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Gofio für Japan

Es ist das traditionellste aller Lebensmittel der Kanarischen Inseln: Gofio. Auch wenn andere Spezialitäten, wie etwa die berühmten Papas arrugadas mit Mojo – in Salzwasser gekochte kleine Runzelkartoffeln, die mit variantenreichen Dips schmecken – massenkompatibler sind, ist Gofio so typisch kanarisch wie kein zweites Lebensmittel.

Schon in grauer Vorzeit rösteten die Guanchen ihre Gerste und stellten daraus ein kräftiges Mehl her. Das sie, angereichert mit Wasser, zu einem nahrhaften Brei mischten. In Laufe der Zeit trat die Gerste in den Hintergrund, und heute stellt man Gofio meist aus Maiskörnern her. Neben anderen Getreidesorten werden auch exotische Varianten angeboten, die aus Hülsenfrüchten oder Pflanzensamen entstanden sind. Auf welcher Getreidebasis auch immer man das Grundprodukt gefertigt hat. Als Basis für zahlreiche Gerichte ist Gofio fester Bestandteil der kanarischen Küche. Zusammen mit anderen lokalen Produkten wie Frischkäse, Nüssen, Bananen, Honig oder Rosinen, wird das Mehl zu Brei und Paste verarbeitet.

Während die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten das Mehl zunehmend beliebter machen, gerät die traditionelle Art leider immer mehr in Vergessenheit.

Auf welche Art und Weise auch immer sich das Jahrtausende alte Lebensmittel in der Küche präsentiert. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und der hohe Nährwert machen Gofio auch außerhalb der Kanaren zu einer interessanten Alternative zu anderen Produkten.

Nicht nur in Spanien beliebt

Einer, der dazu beigetragen hat, dass das Mehl seinen Siegeszug auch jenseits des kanarischen Archipels fortsetzen konnte, ist der Unternehmer José Luis Garcia. Der heutige Chef einer Mühle, die bereits 1866 sein Ururgroßvater auf Teneriffa gegründet hat. Die Firma La Molineta exportiert ihre Produkte nicht nur in die USA und nach Deutschland, sondern jetzt auch nach Japan. Wo Gofio die Supermarktregale erobern soll. Seit zwei Jahren arbeitet der Unternehmer daran, auf dem japanischen Markt Fuß zu fassen.

Auch wenn es am Anfang schwierig war, haben die Japaner doch zunehmend Gefallen gefunden an einem Lebensmittel, das als natürliche Alternative zum heimischen Kinako Mehl vermarktet . Die Verbindung von Gofio mit traditionellen japanischen Gerichten wie etwa Sushi, ist jedoch nicht ganz einfach darzustellen. Auch wenn auf den Kanarischen Inseln Gofio gerne in Verbindung mit Fisch zu einem beliebten Eintopf verarbeitet wird, sind die Japaner zu diesem Schritt dann doch noch nicht bereit. Sie verwenden die Produkte von La Molineta eher bei der Zubereitung von Süßem wie Mousse, Magdalenas oder Eis.

José Luis Garcias wird jedoch nicht müde, sein Gofio von San Cristóbal de La Laguna aus in die Welt zu tragen. Dazu hat er sogar eine Webseite in vier Sprachen erstellt, auf der es nicht nur Informationen zum Unternehmen und seinen Produkten gibt, sondern auch zahlreiche leckere Rezepte, die mit dem kanarischen Allzwecklebensmittel verwirklicht werden können. Die deutsche Ausgabe finden Sie hier. Viel Spaß beim Nachkochen!