Carnival plant eigenen Kreuzfahrtterminal auf Gran Canaria

Im Hafen Puerto de la Luz in Las Palmas ist der Strukturwandel in vollem Gange. Während das Containergeschäft immer weiter zurückgeht und sich auch der größte Mitspieler in diesem Bereich, die Maersk-Gruppe, aus Gran Canarias Hauptstadt zurückzieht, zeigt die Entwicklung bei den Zahlen der Kreuzfahrer eine durchweg positive Entwicklung. Im kommenden Jahr wird  Las Palmas mit mehr als einer halben Millionen Besuchern von Kreuzfahrtschiffen die Nummer 1 auf den Kanarischen Inseln werden.

Das Hafengebiet in der größten Stadt der Kanaren befindet sich derzeit in einem bedeutenden Wandel. Die einstmals so wichtige Funktion als Umschlagplatz für Waren aller Art und als Basis für Fischereischiffe verliert stetig an Bedeutung. Dafür entstehen immer neue Attraktionen, die nicht nur Besucher anlocken sollen, die mit den großen Kreuzfahrern auf die Insel kommen, sondern auch die einheimische Bevölkerung und Touristen, die im Süden Gran Canarias ihren Urlaub verbringen.

Strukturwandel als langfristiges Projekt

Begonnen hat dieser Wandel bereits vor über einem Jahrzehnt, als man mit der Eröffnung des Einkaufszentrums El Muelle in direkter Nachbarschaft zum Kreuzfahrtkai, der Muelle Santa Catalina, ein beliebter Anlaufpunkt sowohl für die Bewohner der Insel, als auch für Touristen geschaffen hat.

Das Potenzial des Areals hat auch die deutsche Unternehmerfamilie Kiessling entdeckt. Die Besitzer des Loro Parks auf Teneriffa werden in dem Gebiet des Hafens das Sanapú genannt wird, eines der größten Aquarien der Welt bauen und die Umgebung dieser neuen Hauptstadtattraktion mit ausgedehnten Grünflächen und weiteren Freizeitangeboten ansprechend ausgestalten. Erst vor wenigen Tagen wurde auf dem Weg dahin eine wichtige Hürde genommen. Der Stadtrat von Las Palmas hat einstimmig den Bau der maritimen Ausstellungshalle abgesegnet und seine volle Unterstützung bei der Realisierung dieses Megaprojektes zugesichert.

Carnival will Engpässen vorbeugen

Schon bald könnten die Vertreter der Bürgerschaft erneut zusammentreffen, um über ein weiteres Bauvorhaben abzustimmen. Eine der größten Kreuzfahrtreedereien der Welt, Carnival Cruises mit Sitz in Miami, hat der Hafenverwaltung vorgeschlagen einen eigenen Kreuzfahrtterminal für ihre gigantischen Schiffe zu errichten. Die Planungen sehen die Bebauung eines riesigen Areals vor, auf dem fünf dieser Megakreuzfahrer gleichzeitig Platz finden würden.

Für Carnival hätte der Bau eines eigenen Terminals den Vorteil seine Reisen flexibler gestalten zu können, da es nicht mehr nötig wäre, Liegeplätze in der Muelle Santa Catalina zu buchen. Damit wären die Reederei unabhängig von Belegungsplänen und müsste sich nicht mit anderen Kreuzfahrtunternehmen um freie Kapazitäten im Hafen streiten. Die steigende Beliebtheit der Kanarischen Inseln als Destination auf den Routen der Kreuzfahrer könnte durchaus dazu führen, dass die bislang vorhandenen Liegeplätz nicht mehr ausreichen, um die gewachsene Nachfrage  zu befriedigen. Mit einem eigenen Terminal würde Carnival diesen zu erwartenden Engpässen vorbeugen und über einen entscheidenden Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern verfügen.

Stadtteil bekommt neues Gesicht

Durch die Umgestaltung des Gebietes wird aber nicht nur der Hafen selbst ein neues Gesicht bekommen, sondern auch der gesamte Stadtteil und die weitere Umgebung. Die Viertel Santa Catalina und Las Canteras mit dem ebenso berühmten wie beliebten Stadtstrand entwickeln sich immer mehr zur wichtigsten Attraktion der Hauptstadt Gran Canarias. Besonders an den Wochenenden, wenn die Insulaner ihre freie Zeit genießen, ist auf den Terrassen der Bars und Restaurants am Strand und auf der Plaza Santa Catalina kaum ein freier Platz zu bekommen. Ein erfreuliches Bild, das über die ansonsten schwierige Lage der spanischen Wirtschaft ein wenig hinwegtröstet.