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120 Jahre Telefongeschichte auf La Palma

Noch bis Mai ist im Museo Insular an der Plaza de San Francisco die Ausstellung zur Telefongeschichte auf La Palma zu sehen

Heute ist ein Leben ohne ständige Erreichbarkeit kaum mehr vorstellbar. Das Mobiltelefon ist zum treuen Begleiter geworden und übernimmt sämtliche Aufgaben, für die man noch vor wenigen Jahren verschiedenste Geräte, Notizblöcke, Terminkalender und so weiter benötigt hätte.

Wie die Vorreiter unserer heutigen Technologien einmal aussahen und mit welchen Mitteln die erste fernmündliche Kommunikation stattfand, zeigt aktuell eine zwar nicht sehr umfangreiche aber dafür interessante Ausstellung zur Telefongeschichte auf der Insel La Palma. In einem kleinen Winkel des Museo Insular ( Plaza de San Franzisco) in der Hauptstadt Santa Cruz sind einige Exponate der Anfangszeit ausgestellt. Die man aus privatem Besitz von Áureo Cutillas und den Geschwistern Luis und Miriam Gómez Hernández dort zur Verfügung stellt.

Während man in Barcelona gerade über die neuesten Technologien in Sachen Mobilfunk redet, findet man hier auf der Insel kostbare Relikte aus der damaligen Zeit. Die Ausstellung läuft noch bis Ende Mai. Man kann sie kann jeweils Montag bis Samstag von 10 Uhr bis 20 Uhr und am Sonntag zwischen 10 Uhr und 14 Uhr besuchen.

Telefongeschichte auf La Palma

Kleine Ausstellung zu 120 jahren Telefonie auf La Palma im Museo Insular Santa Cruz

Genau vor 120 Jahren hat man auf La Palma, die erste Telefonverbindung installiert. Am 17. Juni des Jahres 1894 verkündete die Redaktion der Diario de Avisos die Bereicherung der Insel durch diese bahnbrechende Errungenschaft des 19. Jahrhunderts. Die wichtigsten Ortschaften auf beiden Seiten der Insel, Santa Cruz de La Palma, El Paso und Los Llanos de Aridane, waren von nun an über ein Telefonkabel miteinander verbunden. La Palma war damit die erste Insel des Kanarischen Archipels, welche diese neue Kommunikationstechnik nutzte.

Die neue Technologie des Kommunizierens via Telefon hat man auf La Palma bereits seit den 1880er Jahren gekannt. Ende der 80er Jahre gelang es dem Konstrukteur Ignacio Rodríguez González (1836-1891) bereits, seine Hacienda in La Dehesa mit dem Wohnsitz in der palmerischen Hauptstadt zu verbinden. Er installierte somit also schon Jahre vor dem eigentlichen Durchbruch die erste Telefonverbindung über eine längere Distanz auf La Palma.

Einige Jahre später verfolgte der Unternehmer Rosendo Cutillas den Gedanken der telefonischen Verkabelung der Insel weiter. Es beantragte im Januar 1993 zunächst die Verlegung eines 9.879 Meter langen Telefonkabels von Santa Cruz nach Hoyo de Mazo. Die Installation wurde nur wenige Monate darauf fertiggestellt und war ein riesiger Erfolg. Schon bald installierte er auch die Verbindung von Ost nach West und verband die beiden Seiten der Insel. Die Nutzer waren zunächst Banken, große Firmen, Politiker und Ärzte, die sich zu einem Verbund zusammengeschlossen hatten.

Die Anfänge der Telefonie

Die unmittelbare Form der Nachrichtenübermittlung möglich zu machen, gelang erstmals schon zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Spanier Franscisco Salva entwickelte im Jahre 1804 den ersten Telegrafen und schaffte es damit, Worte über eine weitere Entfernung zu transportieren. Die Technik war jedoch viel zu aufwendig und übertrug Nachrichten nur über eine geringe Distanz von ungefähr einem Kilometer.

Erst viele Jahre später gelang es dem Amerikaner, Samuel Morse, ein praktikables Telegrafen-System zu erfinden. Bei dem sich jeder Buchstabe durch eine bestimmte Zeichenkombination ausdrückt. Dank seines Telegrafen konnten die Menschen fortan ihre Mitteilungen unmittelbar zum Empfänger leiten. Das nach ihm benannte Morse-Alphabet wurde erstmals 1844 in den USA zwischen Washington und Baltimore eingesetzt. Es verbreitete sich bald darauf in ganz Amerika und auch in Europa. Dank dieses Übertragungssystems von Samuel Morse konnten durch den internationalen Notruf „SOS“, welcher 1908 in Kraft trat und bis in die heutige Zeit Bestand hat, viele Tausende Leben gerettet werden.

Die Erfindung des Telegrafen machte es zwar möglich, Nachrichten schnell über weite Entfernungen zu übertragen, doch für eine direkte Verbindung zwischen den Menschen brauchte es eine Technologie, mit der es möglich wäre, die Schallwellen der Stimme eines Menschen zu übermitteln.

So sah einmal der Vorläufer unseres heutigen Telefons aus

So befasste sich unter anderem der Deutsche, Johann Philipp Reis, mit der Entwicklung eines funktionsfähigen Telefons. Er präsentierte der Öffentlichkeit im Jahr 1861 den ersten Fernsprecher. An der Weiterentwicklung und Vermarktung seiner Erfindung hatte er jedoch offenbar kein Interesse und es vergehen weitere 10 Jahre, bis der Italiener Antonio Meucci 1871 den ersten Telefonapparat baut. Mit dem es möglich ist, die Schallwellen in elektrischen Strom zu übertragen und durch ein langes Kabel zu schicken. Beim Empfänger angekommen wurden diese elektrischen Impulse wieder in Schallwellen zurückgewandelt. Wodurch man die Stimmübertragung ermöglicht hat.

Der Durchbruch

Das Telefon war geboren. Doch erst fünf Jahre darauf bringt der Amerikaner Alexander Graham Bell die Weiterentwicklung des Reis´schen Telefonapparates auf den Markt, meldet darauf Patent an und schafft damit den Durchbruch.

Die neue Errungenschaft verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Nur ein Jahr später werden dann auch in Europa bereits erste Gespräche über Bell´sche Telefone geführt. Barcelona war die erste Stadt Spaniens, in der 1877 via Telefon kommuniziert werden konnte.

In Deutschland produzierte die Firma Siemens & Halske schon bald die erste Serie an Apparaten. 1881 gab es unter anderem in der deutschen Hauptstadt und anderen Großstädten erste öffentliche Telefonnetze und erste Fernsprechvermittlungsstellen. Bis 1930 wurden 3,2 Mio Telefonanschlüsse, allein in Deutschland gelegt.

Aber dass selbst die neueste kabellose Technik ihre Tücken haben kann, weiß sicher jeder Nutzer eines Handys. Wenn die Wetterlage einmal wieder keine Verbindung zustande kommen lässt oder die Umgebung nur aus Funklöchern zu bestehen scheint.