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El Hierro – Vulkanische Aktivitäten unter „Smart Island“

El Hierro, die kleinste der sieben Kanarischen Inseln, schafft es nicht oft in die Schlagzeilen von Zeitungen und Nachrichtenportalen. Auch die regionalen Blätter nehmen eher selten Notiz von den Geschehnissen am äußersten westlichen Rande des Archipels. In den letzten Tagen jedoch gab es gleich zweimal Anlass, etwas genauer hinzuschauen und über Erstaunliches und im wahrsten Sinne des Wortes Erschütterndes zu berichten.

Foto von JrGMontero. Für weitere Quellen und Lizenzangaben bitte auf das Foto klicken.

Seit gestern bebt es wieder unter der kleinen Insel im Meer zwischen den Kontinenten. Über 40 seismische Erschütterungen leichterer Art sind von den Geologen des Instituto Geográfico Nacional (IGN) am Montag allein zwischen 14.25 Uhr und 16.51 Uhr registriert worden. Auf der berühmten Richterskala, die bis zu einem Wert von 6,5 reicht, wurden die Beben mit Stärken zwischen 1,7 und 2,8 verzeichnet.

Experten sind alamiert

Die knapp 11.000 Bewohner von El Hierro haben von all dem nichts bemerkt. Die Erschütterungen waren unterhalb einer Schwelle angesiedelt, die die Erde spürbar beben lässt. Dennoch sind die Experten alarmiert, da bereits seit einigen Jahren bedenkliche Ereignisse in der Erdkruste rund um die Insel bemerkbar waren. Der vulkanische Ursprung der Kanarischen Inseln ist mal wieder recht deutlich geworden. Am 10. Oktober 2011 war es vor El Hierro zum Ausbruch eines Seevulkans gekommen, der in einer Tiefe von etwa einem Kilometer unter dem Meeresspiegel liegt. Bei diesem Ausbruch war der Vulkan stark angewachsen und dadurch der Wasseroberfläche immer näher gekommen. Lag seine Spitze zuvor 300 Meter unter dem Wasser, waren es nach der Eruption nur noch 88 Meter.

Schon wurde über die Möglichkeit der Entstehung einer neuen Insel spekuliert, die allerdings das empfindliche Ökosystem noch stärker verändern würde, als dies eh schon durch die Erwärmung des Meeres und den Sauerstoffmangel der Fall war. Ob die neuesten Bewegungen unter der Erdkruste Vorboten eines neuen Ausbruchs sind, werden die Entwicklungen in den nächsten Wochen zeigen.

Ein anderes Ereignis war kurz zuvor von der Insel gemeldet worden. So klein El Hierro auch ist, in technologischer Hinsicht spielt das idyllische Eiland in einer der oberen Ligen. José Manuel Soria, Minister für Industrie, Energie und Tourismus auf den Kanaren, stellte am Montag in der Inselhauptstadt Valverde das neue Wifi-Netz der Insel vor.

Wifi für jedermann

Jeder Bewohner und Besucher kann nun an den touristisch interessanten Stellen auf der Insel kostenlos ins Internet gehen. An 26 strategischen Punkten stehen nun Anlagen, die eine flächendeckende Versorgung ermöglichen. Mit der Einweihung des neuen Netzes hat El Hierro eine weiteren Schritt in Richtung „Smart Island“ gemacht. Die Insel nimmt schon seit mehreren Jahren an einem Programm teil, das wegweisende technologische Weichen stellen soll. Dazu gehört unter anderem auch die Versorgung mit Energie aus erneuerbaren Quellen, die auf El Hierro vorangetrieben wird. Damit gilt für die westlichste der Kanarischen Inseln mehr als für jede andere: klein, aber oho.