Gruppe von Timeshare-Betrügern auf Gran Canaria verhaftet

Am Samstag, dem 26.07.2014 ist der Policia Nacional auf Gran Canaria eine Gruppe von Betrügern ins Netz gegangen, die mit Geschäftsversprechen rund um den Handel mit Rechten an Timeshare-Anlagen etwa 3 Millionen Euro ergaunert haben soll.

Viele Inhaber von Timeshare-Anteilen bereuen schon bald nach dem oftmals überstürzt und in Urlaubsstimmung getätigten Kauf von Ferienwochen in Timeshare-Anlagen ihre Entscheidung und möchten dann die für sie unbrauchbaren Rechte schnell wieder loswerden. Diese Tatsache hatte sich die Betrügerbande auf Gran Canaria zu Nutze gemacht.

In zwei Call-Centern auf der Urlaubsinsel saßen die angeblichen Rechtehändler den ganzen Tag am Telefon, um lange Listen mit potenziellen Kunden abzuarbeiten. Da nicht wenige Besitzer von Timeshare-Rechten ihre Wochen nicht so nutzen können, wie sie sich dies vorgestellt hatten oder redegewandten Verkäufern ihnen versprechen, sind die verhinderten Traumurlauber positiv überrascht, wenn ihnen jemand anbietet, ihre ungeliebten Ferienrechte zurückzukaufen. Mit ebenso blumigen Versprechen wie beim Verkauf der Urlaubswochen in den Timeshare-Anlagen lockten die Betrüger ihre arglosen Opfer in die Falle.

Rückkauf wurde nie abgewickelt

Sie gaben an, Kunden für die Rechte zu haben, die nur darauf warten würden, endlich Urlaub in einer der tollen Anlagen machen zu können. Da jedoch das Angebot an noch verfügbaren Wochen geringer sei als die große Nachfrage, wäre nun ein Rückkauf der Wochen möglich. Darauf hatten viele enttäuschte Timeshare-Kunden gewartet. Dass der Markt keinesfalls so leergefegt ist, wie man ihnen vorgegaukelt hat, war den späteren Opfern wohl nicht bewusst. Für sie zählte nur, dass sie ihre oftmals ungenutzten und teuer bezahlten Urlaubswochen wieder loswurden.

Misstrauisch hätte man jedoch spätestens dann werden können, als die angeblichen Retter in der Not zunächst einmal nicht unbeträchtliche Geldsummen forderten, um das entsprechende Geschäft einzuleiten. Trotzdem sind hunderte von Timeshare-Urlaubern auf das Angebot eingegangen und wurden so zum zweiten Mal Opfer der unseriösen und kriminellen Verkäufer. Erst als auch nach der Überweisung des geforderten Geldes nichts geschah, war den Rechteinhabern klar, dass man sie erneut betrogen hat. 150 von ihnen haben bis heute Anzeige gegen die Betrüger erstattet.

Ermittlungen begannen schon Ende März

Bereits Ende März diesen Jahres hatten die Ermittlungen gegen die Bande begonnen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich schon zahlreiche Betroffene aus verschiedenen europäischen Ländern bei den Behörden gemeldet und Anzeige erstattet.

Nach der erfolgten Zahlung hatten sie von den Betrügern nichts mehr gehört, geschweige denn den Erlös aus dem Verkauf ihrer Urlaubswochen überwiesen. Da entsprechende Verkäufe nie stattgefunden haben, ist dies nicht weiter verwunderlich.

Die Ermittlungen führten die Polizei zu zwei Callcentern auf Gran Canaria, in denen nun gestern eine Razzia durchgeführt wurde. Gerade in dem Moment, als man größere Geldsummen unter den Anwesenden verteilen wollte, schlugen die Beamten der Policia Nacional zu. 15 Personen haben sie bei der Aktion verhaftet. Neben den Mitarbeitern, die per Telefon den Kontakt zu den Opfern hergestellt haben, befanden sich auch die Chefs der Bande unter den Festgenommenen. Bei der Durchsuchung der Geschäftsräume der beiden Callcenter und zweier privater Wohnungen haben sie zahlreiche Unterlagen gefunden, die das schmutzige Geschäft dokumentieren. Außerdem beschlagnahmte die Polizei mehr als 11.000 Euro in bar, einige Computer und andere Datenträger der Betrüger, die aus verschiedenen europäischen Ländern stammen. Nähere Angaben dazu wurden noch nicht gemacht. Da viele Deutsche, Österreicher und Schweizer unter den Timeshare-Kunden sind, ist jedoch anzunehmen, dass auch Angehörige dieser Nationalitäten unter den Festgenommenen zu finden sind.