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Eurozone im Powermodus

Prosit, hoch die Tassen, lasst die Korken knallen! Das “Instituto für geschönte Zahlen (IfGZ)” gab bekannt: “Europa ist aus der Rezession”. Wachstum, und endlich wieder geht es aufwärts. Analysten tröten wie die Lemminge ins gleiche Horn. Die Eurozone wächst wieder, um 0,3 %. In Spanien, Portugal und Griechenland tanzten die Menschen auf den Straßen. In Frankreich ging es um 0,5% nach oben und in Deutschland, ganz wie zu alten Zeiten, als Dampflok der gesamten Wirtschaftszone um 0,7%. Wie machen wir das nur?

Ganz einfach, Brüssel hat Wachstum verordnet, also bringen wir auch Wachstum. Das ein Plus für ein Quartal noch nicht das Ende der Rezession bedeutet wissen nur die, die sich von den aus Brüssel verordneten Dauer-Berieselungen der meinungslosen Hauptpresse nicht bewusstlos reden lassen. Zum einen gehören zwei positive, aufeinander folgende Quartale zum Ausrufen des Endes einer Rezession und zum anderen hatten wir sechs Minus-Quartale in Folge. Doch uns werden die 0,3% Wachstum als Durchbruch für Europa verkauft.

Nun immer positiv denken, dann wird das schon

Die Nachrichten überschlagen sich und gipfeln in Zeilen wie dieser von der DPA: “ Deutsche Wirtschaft dreht beim Wachstum richtig auf“. Kann das etwa mit der bevorstehenden Bundestagswahl zusammen hängen? Mit Nichten! Das würden Politiker nie machen. Eigenartiger Weise scheint ein Grossteil der Bevölkerung davon nicht so viel mit zu bekommen.

In Spanien ist die Arbeitslosigkeit unvermindert hoch und die Abwanderung ist erschreckend. Bis zu 500, ja ganze Fünfhundert Räumungsklagen werden täglich in Spanien vollstreckt. Familien, Kranke, Behinderte und Alte werden gnadenlos auf die Straße gesetzt. Aber sind sie auch so optimistisch? Also ich fühle mich super, endlich können wir wieder aus dem Vollen schöpfen, können unsere Zweitjobs aufgeben, was abermals für Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt sorgt. Da relativieren sich schnell die 19.000 Bewerber für 11 Stellenausschreibungen in Madrid.

Es heißt, die privaten, wie auch die öffentlichen Haushalte geben mehr aus,als im vorangegangenen Quartal. Wobei es auf der anderen Seite lautet, die öffentlichen Haushalte sparen. Was denn nun, ausgeben oder sparen? Sparen müssten sie auch, wenn alles teurer wird.

Toll, wenn Propaganda so schön wirkt. Wir haben auch keine Inflation, die uns zu schaffen macht, glaubt man der Presse. Auch hier kommen Mantra gleiche Klänge, die Inflation liege bei gewünschten 1,9%. Nur eigenartig, dass heute gerade die Deutsche Post meldet, sie traue den Aussagen der Statistik nicht mehr und muss die Porto Preise anheben. Die Post scheint zu merken, dass die Realität nicht im Einklang mit den offiziellen Zahlen steht. Stimmt irgendwie auch, wenn man die sogenannte Kernrate der Inflation heranzieht, die Lebensmittel und Energie herausrechnet, weil diese zu sehr schwanken. Stimmt vielleicht auch. Wer nicht isst, nicht heizt, keinen Strom verbraucht und nicht zur Arbeit fährt, der kommt doch gut klar mit seinem Gehalt, besser mit seiner staatlichen Unterstützung.

Nur Brüsseler Eliten kommen ohne diese profanen Dinge aus. Die Essen nicht, weil sie dazu gar keine Zeit wegen der immensen Gipfel haben, auf denen sie weitere Verordnungen beschließen. Nach der Bundestagswahl lautet das neue Mantra“ Wir haben uns alle lieb“ Und kein Grieche, kein Spanier oder Portugiese denkt an die böse Frau Bundeskanzlerin. Aber egal, es geht aufwärts. Wir haben sie bezwungen die Krise. Alles wird gut. So verdingt sich der Bürger als stabile Stütze für das BIP und erzeugt Wachstumsimpulse.

Oder liegt es nur daran, dass der gemeine Bürger Essen muss? Dafür durfte er nämlich deutlich tiefer in die Tasche greifen. Um durchschnittlich 6% sind die Lebensmittel Preise gestiegen. Strom verteuerte sich um 12% Aber das ist egal, Hauptsache Wachstum. Die Politik hat einen guten Job gemacht und nichts von dem was man ihr als Lüge unterstellte trat ein – noch nicht. Glück ist planbar, Erfolg ist planbar und Wachstum auch. Nun ja, wir haben Wahlkampf!

Bleiben sie nicht planlos…

Ihr Jean-Bas