Geplanter Straßenbau und beidseitige Nutzung des Cumbre-Tunnel

Der Rat für Infrastruktur, Jorge González, ließ aktuell durch eine externe Beratungsfirma prüfen. Inwiefern man den neueren Cumbre-Tunnel aus beiden Richtungen befahrbar machen kann. Grund dafür war eine offizielle Anfrage aus der Bevölkerung.

Die Ost- und Westseite der Insel La Palma verbinden aktuell zwei Tunnelröhren, die jeweils in eine Richtung befahrbar sind. Zum einen führt der Weg von Ost nach West zunächst über eine 9 km längere Strecke hinauf zum alten Tunnel. Welcher auf über 1000 Metern Höhe liegt. Die Strasse dorthin windet sich in etlichen Serpentinen durch die Berge. Sie ist sicherlich für viele Urlauber ein erstes beeindruckendes Erlebnis. Wer hingegen häufiger von einer auf die andere Inselseite fahren muss, für den kann die Fahrt schon etwas nervig sein.

Die neuere Tunnelröhre, der sogenannte Cumbre-Tunnel, hat man erst 2003 eröffnet und an einer deutlich tieferen Stelle durch den Berg gegraben. Durch diesen zweispurigen, modernen Tunnel gelangt man wiederum von West nach Ost. Lediglich bei stärkerem Regen wird der letzte Straßenabschnitt auf der Ostseite, hinauf zur älteren Tunnelröhre, aus Sicherheitsgründen gesperrt und der Verkehr beidseitig durch den neuen Cumbre-Tunnel geleitet. So mancher Verkehrsteilnehmer freut sich dann über die deutlich kürzere Fahrzeit. So kam wohl auch die Frage auf, warum dies nun nur bei schlechtem Wetter möglich sei.

Mögliche Optionen zur beidseitigen Nutzung des Cumbre-Tunnel

Die vom Cabildo beauftragte Firma Tecamac S.A. legte nun vier mögliche Lösungen vor. Bei allen genannten Möglichkeiten steht die Verkehrssicherheit an oberster Stelle. Diese müsse in jedem Fall gewährleistet sein, betont Jorge González ausdrücklich.

Bei der kostengünstigsten Variante, bei der diese Sicherheitsvorkehrungen demnach auch am geringsten ausfallen, würde die bestehende Tunnelröhre lediglich durch geringfügige Änderungen für die beidseitige Nutzung aufgerüstet werden. Dennoch würde diese Variante laut Beraterfirma bereits mindestens 8,6 Mio Euro kosten.

Die zweite Option beinhaltet zusätzliche Haltebuchten und würde damit auch eine höhere Sicherheitsstufe aufweisen. Bei dieser Möglichkeit läge die notwendige Investition dann mindestens 2,1 Mio Euro über der Basis-Variante.

Die dritte Möglichkeit sieht neben dem Ausbau mit Haltebuchten die Installation von zusätzlichen Fluchtwegen vor, läge dann allerdings schon bei einem Investitionsbedarf von mindestens 18,2 Mio Euro.

Darüber hinaus gäbe es zudem natürlich noch die sicherste Variante einer zweiten Tunnelröhre auf gleicher Höhe. Die veranschlagte Summe von 85,7 Mio Euro macht ein weiteres Nachdenken darüber aber wohl überflüssig, wenngleich auch die Kosten für die Basis-Lösung das Budget der Inselregierung bei Weitem übersteigen. Bleibt also abzuwarten, inwiefern sich der spanische Staat an einem solchen Projekt beteiligen wird. Die Frage nach der technischen Umsetzung und Machbarkeit hat man somit aber geklärt.

Geplante Erneuerung der Fahrbahndecke auf der LP-3 zwischen Krankenhaus und altem Tunnel

Ob und wann der Cumbre-Tunnel tatsächlich einmal dauerhaft aus beiden Richtungen zu befahren sein wird, dass wird sich zeigen. Zunächst beginnen aber im März die Strassenbauarbeiten zur Erneuerung der Asphaltdecke zwischen dem Krankenhaus und dem alten Tunnel. Dies geschieht in zwei Bauabschnitten. Die Bautätigkeit findet immer nachts zwischen 21 Uhr und 6 Uhr statt und soll somit den fließenden Verkehr so gering wie möglich behindern. Dennoch werden sich Autofahrer bis mindestens Monat Mai auf Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen müssen, solange sollen die Bauarbeiten andauern.

Zu vermuten ist, dass dieses ambitionierte Ziel von zwei Monaten Bautätigkeit wohl schwer zu schaffen ist, zumal in diesem Zuge auch weitere Haltebuchten geschaffen werden sollen. Auf jeden Fall waren die Bauarbeiten in diesem Straßenabschnitt dringend notwendig, da die alte Straßendecke äußerst brüchig und marode war und seit vielen Jahren immer nur Flickwerk betrieben wurde.