Cabildo von Gran Canaria zahlt Unternehmen Einstellungsprämien

Mit dem Ende der Hauptsaison auf den Kanarischen Inseln nach den Osterferien steigen regelmäßig die eh schon recht hohen Arbeitslosenzahlen noch einmal spürbar an. Der Rückgang der Touristenzahlen in den Sommermonaten wird in diesem Jahr voraussichtlich zwar nicht mehr ganz so gravierend ausfallen wie in der Vergangenheit, dennoch werden aber zahlreiche Arbeitskräfte, die mit einem befristeten Vertrag eingestellt worden waren, ihre Stelle verlieren. Was dann folgt, ist oftmals eine lange Arbeitslosigkeit, die es mit zunehmender Dauer immer schwieriger macht, erneut eine Stelle zu finden. Um potenziellen Arbeitgebern einen Anreiz zu geben, diese von einer langen Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen bevorzugt einzustellen, hat die Regierung von Gran Canaria nun ein mit einer Million Euro ausgestattetes Förderprogramm aufgelegt. Damit ist zwar nicht denen geholfen, die nun aktuell ihre Stelle verlieren, verschafft aber zahlreichen Langzeitarbeitslosen eine neue Perspektive.

Förderung geht nur an kleinere Unternehmen

In den Genuss dieser Förderung kommen nur Freiberufler und kleinere Unternehmen, die einen Bewerber einstellen, der in den vergangenen 18 Monaten mindestens 12 Monaten lang arbeitslos war. Die entsprechenden Mittel stehen ab sofort bis zum 31. August dieses Jahres zur Verfügung.

Dieser Stichtag ist auch der letzte Termin, zu dem man einen Arbeitsvertrag schließen kann. Je nach Art des Vertrages und der Höhe des Gehaltes beträgt die Förderung, die der neue Arbeitgeber erhält, zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Wie der Erste Vizepräsident und Inselrat für Arbeit Juan Domínguez mitteilte, werden von dieser Regelung zwischen 400 und 660 Langzeitarbeitslose bzw. deren neue Arbeitgeber profitieren können.

Gezielt fördert man mit dieser Initiative ausschließlich die sogenannten Pymes und Autonomos. Autonomos sind meist Einzelpersonen, die als Selbstständige oder Freiberufler ihren Lebensunterhalt verdienen und in der Regel keine weiteren Personen dauerhaft beschäftigen. Pymes (Pequeñas y medianas empresas) sind kleinere und mittlere Unternehmen, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten. In Spanien sind die Grenzen jedoch sehr großzügig gefasst, sodass etwa 99,8 % aller Unternehmen des Landes in diese Gruppe fallen. Lediglich große Betriebe mit mehr als 250 Beschäftigten gehören nicht zu den kleinen und mittleren Betrieben. Innerhalb dieser Gruppe der Pymes stellen aber mit 95,5 % wiederum die sogenannten Microempresas mit maximal 9 Beschäftigten den größten Anteil.

Pymes sind wichtige Stütze der Wirtschaft

Obwohl diese kleinen und mittelständischen Unternehmen deshalb für eine funktionierende Wirtschaft von besonderer Bedeutung sind, vernachlässigt man sie bei den Unterstützungszahlungen, die von staatlicher Seite in die Wirtschaft fließen, oft sträflich. Den internationalen Konzernen mit ihren starken Lobbyisten fällt es naturgemäß leichter, an die Gelder aus den öffentlichen Töpfen zu gelangen als kleineren Arbeitgebern, die eben nicht über die Möglichkeiten der Großkonzerne verfügen. Diejenigen, die mit ihren kleinen Betrieben nicht selten ums Überleben kämpfen müssen, gehen deshalb bei der Verteilung von Subventionen aber oft leer aus, da sie als einzelne Betriebe als nicht systemrelevant gelten. Dass sie insgesamt betrachtet aber die wichtigste Stütze einer Volkswirtschaft sind, bleibt dabei oft unberücksichtigt.

Umso erfreulicher, dass sich die lokale Initiative der Inselregierung nun speziell an diese oft vernachlässigte Gruppe wendet und ihr die folgenreiche Entscheidung, eine Arbeitskraft einzustellen, damit etwas erleichtert. Auch wenn der gesamte Topf mit einer Million Euro nicht gerade üppig ausgestattet ist, so kann die Förderung im Einzelfall vielleicht doch etwas bewirken. Zwar wird kein Unternehmer allein aus diesem Grunde eine neue Stelle einrichten, aber ein gewisser Anreiz, darüber nachzudenken, ist sicherlich gegeben. Und wenn auch nur ein Teil der 660 Langzeitarbeitslosen auf Gran Canaria auf Grund der Förderung eine neue Chance hat, ist schon eine Menge gewonnen.