Einkaufen im Internet auf den Kanaren nahezu unmöglich

12 Milliarden Euro werden in Spanien pro Jahr durch den Internethandel umgesetzt. In der Zukunft wird sich diese Zahl noch erhöhen. Weltweit boomt das Geschäft mit dem Einkaufen im World Wide Web. Nur auf den Kanaren gibt es eine gegenläufige Bewegung. Immer mehr Unternehmen weigern sich, ihre Produkte auf die Inseln zu liefern. Probleme mit den Zollbestimmungen, den Behörden und – daraus resultierend dann – mit den Kunden vermiesen sowohl den Händlern als auch den Käufern die Lust am Internetshopping.

70 % der Unternehmen liefern nicht auf die Kanaren

Nach Expertenschätzungen sind es ca. 70 % der im Internethandel tätigen Unternehmen, die sich entschlossen haben, nicht mehr nach Gran Canaria oder Teneriffa, geschweige denn auf eine der kleineren Inseln zu liefern. Zu groß ist die verständliche Unzufriedenheit der Käufer, wenn das vermeintliche Superangebot nach langen Lieferzeiten am Ende zu Hause ankommt und dann auch noch bis zu 50 % teurer ist als erwartet. Die zusätzlichen Kosten, die durch Zollabgaben und Gebühren entstehen, sind oftmals nur schwer zu kalkulieren, da sie scheinbar willkürlich von den Behörden und Zollagenten festgelegt werden. Eine sichere Kalkulation ist für den Normalbürger nahezu unmöglich. Auch die Händler beklagen die Intransparenz der Regelungen, die das Geschäft mit den Kanarischen Inseln so schwierig machen.

Deshalb haben sich nicht nur große Namen im Internetgeschäft wie Apple, Groupon oder Pixmania, sondern auch zahlreiche kleinere Händler entschlossen, ihre Kunden auf den Kanaren nicht mehr direkt zu bedienen. Zu groß ist die Gefahr, unzufriedene Käufer zu produzieren, die ihre schlechten Erfahrungen in den einschlägigen Bewertungsportalen der Webgemeinde posten und damit dem Ruf des Händlers nachhaltig schaden. Eine solche Negativwerbung kann sich kein Unternehmen leisten.

Hohe Kosten verhindern Internethandel auf den Kanaren

Aber auch die Firmen, die ihren Sitz auf den Kanaren haben, beklagen regelmäßig enorme Schwierigkeiten, wenn sie ihre Produkte an Käufer außerhalb der steuerlichen Sonderzone verschicken wollen. Auf Grund der Insellage verfügen sie natürlich nur über eine begrenzte Kundenzahl, die sie durch den Handel im Internet jedoch beträchtlich erweitern könnten. Regelmäßig entstehen zusätzliche Kosten, da sie die gefährlichen zoll- und steuerrechtlichen Klippen, die die Kanaren umgeben, nur mit Hilfe eines selbstverständlich kostenpflichtigen Lotsen – sprich Zollagenten – umschiffen können.

Wichtige Chancen werden vertan

Dabei stellt der moderne Internethandel gerade für Gebiete, die abseits der großen Handelszentren liegen, eine außergewöhnlich gute Möglichkeit dar, um den Anschluss an die Welt nicht zu verlieren. Durch die intransparenten Bestimmungen werden auf den Kanaren wichtige Chancen vertan, die Wirtschaft auf den Inseln anzukurbeln. Auch der Einzelhandel auf den Inseln kann nicht in entsprechendem Maße von der faktisch bestehenden Unmöglichkeit des Interneteinkaufs profitieren, da die Kunden im Zweifel eher auf den Kauf eines bestimmten Artikels verzichten, als ein veraltetes oder überteuertes Produkt beim lokalen Handel zu erwerben. Und auch die kanarischen Händler und Produzenten verlieren einen großen Teil ihrer Konkurrenzfähigkeit, wenn sie auf den Preis ihrer Produkte noch hohe Verwaltungskosten aufschlagen müssen, um sie an Kunden außerhalb der Inselgruppe verkaufen zu können. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten werden durch diese Bedingungen große Chancen vergeben, um Beschäftigung auch außerhalb des Tourismusgewerbes zu generieren.

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