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92.000 Unterstützer fordern Freilassung – 62-Jährige sitzt wegen eines Schwarzbaus auf Fuerteventura im Gefängnis

Schwarzbauten sind auf den Kanarischen Inseln keine Besonderheit. Viele große Hotels, Einkaufszentren und sogar die mehrere Millionen teure Stadtbücherei von Las Palmas de Gran Canaria hat man ohne eine gültige Baugenehmigung errichtet. Während viele dieser Gebäude später dann auf oft wundersame Weise doch noch eine Genehmigung bekamen und der Abriss so verhindert war. Macht eine einfache Frau aus Betancuria auf Fuerteventura derzeit eine ganz andere Erfahrung.

Haftstrafe für die Frau

Das Haus von Josefa Fernandez im Westen Fuerteventura war einst ebenfalls ohne die erforderliche Erlaubnis gebaut. Irgendwann kam es heraus und die 62-jährige Mutter hat man verurteilt, eine Strafe zu bezahlen und ihr Haus unverzüglich abzureisen. Die Strafe hat sie bezahlt, mit dem Abriss des Gebäudes wollte Josefa Hernandez jedoch warten. Bis sie ein neues Heim für sich, ihren seit Jahren arbeitslosen Sohn, ihre behinderte Tochter und drei minderjährige Enkel gefunden hat. Dies dauerte der Justiz auf Fuerteventura jedoch scheinbar zu lange und so wurde die Frau erneut verurteilt. Sechs Monate muss sie nun ins Gefängnis, weil ihr Haus immer noch steht.

Am gestrigen Montag wurde sie nun, trotz heftiger Proteste in der Öffentlichkeit gezwungen, ihre Haftstrafe anzutreten. Doch die Zahl derer, die fordern Señora Hernandez frei zu lassen, wächst von Stunde zu Stunde. Das breite Medienecho hat dafür gesorgt, dass eine Petition, die eine ihrer Töchter auf der Plattform change.org gestartet hatte. Sie hat bis heute bereits mehr als 92.000 Unterstützer gefunden. Ob sich die spanische Justiz davon beeindrucken oder weiter nach dem Prinzip „die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen“ verfährt. Dies wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

(Foto Betancuria von Robert Brands/flickr.com Lizenz: BY-ND)