Artenara Trail – Sportliche Herausforderung auf dem Dach Gran Canarias

Seit Wochen ist auf dem Dach Gran Canarias, in Artenara, kein freies Bett mehr zu bekommen. Alle verfügbaren Unterkunftsmöglichkeiten sind seit geraumer Zeit bereits ausgebucht. Und in den Dörfern der Umgebung sieht es nicht viel besser aus. Wenn in dieser sonst eher ruhigen Gegend hektische Aktivitäten ausbrechen, dann ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass ein wichtiges Großereignis unmittelbar bevorsteht. Am Samstag, dem 5. Oktober ist es wieder einmal so weit. Der Artenara Trail lockt sportbegeisterte Querfeldeinläufer in die höchstgelegene Gemeinde der Ferieninsel Gran Canaria.

Topkondition ist Voraussetzung

Die Herausforderung, die ihnen bevorsteht, ist nichts für wenig trainierte Gelegenheitsjogger, sondern eher etwas für Menschen, die konditionell schon etwas weiter fortgeschritten sind. Selbst diejenigen, die sich für die vermeintlich leichtere Variante dieses Laufes durch die herrliche kanarische Bergwelt entscheiden, haben immerhin eine Strecke von 11 Kilometern und 300 Meter Höhenunterschied zu bewältigen.

Diese „Kurzstrecke“ wird von den Veranstaltern etwas verharmlosend als „Startertrail“ bezeichnet, was im Vergleich zu den mehr als 30 Kilometern des Hauptlaufes wohl auch berechtigt ist. Dass es sich beim Artenara Trail nicht um einen gemütlichen Spaziergang handelt, ist leicht daran zu erkennen, dass die drei schnellsten Läufer über Stock und Stein im vergangenen Jahr nicht weniger als fast 3 Stunden brauchten, um die Strecke zu bewältigen. Allerdings gab es auch Teilnehmer, die sich weitaus mehr Zeit gelassen haben, um die wundervolle Natur zu genießen. Der langsamste der Extremspaziergänger kam 2012 nach 6 Stunden und 31 Minuten ins Ziel. Eine Medaille hat er dafür zwar wohl nicht erhalten, aber die Erfahrung, es überhaupt geschafft zu haben, ist ja auch nicht schlecht.  Dabei sein ist eben manchmal doch alles.

Der Artenara Trail ist eingebunden in eine ganze Reihe von Laufveranstaltungen auf den Kanarischen Inseln und in ganz Spanien. Diese überregionale Bedeutung spiegelt sich auch in der Teilnehmerliste wider, auf der szenebekannte Größen wie etwa der Marokkaner Zaid Ait Malek zu finden sind.

Buntes Rahmenprogramm

Rund um dieses Event, das die beschaulichen Dörfer der grancanarischen Höhenlagen aus ihrem sonst so gemütlichen Alltag ins Rampenlicht der Sportberichterstattung hievt, gibt es ein interessantes Rahmenprogramm für diejenigen, die sich selbst den Strapazen einer derartigen Extremtour nicht aussetzen wollen, sondern lieber im Ziel bei einem gepflegten Bierchen auf den Einlauf der Helden des Kampfes warten.

Besonders gut zu beobachten sind die Qualen der Läufer von der Naturterrasse des Restaurants La Cilla aus. Hier hat man nicht nur einen perfekten Überblick über die Strecke, sondern auch auf die beeindruckende Bergwelt Gran Canarias, die den meisten Strandtouristen auf der Insel weitgehend verborgen bleibt. Für 17 Euro bieten die Gastgeber hier am Samstag ein opulentes Buffet an. 4 verschiedene Vorspeisen und leckere Fleischspezialitäten vom Grill inklusive Getränke stellen für viele Besucher der Sportveranstaltung auch eine Herausforderung dar, die nicht zu unterschätzen ist.

Foto von Alberto Cardona – Flickr