Kofferkarren am Flughafen: Hast Du mal ´nen Euro?

In den Zeiten von Rollkoffern und Bordcases verlieren die Gepäckwagen zunehmen an Bedeutung. Familien und Senioren sind aber häufig auf die Kofferkarren angewiesen. Was in Düsseldorf oder München bereits Realität ist, will der nationale spanische Flughafen-Betreiber AENA jetzt auch auf seinen Airports einführen. Wer künftig auf einem der sieben größeren Flughäfen des Landes abfliegen oder ankommt, muss für die Benutzung der praktischen Kofferkarren seine Geldbörse zücken. Mit einem Euro sollen die Reisenden in Zukunft nun auch auf den beiden wichtigsten Flughäfen der Kanaren zur Kasse gebeten werden.

Flughafen

 

Kofferkarren für Geld. Geht die Rechnung auf?

Bei ihrer Preisgestaltung orientierten sich die Spanier an den Tarifen vergleichbarer Flughäfen auf dem europäischen Kontinent, die diese Nutzungsgebühr zum Teil schon seit einigen Jahren erheben. 3,5 Millionen Euro, so die Schätzungen, spülen die Wagen pro Jahr auf Gran Canaria und Teneriffa ein. Nach Abzug der Kosten für die Anschaffung und Unterhaltung der Wagen sollen immer noch knapp 2,3 Millionen als Gewinn übrig bleiben. Ob diese Rechnung aufgeht, zeigen die kommenden Jahre. Schon heute greifen auf Gran Canaria nur noch 27 % der Flugpassagiere zu den rollenden Kofferträgern, auf dem Flughafen Teneriffa Süd sind es allerdings 43 von 100 Reisenden, die von den Gepäckwagen Gebrauch machen.

Kleinvieh macht auch Mist

Auch wenn die Zahl der Fluggäste auf den Kanarischen Inseln im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 % leicht zurückgegangen ist, bleiben die Besucherzahlen insgesamt doch auf einem erfreulich hohen Niveau, und daran wird die neue Gebühr sicherlich auch nichts ändern. Dass für Serviceleistungen, die früher selbstverständlich waren, heute immer öfter zusätzliche Posten auf der Rechnung erscheinen, daran haben wir uns ja längst gewöhnt. Meist sind es eben, wie in diesem Falle, nur kleinere Beträge, die auf den ersten Blick keine große Bedeutung haben.

In der Summe allerdings werden sie zu einer interessanten Hausnummer, besonders dann, wenn man nicht damit gerechnet hat und bei der Endabrechnung erstaunt ist, dass doch mal wieder alles teurer geworden ist als gedacht. Und manchmal gibt es ja auch noch ein ganz anderes Problem, nämlich dann, wenn die passende Münze gerade nicht zur Hand ist. Deshalb wird man in Zukunft auch auf den kanarischen Flughäfen immer öfter die bekannte Frage hören: Hast Du mal `nen Euro?