Dreharbeiten: Moses nimmt ´ne Auszeit

Seit mehr als einem Monat ist das Leben auf Fuerteventura durch die Dreharbeiten zum Hollywoodmonumentalwerk Exodus bestimmt. Über die Weihnachtsfeiertage kehrt jedoch auch bei den Filmschaffenden eine Phase der Besinnung ein. Für die nächsten 10 Tage herrscht eine himmlische Ruhe am Set, weil nicht nur die Kamele, sondern die komplette Filmcrew eine Pause einlegen. Da es sich bei dem Drehbuch um ein biblisches Thema handelt, ist dies mehr als gerechtfertigt, zumal die bisherigen Dreharbeiten äußerst erfolgreich verlaufen sind und der eng gesteckte Zeitplan eingehalten werden konnte. Bei der Verabschiedung in den Urlaub gab sich aber nicht nur der Regisseur Ridley Scott recht zufrieden, sondern auch die Vertreter der Inselregierung, Mario Cabrera und Blas Acosta, die dem aktuellen Schauplatz der Dreharbeiten im Norden der Insel einen Besuch abgestattet haben, um dem Filmteam Frohe Weihnachten zu wünschen.

Zufriedenheit auf allen Seiten

Die Regierungsvertreter betonten bei dieser Gelegenheit die sehr gute und reibungslose Zusammenarbeit der Produktion mit den Einwohnern von Fuerteventura. Dabei freuten sie sich neben den geschätzt sieben Millionen Euro, die das Filmprojekt in die Kassen der Menschen auf der Insel spülen wird, auch über die harmonische Kooperation, die bislang keine größeren Probleme verursacht hat. Beide Seiten gaben sich zuversichtlich, dass die Dreharbeiten für Exodus nicht die letzten sind, die auf Fuerteventura stattfinden werden. In Zukunft, da ist man sich sicher, werden immer wieder Filmteams auf der Insel zu Gast sein und das tägliche Leben etwas durcheinanderbringen.

Über die kleinen Störungen im Alltag sehen die Bewohner von Fuerteventura allerdings gerne hinweg, wenn dadurch die lokale Wirtschaft wichtige Impulse erfährt, die zusätzliche Einnahmen versprechen, ohne das wichtige Geschäft mit den Touristen zu beschädigen. Lieber Kameraleute und Schauspieler, die etwas Glanz auf die Insel bringen als Ölsucher, die nicht nur weniger glamourös daherkommen, sondern auch für eine Gefährdung der Umwelt stehen.

Unbezahlbare Imagewerbung

Von den Dreharbeiten profitieren zahlreiche Branchen auf der zweitgrößten Insel des Archipels. Allein für die Verpflegung des Filmteams werden jeden Tag 20.000 Euro ausgegeben, die lokalen Cateringunternehmen zu Gute kommen. Aber auch zahlreiche andere Wirtschaftszeige profitieren nicht unerheblich von den Dreharbeiten. Hotels, Autovermieter, Transportfirmen und viele andere partizipieren an den Einnahmen aus dem Filmgeschäft.

Für Fuerteventura hat das Filmprojekt aber nicht nur eine kurzfristig wirksame finanzielle Seite. Das Image der Insel erfährt durch die ständige Präsenz in den internationalen Medien eine nicht zu unterschätzende Aufwertung. Fast täglich wird auch außerhalb der Kanaren in Zeitungsartikeln oder Filmreportagen über die erfolgreichen Dreharbeiten berichtet. Sie lenken den Fokus auf die Insel und tragen so dazu bei, dass Fuerteventura und der gesamte Archipel im öffentlichen Interesse stehen. Die unentgeltliche Werbung für die Region ist ein höchst willkommener Nebeneffekt dieses Projektes, das einhellig als große Chance für die Kanarischen Inseln betrachtet wird.