Dreharbeiten: Die Karawanen ziehen weiter

Ron Howard und Ridley Scott, die beiden oscarprämierten Hollywoodgrößen, kommen mit ihren Filmprojekten weiter voran. Während Howard, der das Thema des „Moby Dick“ bislang auf La Gomera neu interpretiert hat, mit seinem Team nach Lanzarote weitergezogen ist, um hier weitere Szenen seines neuen Werkes abzudrehen, hat auch der Tross von Ridley Scott die erste Location auf Fuerteventura, Morro Jable, verlassen, um die Dreharbeiten in La Oliva fortzuführen.

Umzug von La Gomera nach Lanzarote

Mit elf Lkws voller Equipment, einer 300-köpfigen Crew und nicht zuletzt den Stars seines Films, Chris Hemsworth und Tim Holland, ist Ron Howard in das kleine Dorf El Golfo auf Lanzarote gezogen. Die Lagune Charco de los Clicos, die Howard nicht nur auf Grund ihres smaragdgrünen Wassers fasziniert hat, ist die letzte Kulisse für „In the Heart of the Sea“, die Neuverfilmung eines alten Themas. Für die Bewohner der Gegend ist dieses Großereignis ein ganz besonderes Erlebnis.

Der Besitzer des kleinen Restaurants La Lapa, Fran Bernal, in dessen Lokal die vielköpfige Mannschaft ihre Mahlzeiten serviert bekommt, ist ganz begeistert von den Einblicken, die er in diesen Tagen erhält. Natürlich freut er sich auch über das gute Geschäft, denn das Filmteam hat nicht nur sein Lokal, sondern noch zwei weitere Restaurants und ein Hotel komplett in Beschlag genommen. Voraussichtlich noch bis zum Ende der Woche ist das Leben in diesem Teil Lanzarotes von den Filmarbeiten bestimmt. Danach wird es dann wieder etwas ruhiger, obwohl man in El Golfo natürlich hofft, dass ein wenig von dem Hollywoodglanz hängenbleiben wird.

Vom Süden in den Norden

Auf Fuerteventura, wo Ridley Scott schon seit einigen Wochen mit seinem riesigen Team und den Stars Christian Bale, Joel Egerton, Sigourney Weaver und Ben Kingsley zu Gast ist, haben die Filmemacher ebenfalls einen Umzug vorgenommen. Von Morro Jable, wo Moses Christian Bale das Rote Meer geteilt hat, geht es nun in die Gemeinde La Oliva, in der man weitere Szenen des Monumentalwerks abdreht. Bei einer Abschiedsparty im Hotel Club Jandia Palace, wo sich die Filmstars und das gesamte Team von ihrer Herberge im Süden der Insel verabschiedet haben, gab man sich allseits zufrieden bis begeistert. Die Gäste bedankten sich für die perfekte Betreuung, die Hotelleitung für das entgegengebrachte Vertrauen und die Freundlichkeit der Filmcrew.

Die große Karawane, inklusive der gemieteten Kamele, zieht nun gen Norden, wo die Arbeiten fortgesetzt werden. Dass man bei den Drehs auch Höckertiere braucht, hat besonders dem Bürgermeister von Telde auf Gran Canaria Verdruss bereitet, da die Filmcrew auch die Kamele gebucht hat, die sonst die Reyes Magos, die Weisen aus dem Morgenland bei der traditionellen Cabalgata durch die Straßen seiner Stadt tragen. Diesmal müssen sich die Könige auf der Nachbarinsel wohl mit Eseln begnügen oder zu Fuß gehen. So tragen durch ihren erzwungenen Verzicht halt auch vermeintlich Unbeteiligte zum Erfolg der Hollywoodproduktion bei. Eines von noch nicht voraussehbaren weiteren Opfern, die vielleicht erbracht werden müssen, wenn die Kanaren, wie von einigen erträumt, zur Location für weitere Filmproduktionen werden. Solange es sich dabei nur um einen Mangel an Kamelen handelt, kann man damit sicher gut leben.