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Geheimtipps Teneriffa: Tag 1 – Costa el Sauzal

Die Kanareninsel Teneriffa lockt seit Jahrzehnten Feriengäste aus aller Welt. Ob im Sommer oder im Winter, durch die Nähe zum Äquator sind die Temperaturen hier ganzjährig angenehm. Außerdem machen zahlreiche Bauvorhaben die Vulkaninsel immer attraktiver. Dabei wird sowohl Wert auf Barrierefreiheit als auch auf Renaturierung gelegt. So wurde beispielsweise die beliebte Promenade in Puerto de la Cruz völlig neu und ganz ohne Treppenstufen konzipiert. Auch das Bewusstsein für das empfindliche Gleichgewicht der Natur verankert sich zunehmend in den Köpfen der Stadtplaner und Architekten. Nationalparks werden errichtet, ganze Küstenstreifen unter Naturschutz gestellt und wilde Bebauung abgerissen. So entwickelt sich die Insel Teneriffa von einer altmodischen Touristeninsel wieder zu einer Naturschönheit, die es zu bereisen lohnt.

Die wahren „Insider-Tipps“

Auch wenn der Trend sich klar zu individuellen Reisen, etwa mit einem Ferienhaus und Mietwagen, entwickelt, sind die berühmten Touristenzentren nach wie vor beliebt. Große Freizeitparks locken mit raffinierten Ticket-Kombinationen und auch Ausflüge über die gesamte Insel werden dort an jeder Straßenecke angeboten. Individual-Reisende schätzen aber besonders das Unentdeckte, das nicht Übervölkerte. Orte, die man als „Insider-Tipps“ bezeichnen könnte, oder als „Secret Places to Visit“.  Unsere neue Serie berichtet über unsere schönsten, abenteuerlichsten, extravagantesten und eindrucksvollsten Attraktionen, die man im Reiseführer glatt überlesen würde. Wir stellen in einem 5-Tages-Bericht unsere Erlebnisse vor und zeigen Teneriffa von einer anderen Seite.

Tag 1: Die einzigartige „Costa El Sauzal“

El Sauzal, ein malerisches Städtchen im Norden Teneriffas, liegt etwa 300 m über dem Meeresspiegel und ist für eine einmalige Aussicht über die Nordküste Teneriffas bekannt. Touristen gibt es hier nur vereinzelt und diejenigen, die kommen, wohnen in hübschen Ferienhäusern. Massentourismus ist also ein Fremdwort. Historische Bauten im Stadtkern und urige Cafés in den Seitengassen. Ein echter Rohdiamant des Nordens. Weiter zum Meer hin, erstreckt sich nach einer schroffen Felswand die „Costa el Sauzal“. Durch abenteuerliche Serpentinen geleitet, erreicht man sie nur mit einem PKW.

Ein mystischer Ort – Der Wanderweg der „Costa el Sauzal“ zur Dämmerung

Am gut ausgebauten Parkplatz angekommen, erzählen ausführliche Tafeln die Geschichte des Küstenstreifens. Noch vor wenigen Jahren haben hier wilde Hütten und illegale Bauten die Umgebung  verschandelt. Direkt am Meer gelegen, dienten die Höhlen und Blechzelte vornehmlich Einheimischen als Wochenendhaus. In dieser Oase schwammen und angelten die Canarios. Die wilde Bebauung auf den Kanaren ist der Regierung aber schon lange ein Dorn im Auge. An der Costa el Sauzal statuierte sie ein Exempel und ließ die Hütten rigoros abreißen.

Zurück zur Natur

Es entstand ein großzügiges Wandernetz, durchzogen von Badestellen und mit herrlicher Aussicht auf den Teide-Vulkan und Puerto de la Cruz. Jetzt ist dieser wertvolle Ort für jedermann begehbar und nur noch einige natürliche Höhlen zeugen von der einstigen Bevölkerung. Sogar Süßwasserduschen wurden installiert und Leitern betoniert, um den Einstieg in die teils raue Brandung zu erleichtern. Doch Vorsicht! Mag der Ozean noch so trügerisch türkis sein – besonders an der Nordküste Teneriffas sollte man das Baden im Meer nur geübten Schwimmern überlassen. Die unsichtbaren Strömungen sind tückisch.

Die Küste von El Sauzal ist ein Musterbeispiel für die positive Entwicklung der Insel. Die kargen Bretterbuden sind einem erstklassigen Wanderpfad gewichen und auch die Natur holt sich langsam ihren Platz zurück. Weiter so, Teneriffa!

Zu welchem geheimen Ort geht es wohl morgen?

 

Artikel von Antonia Brauksiepe