Die Leuchttürme auf den Kanarischen Inseln – Teil 1

Die Leuchtfeuer auf La Palma
Jedes mal wenn ich zu den Salz-Salinen von Fuencaliente im Süden La Palmas fahre, faszinieren mich die beiden Leuchttürme. Sie sind wunderschön anzuschauen. Doch wie funktionieren sie eigentlich und werden sie heute noch benötigt?

Diese Fragen werden im alten, gemauerten Turm beantwortet. Es befindet sich heute ein Marine Museum darin, welches Auskunft über den momentanen Zustand des Meeresbodens und die Bedeutung touristischer Aktivitäten an der Küste gibt.

Wie in jedem Museum, erfährt man auch hier geschichtliches aus der Region. Geöffnet ist der schöne, nostalgische Turm im Winter: Dienstag bis Samstag und im Sommer: Mittwoch bis Sonntag

Der Faro de Punta Cumplida an der Ostküste bei Barlovento

Artikelserie
Teil 1
Die Leuchtfeuer auf La Palma
Der Leuchtturm auf El Hierro
Das Nachtlicht auf La Gomera

Teil 2
Das Leuchten auf Gran Canaria
Der Leuchtturm auf Teneriffa

Teil 3
Licht in der Nacht auf Lanzarote
Der weiße Riese auf Fuerteventura

Er ist der älteste unter den Türmen La Palmas und ca. 33 Meter hoch. Um 1867 erbaut und heute noch aktiv. Seine Leuchtkuppel besitzt 12 Fenster bei einem Durchmesser von 7 Metern.
Alle 7 Sekunden dreht sich die Lampe darin um die eigene Achse. In einer Entfernung von 60-70 Seemeilen noch erkennbar, wird jede siebte Sekunde ein Lichtblitz auf den Atlantik geschickt.

So funktionieren Leuchttürme

Ein Symbol für Orientierung und Hoffnung, war von jeher der Leuchtturm für die Seefahrer.
Jeder Turm hat seine Kennung, seinen Code, wodurch die eigene Position bestimmt werden kann.
Er kann viele Feuerarten in sich tragen. Ob Richtfeuer, Seefeuer, Leuchtfeuer oder Orientierungsfeuer. Ihre Übergänge können fließend sein.

Jede Nation ist selbst für die Kennzeichnung ihrer Feuer verantwortlich.
Obwohl es heute Standards der seefahrenden Nationen gibt.
In einer örtlichen Seekarte sind diese einsehbar.
Doch ab wann existieren Leuchtfeuer?
Seit Jahrtausenden sorgten treue Wärter in ihrem einsamen Turm dafür, das immer dann Licht brannte, wenn Sturm, Nebel oder Finsternis an kritischen Klippen, die Sicht versperrte. Sie lotsten die Seemänner sicher in jeden Hafen.

Faro de Arenas Blancas

Faro de Arenas Blancas

Bunte Lichter am Horizont

Zuerst waren es offene Steinkohlefeuer in Gitterkörben aus Eisen, welche für das nötige Leuchtfeuer sorgten. Später wurde es aber durch Lampenfeuer abgelöst.
Die Leuchtkraft konnte aber noch wesentlich erhöht werden durch die Erfindung der optischen Linse. Manche Leuchttürme strahlten ein weißes Licht aus, andere ein grünes oder rotes, je nach dem wo der Standort des Betrachters war, um auf den Leuchtturm zu schauen.
Nach geographischer Lage, ändern sich die Feuertypen. Die Kennung des Leuchtfeuers, Takt-Frequenzen oder Farbwechsel, sind auf örtlichen Seekarten positioniert.

Der Faro de Arenas Blancas

An den Salz-Salinen im Süden La Palmas, bei Fuencaliente, stehen gleich zwei Leuchttürme.
Der alte Turm, welcher um 1890 gebaut wurde, hat ein eher nostalgisches Gesicht.
Sein Strahler mit 2,40 Meter Durchmesser, erzeugte eine Lichtquelle von etwa einem Meter Umfang und gab 3 Lichtblitze in Folge ab.
Ab 1902 in Betrieb, musste er den Vulkanausbruch Anfang der siebziger Jahre verkraften.
Die starken Beschädigungen an dem Gebäude, waren der Grund für den Bau eines Neuen.
Anfang der Achtziger Jahre entstand ein moderner Leuchtturm in unmittelbarer Nähe des alten.
Mit einer Höhe von über 24 Metern, überragt er den alten Turm um einiges.

Faro de Orchilla El Hierro

Faro de Orchilla
El Hierro

Erkunden Sie doch während einer Inselrundfahrt, welche Sie zu den Leuchtfeuern führt, die schönen Leuchttürme.
An der Playa Salemera steht der Faro de Arenas Blancas, in der Gemeinde Mazo.
Der Faro de Punta Lava in der Gemeinde Tazacorte und der Faro de Punta Cumplida bei Barlovento beschert Ihnen attraktive Aussichten.

Faro de Orchilla- auf El Hierro

Als „Ende der Welt“ wurde dieser Punkt in der Antike angesehen. Mehr als 200 Jahre später sollte an dieser Stelle der Nullmeridian verlaufen.
Heute ist der Faro de Orchilla eine Markierung des südwestlichen Punktes Europas.

Die Landschaft um den Faro herum, ist in absolute Stille eingebettet. Lavafelder, Vulkankegel
und die unendliche Weite des Atlantiks im Westen, faszinieren jeden Besucher.

Wer Interesse hat, kann sich in Valverde, im Tourismusbüro, ein Dokument erstellen lassen, welches den Besuch des Nullmeridians bestätigt.

Faro de San Christobal La Gomera

Faro de San Christobal
La Gomera

Ganz mutige, können die Höhle nahe des Leuchtturms erkunden. In etwa 15 Minuten ist die Lavaröhre durchwandert. Aber Vorsicht! Menschen mit Platzangst ist dies nicht zu empfehlen.

Faro de San Christobal bei San Sebastian de La Gomera

Anfang der achtziger Jahre erbaut, steht das Schmuckstück von La Gomera, der Faro de San Christobal, in einzigartiger Natur.
Die Feuerhöhe von über 60 Metern, überragt die Turmhöhe von 24 Metern.
In der Bucht von San Sebastian, ankerte Christoph Columbus 1492 und setze seine Reise in unbekannte Welten fort.
Auf dem Weg zum Leuchtturm von San Sebastian, in Richtung Parador, eröffnet sich ein attraktiver Blick auf Teneriffa und den Atlantik.
Der Atlantik um La Gomera herum ist etwa 3000 Meter tief. Der höchste Berg, der Garajonay, ragt nur 1500 Meter aus dem Meer heraus.

Im 2. Teil schauen wir uns die Türme auf Teneriffa und Gran Canaria an.

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