstimmung und dem vorherigen Einverständnis der kanarischen Verwaltung und seiner Bevölkerung genehmigt werden kann.

Dennoch wurde im November 2011, als der aktuelle Präsident Spaniens Mariano Rajoy die Wahlen gewann und das Ministerium für Industrie – Energie und Tourismus dem Kanarier José Manuel Soria übertrug, auf einmal mittels eines Gesetzeserlasses an die Ölgesellschaft REPSOL die Erlaubnis erteilt, 616.000 Hektar in sehr tiefem Wasser vor Lanzarote und Fuerteventura zu bohren und man begann. Diese Gebiete sind als sehr risikoreich für Bohrungen eingestuft.

Dieser Erlass genehmigte später, dass  die kanarische Regierung, speziell die Regierungen von Lanzarote und Fuerteventura. Von Zeit zu Zeit Einwände erheben können, um den Prozess zu unterbrechen.

Die Kanaren sind die autonome Region mit der dritthöchsten Arbeitslosigkeit (35%) und deren wichtigster Industriezweig ist der Tourismus. Ein Wirtschaftssektor, der am meisten zu verlieren hat, wenn die Ölbohrungen beginnen sollten. Die Bohrungen wurden in Meeresgebieten genehmigt,  bei denen eine Distanz von 9 bis 80 Kilometer zu den Hauptstränden von Lanzarote und Fuerteventura wäre. Bei einer Ölpest ist dies eine sehr kleine Distanz. Im Falle eines gravierenden Unfalls, welche häufig in der Ölindustrie zu verzeichnen sind, wäre keine der Kanarischen Inseln mehr sicher.

Zur gleichen Zeit entfalten das Ministerium für Industrie und REPSOL eine beispiellose Medienkampagne. Durch die sie immer wieder versuchen, die Bevölkerung zu verwirren, und  behaupten. Tausende Arbeitsplätze aus dieser Industrie für die Kanaren schaffen zu können.

Über das Risiko äußern sie sich in Form „ich glaube“. Sie bestätigen dass „das Öl die Rettung der Kanaren ist“. Das Überraschende ist, dass die Haupttourismusunternehmer aus Deutschland und Groß-Britannien, die Millionen von Touristen im Jahr auf diese Inseln schicken, schriftlich den Minister Soria gebeten haben, der ja auch der Minister für Tourismus ist, dieses Projekt aufzugeben. Da die Folgen für den Tourismus und die Umwelt sehr negativ sein können. Es kam keine Antwort, der Minister reagiert nicht. Sondern fährt weiter fort, in verantwortungsloser Weise und ist den Interessen der Ölgesellschaft zugewendet.

Währenddessen haben WWF, Greenpeace, die Fundación César Manrique, „Ecologistas en Acción“, Océana, die Gesellschaft für das Studium der kanarischen Meeressäuger, die Universitäten von Las Palmas und La Laguna in Teneriffa, die Universität von Texas, die Universität von Hamburg, der Verein „Cousteau Divers“, die internationale Union für die Erhaltung der Natur (wissenschaftliches Komitee aus mehr als 100 Ländern), und mehr als 40.000 Personen aus Lanzarote und Fuerteventura gegen die Bohrungen des hohen Risikos ausgesagt.

Der Konflikt ist jetzt, ein Jahr nach dem Beginn sehr stark. Aber auf den Inseln ist niemand verfügbar oder gewillt sich einzubringen. So wird von mehreren Vereinen und öffentlichen Verwaltungen mit vollem Engagement und Energie heraus gearbeitet, um diese Bedrohung zu stoppen.

Wir sprechen von Inseln, die von mehr als 12 Millionen Touristen im Jahr besucht werden, von einer der Zonen mit der größten Biodiversität des Planeten, bei dem in unseren Gewässern mehr als die Hälfte der Meeressäuger der Welt beheimatet sind. Ein wichtiger Faktor auch für die Fischerei.  Zonen, die durch die Vereinten Nationen und verschiedene internationale Abkommen zum Schutz des Lebensraums, Flora und Fauna, geschützt sind.  Inseln, die in ihrer Gesamtheit zu Biosphärenreservaten erklärt sind.

Zusammenleben mit Ölbohrungen nicht möglich

Wir denken, dass es nicht wenige Gründe gibt, um zu verstehen, dass dieses Paradies nicht mit der am meisten verschmutzenden Industrie der Welt zusammenleben kann. Mit weniger als 15 km Entfernung bohrend, bis zu einer Tiefe von 5.000 Metern, in einer Zone mit seismischer Aktivität?

Wir sind an einen Punkt gelangt, dass wir unsere deutschen Mitbürger und Personen informieren möchten, und vielleicht um eine kleine Mitarbeit bitten. Uns ist klar geworden das wir bisher uns zu wenig um die Information an unsere Mitbewohner aus Deutschland gekümmert haben. Aus diesem Grund haben wir für das nächste Jahr 4 Informationstage in Begleitung eines  Übersetzers vorgesehen und stellen uns selbstverständlich für weitere Fragen zur Verfügung.

Der von der kanarischen Regierung beauftragte Fachmann Ezequiel Navio Vasseur wird eine audiovisuelle Präsentation vorstellen und erklärt den Kampf, den die die hier Verantwortlichen gegen dieses Projekt koordinieren.

Wir versammeln uns am Sonntag, den 30. Juni 2013, im Casa Cerdeña von 14:00 bis 16:00 Uhr im Zentrum von San Bartolomé.

Ihre Anwesenheit ist uns wichtig!
Wir sind der Meinung, dass eine Zusammenarbeit mit unseren ausländlichen Mitbürgern Früchte tragen kann.
Nein zu Ölbohrungen, ja zu erneuerbaren Energien!

Ezequiel Navío
Director Oficina Acción Global
Cabildo de Lanzarote

Convocatoria y textos: Global Action Office