Die heilende Quelle ist krank?

Der Ausbruch des Vulkan San Antonio vor mehreren Hundert Jahren hatte die „Heilige Quelle“ verschüttet. Sie gab dem Ort einst seinen Namen, Fuencaliente. Vor acht Jahren gelang es dem Ingenieur Carlos Soler, sie wiederzufinden. Seitdem arbeitet man daran, die Thermalquelle für Besucher zugänglich zu machen und als touristische Attraktion nutzen zu können.

Um die insgesamt 5 unterirdischen Becken erreichbar zu machen, hat man einen Stollen gegraben. Dieser dann zur Belüftung mit einer entsprechenden Anlage versehen. Im vergangenen Jahr war auch bereits die Rede davon, die Fuente Santa schon bald eröffnen zu können. Nun sorgt man sich, dass auch dieses Projekt noch scheitert, bevor es jemals wirklich genutzt ist. Was ist da los mit der Fuente Santa in Fuencaliente?

Der Wiederentdecker sorgt sich um „seine“ Fuente Santa

Vor einiger Zeit begab sich der Ingenieur und Wiederentdecker der Fuente Santa, Carlos Soler, in den Stollen und bemerkte offenbar in drei der fünf Becken eine erhebliche Abkühlung des Wassers, deren Temperatur normalerweise zwischen 40 und 45° Celsius beträgt. Da er kein Thermometer bei sich hatte, konnte er sich lediglich auf seine Wahrnehmung berufen. Er schätzte aber eine Abkühlung von mindestens 10° Celsius. Beunruhigt teilte er dies der zuständigen Behörde mit, welche zunächst das am Ausbau beteiligte Wasseramt um Klärung bat. Diese teilten postwendend mit, dass mit der „Heiligen Quelle“ alles in bester Ordnung sei.

Da jedoch berechtigte Zweifel an der Glaubhaftigkeit eines Berichtes bestehen, den man über sich selbst verfasst, wurde nun vom Vizepräsidenten des Cabildo de La Palma das Institut für Geologie und Bergbau beauftragt, die Sachlage zu klären. Dieses Institut kennt die Quelle und hat in der Vergangenheit bereits deren Tauglichkeit als Thermal- und Heilquelle bestätigt. Bis die Ergebnisse dieser Untersuchung vorliegen, wird es aber sicher dauern.

Mögliche Ursachen für eine Abkühlung des Wassers

Zunächst sah man eine mögliche Erklärung für die Abkühlung des Wassers in dem Einsatz von Pumpen, um mehr Wasser zu fördern, als die Quelle auf natürlichem Wege liefert. Eine weitere Möglichkeit wäre die neu installierte Belüftung des Stollens, durch die zu viel kalte Luft ins Innere dringt.

Der Ingenieur Herminio Torres war für ein Jahr an den Arbeiten beteiligt und wurde dazu nach seiner persönlichen Einschätzung befragt. Nach seiner Auffassung wurde ein völlig überdimensioniertes Belüftungsrohr von 800 Millimetern Durchmesser installiert. Es sei nicht verwunderlich, dass dadurch viel zu viel kalte Luft nach Innen gelangt und logischerweise dann auch die Lufttemperatur des Wasser beeinflusst. Während der Bauarbeiten sei lediglich ein Belüftungsrohr von 300 Millimetern Durchmesser verwendet worden, was auch für die touristische Nutzung mehr als ausreichend gewesen wäre. Sofern er mit seiner Einschätzung richtig liegt, kann das Problem zumindest behoben werden.

Ohne politische Querelen geht es nicht

In den politischen Reihen sorgt dieses Thema natürlich ebenfalls für Wortgefechte, denn die Ausbauarbeiten fanden noch unter der politischen Führung der Coalición Canarias statt. Inzwischen regiert nun die PP mit der PSOE und so führte die Entscheidung des zuständigen Inselrates (PP), ein unabhängiges Gutachten anzufordern auf Seiten der Opposition zu erhitzten Diskussionen. Man wird wissen, warum man eine unabhängige Untersuchung fürchtet. Offiziell meint man, mögliche Investoren zu vergraulen.

Im Augenblick scheint wirklich ein bisschen der Wurm in unserer isla bonita zu stecken! Die Thermalquelle ist eine wichtige touristische Ressource und warum diese noch immer ungenutzt ist, bleibt offen. Solange Politiker ihr Amt jedoch nur bekleiden, um sich zu profilieren und die Taschen zu stopfen, wird sich nichts ändern. Der Tourismussektor befindet sich im Umbruch, die Anbindung ans Festland schrumpft. Die Weichen werden neu gestellt und wenn die Politik weiterhin nur ihre eigenen Interessen vertritt, landen wir irgendwann doch noch auf dem Abstellgleis.