Gran Canaria: Politisches Ränkespiel oder konkreter Verdacht gegen designierten Vizepräsidenten?

Das politische Klima auf Gran Canaria wird nach dem für die Altparteien äußerst schmerzhaften Ausgang der Kommunal- und Regionalwahlen zunehmend rauer. Nachdem die neuen Bürgermeister und Stadträte ihre Arbeit in den Städten und Gemeinden schon aufgenommen haben. Stehen die konstituierenden Sitzungen der Inselräte – der Cabildos – und des Regionalparlamentes noch bevor. Da die Zeiten, in denen es sich PP und PSOE sowie einige Regionalparteien gemütlich eingerichtet hatten, vorbei sind. Werden beim Kampf um Posten und Einfluss nun stärkere Geschütze aufgefahren. Dass dabei auch schon mal zu nicht ganz fairen Mittel gegriffen wird, ist in der Politik nichts Neues.

Schwere Vorwürfe

So sieht sich der designierte 2. Vizepräsident des Cabildo de Gran Canaria derzeit einer Anschuldigung gegenüber, die nicht nur seine politische Karriere zerstören könnte. Juan Manuel Brito, der an der Spitze von Podemos in das Inselparlament eingezogen ist und dort zum Vizepräsidenten gewählt werden sollte, wird beschuldigt vor mehr als 12 Jahren die damals 5-jährige Tochter seiner ehemaligen Lebensgefährtin sexuell missbraucht zu haben. Gleich ob an diesen Vorwürfen, die ausgerechnet kurz vor der Wahl erhoben sind, etwas dran ist oder nicht. Der Schaden ist zunächst einmal angerichtet. Ganz nach dem Motto „irgendwas bleibt immer hängen“.

Seit vielen Jahren ist Brito von seiner Ex-Partnerin, die scheinbar die neue Beziehung ihres einstigen Lebenspartners nicht akzeptieren kann, verfolgt. Auch die neue Lebensgefährtin an der Seite des Politikers musste sich schon vor Angriffen der verlassenen Frau schützen. Massive Vorwürfe, wie die nun erhobenen, hatte es bislang jedoch nicht gegeben. Da stellt sich dann schon die Frage, ob hier eine enttäuschte Frau nicht zur Waffe im Streit um politische Posten gemacht ist. Während sich Brito vehement gegen die Vorwürfe wehrt und nicht ganz ohne Grund eine politische Intrige wittert, ruht seine aktive Mitgliedschaft bei Podemos. Sollte sich am Ende herausstellen, dass die Anschuldigungen berechtigt sind, hätte er an einer exponierten Stelle des öffentlichen Lebens tatsächlich nichts zu suchen. Es sei denn als Angeklagter in einem Strafprozess. Bislang sieht jedoch alles eher danach aus. Als solle hier mit extrem unfairen und zerstörerischen Mitteln versucht werden, einen Politikwechsel zu verhindern.