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Die 13 ist aus

Heute ist es endlich soweit. Die größte Lotterie der Welt biegt für dieses Jahr auf die Zielgerade ein. Im Teatro Real in Madrid liefen gestern die letzten Vorbereitungen für die traditionelle Ziehung der Losnummern der Weihnachtslotterie auf Hochtouren. 2,24 Milliarden Euro warten darauf, dass man sie an glückliche Gewinner verteilt. Wenn heute die Schüler des Internats San Ildefonso auf unnachahmliche Weise  die Nummern der Gewinnerlose in einem gewöhnungsbedürftigen Singsang vortragen, sitzen Millionen von Zuschauern vor den Fernsehgeräten  der Nation und warten auf die erlösende Nachricht, dass auch ihr Los mit einer mehr oder weniger großen Prämie bedacht ist.

Persönliche Vorlieben versus Mainstream

Natürlich ist es nicht irgendein Los, das man da erworben hat. Jeder hat seine persönliche Glückszahl, die es gilt bei den Losverkäufern zu erhaschen. Neben den ganz individuellen Vorlieben gibt es dabei in jedem Jahr aber auch Favoriten, die sich besonderer Beliebtheit im Volke der begeisterten Glücksspieler erfreuen. Heuer sind es Zahlenkombinationen, in denen eine 13 enthalten ist, da wir uns nun mal unbestreitbar im Jahre 13 des zweiten Jahrtausends nach der Geburt des Erlösers befinden. Diese Zahl stellt gewissermaßen das Fundament für das zu erwartende Losglück dar, weshalb sie extrem gefragt und bald ausverkauft war.

Obwohl diese Zahl, die in vielen Kulturen als Unglückszahl gilt, soll sie den überzeugt abergläubischen Spielsüchtigen in diesem Jahr das ganz große Glück bescheren. Die 13 gilt also als gesetzt. Wenn das Los dann noch mit einer Zahlenkombination daherkommt, die ein Datum markiert, an dem im vergangenen Jahr historische Ereignisse die Welt bewegt haben, kann man eigentlich schon damit beginnen, die zu erwartenden Millionen auszugeben.

Wer das Glück hatte, ein Los mit der Nummer 28213 zu erwischen, darf sich praktisch schon als frisch gebackener Gordoknacker betrachten. Der Tag, an dem die Deutschen ihren Papststatus verloren haben, weil sich Benedikt XVI. aus dem Staub gemacht hat, gilt als besonders vielversprechend. Aber auch das Datum, an dem die mehrheitlich katholischen Spanier das neue Oberhaupt ihrer Kirche, den Argentinier Jorge Bergoglio als Papst Francisco begrüßen durften, der 13.3.13, gilt bei den Teilnehmern der Weihnachtslotterie als Indiz dafür, das in Zukunft alles besser werden wird.  Und wenn der neue Heilsbringer dafür sorgt, dass die ein oder andere Millionen aus der Verlosung  auf das Konto eines guten spanischen Angehörigen der einzig seligmachenden katholischen Kirche überwiesen wird, hat er damit schon mal ein überzeugendes Wunder vollbracht, das ihm dereinst die unvermeidliche Heiligsprechung einbringen wird.

Nelson Mandela als vielversprechende Alternative

Doch nicht nur klerikale Glücksbringer sind gefragt. Je nach politischer Ausrichtung sprechen auch die Sterbetage von Margret Thatcher, der 05.3.13 oder von Hugo Chavez, der 19.6.13, eine eindeutige Sprache und sind deshalb bei eisernen Konservativen, bzw. revolutionären Linken besonders gefragt. Alle diese Daten haben aber nun mal eines gemeinsam: sie enthalten eine 13. Und die ist eben nur begrenzt verfügbar, was zu dem eingangs zitierten Satz geführt hat.

Für alle, die kein Los mit einer 13 erhalten haben, wird empfohlen, es mit einer ganz anderen Zahl zu probieren, die einem unbestreitbar besonderen Menschen zugeordnet werden kann, da sein Wirken das Leben vom Millionen Menschen beeinflusst hat. Unter der Nummer 46664 war Nelson Mandela 28 Jahre auf der Gefängnisinsel Robben Island inhaftiert. Trotzdem hat er nie die Hoffnung verloren und das kann eigentlich nur der ultimative Schlüssel zum Glück sein.