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Begegnungen mit Engelhaien am Strand von Las Teresitas häufen sich

Sie lauern unsichtbar im Sand des Meeresbodens versteckt auf ihre Beute: Engelhaie. Am Strand von Las Teresitas auf Teneriffa jedoch hatten sie in diesem Sommer bereits mehrfach auch Kontakt zu Badegästen, die sie dann auf etwas unsanfte Art und Weise darin erinnert haben, etwas vorsichtiger zu sein und möglichst nicht auf die recht platten Fische zu treten, die in ihrem Aussehen sehr stark an einen Rochen erinnern. Mindestens sechs Personen sind in den letzten Wochen in den Küstengewässern vor Santa Cruz schon von einem Engelhai gebissen worden. Da sich die Fälle in diesem Jahr gehäuft haben und die Rettungskräfte des Roten Kreuzes vermehrt Angriffe von Haien gemeldet hatten, wandte sich die für Umweltfragen zuständige Inselrätin, Yuri Mas, an das Ozeanographische Institut der Kanaren, um herauszufinden, warum es zu dieser Häufung von Vorfällen gekommen ist.

Beste Lebensbedingungen in Kanarischen Gewässern

Engelhaie, die vermutlich bis zu 240 Zentimeter lang und 80 Kilo schwer werden können, leben vornehmlich im Mittelmeer und an der Atlantikküste Europas. In diesen Regionen sind die Bestände durch eine intensive Fischereitätigkeit allerdings in der Vergangenheit drastisch zurückgegangen. Vor den Kanarischen Inseln jedoch, wo sie ebenfalls heimisch sind, fühlen sie sich weiterhin recht wohl, sodass sich die Zahl der Haie hier zu vergrößern scheint. Besonders die ruhigen, warmen und nahrungsreichen Gewässer vor Santa Cruz de Tenerife bieten beste Lebensbedingungen für die lauernden Jäger, die sich vornehmlich von Rochen, Plattfischen, Krebsen und Weichtieren ernähren.

Im Sand eingegraben und durch ihre Farbe perfekt getarnt, warten sie auf ihre Beute. Besonders in den Sommermonaten kommen sie in die flacheren Gewässer nahe den Stränden, um nach Nahrung Ausschau zu halten. Gewöhnlich jagen sie in Tiefen zwischen 5 und 150 Metern. In einigen Fällen kommen aber besonders Jungtiere jedoch in noch flachere Gewässer, wo sie dann mit den Badegästen an den Stränden zusammentreffen. Selbst in einem Meter tiefen Wasser sind sie am Strand von Las Teresitas schon angetroffen worden.

Engelhaie stellen keine besondere Gefahr dar

Eine solche Begegnung läuft meist nach dem gleichen Muster ab. Der Hai liegt versteckt im Sand auf der Lauer, die Badenden, die nichtsahnend durch das Wasser schreiten, stören ihn.

Da sie gut getarnt sind, ist es leicht möglich, die Fische zu übersehen und auf sie zu treten, was diesen aus verständlichen Gründen nun einmal gar nicht gefällt. Um sich gegen ihre vermeintlichen Angreifer zu wehren, schnappen sie dann zu.

Dabei handelt es sich nach Angaben der Experten aber weniger um echte Bisse, als vielmehr um Stiche, die dem Menschen nicht wirklich gefährlich werden können. Zunächst waren die Forscher davon ausgegangen, dass die leichten Verletzungen der Badegäste gar nicht von den Engelhaien stammten, sondern von anderen Fischen, die Pez Gallo genannt werden und bei Feindberührung ähnliche Verletzungen verursachen können.

Diese Art ist jedoch derzeit am Strand von Las Teresitas nicht vertreten, sodass man sich nun sicher ist, dass es tatsächlich die Engelhaie waren, die sich auf ihre Weise gegen die menschlichen Eindringlinge gewehrt haben. Die kleinen Bisse oder Stiche an Füßen und Knöcheln sind jedoch nicht weiter gefährlich und auch keine Erscheinung der Neuzeit. Die hat es hier schon immer gegeben, in diesem Sommer vielleicht etwas häufiger, versichert Pedro Pascual vom Ozeanographischen Institut. Nach seiner Einschätzung sind die Badegäste, die ihren Müll und leere Glasflaschen am Strand liegen lassen, weitaus gefährlicher als die versteckten Beißer am Meeresboden.

(Foto: Philippe Guillaume / flickr.com, Lizenz: CC-BY)